Dienstag, 29. Januar 2013

Leicht anachronistisch?

Gestern lief auf Deutschlandradio Kultur ein Krimi-Hörspiel, das ich nicht ganz hören konnte, weil ich zwischendurch einschlief.
Das sagt wenig über das Stück, mehr über meinen Erschöpfungszustand, ich erwähne das nur, damit man das folgende Urteil etwas abdiskontieren kann.

„Ich bin ein Schweinehund, das ist gar nicht auszudenken!“ bildet das Verhör eines sogenannten gewöhnlichen Kriminellen unter den Bedingungen des NS-Staats ab. August Eckert hatte Vera Korn und ihre Tochter Eva getötet, die Frau hatte als Jüdin unter ihm Zwangsarbeit leisten müssen, der Mord geschah in persönlicher Verstrickung.

An sich ein guter Ansatz und eine wirklich interessante Geschichte, zumal der verhörende Polizist, Rolf Holle, keinesfalls zu den unfreiwillig-freiwilligen SS-Leuten der deutschen Polizei zählte (wie man es für einen Gutteil der Ordnungspolizei annehmen darf) und nach dem Zweiten Weltkrieg beim Bundeskriminalamt Karriere machte.

Ein wenig gestört, in dem, was ich mich erinnere, waren die wohl echten Anachronismen („informieren“) und die vermutlichen (ob der Beschuldigte beim Anreden stets das „SS“ vor dem „Hauptsturmführer“ so betonte, wie er es im Hörspiel tat, scheint mir fraglich). Jedenfalls würde ich in der Ankündigung des Hörspiels ein Wort nur sehr gedehnt aussprechen: Rekonstruktion des Verhörs.

Wie dem auch sei. Ein Alptraum. -ky hat sich schon mit der Verfolgung der gewöhnlichen Kriminalität im NS-Staats befasst. Das Buch sowie die schon in den 1940er-Jahren geschriebene, antiquarisch erworbene Popularisierung des -ky-Falls liegt schon seit einer kleinen Ewigkeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher.
Weil es wohl Alpträume macht.

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