Montag, 16. Dezember 2013

Ankündigung


Die Website zum Roman „Im Lande Araga: Das Geheimnis der Elfen“ ist zwar noch im Aufbau, doch möchte ich hier schon einmal auf den Fantasy-Roman von Niklas J. Wingender aufmerksam machen.

Sofern nichts in der Druckerei anbrennt, verfügbar ab Verlag vom 20. Dezember an.

Der rund 470-seitige Roman erzählt von der Heldenreise zweier elfischer Jäger und Fährtenleser ins Reich der Zwerge, wo es gilt, die Grundlagen für ein Bündnis gegen eine noch namenlose Gefahr zu schmieden. Die Heldenreise setzt die beiden größten Bedrohungen aus - ein James-Bond-Steifen ist dagegen fast ein Lehr-Film für den i-Dötze-Verkehrsübungsplatz.
Die Hauptfiguren sind ambivalent angelegt, zwischen den Zeilen gibt es ein gutes Stück Humor zu entdecken (ohne in humoristische Scheibenweltplattheiten abzusinken).

Vor Weihnachten 2013 ist es vielleicht ein bisschen knapp, aber die 15 Euro zzgl. Versand scheinen mir gut angelegtes Geld zu sein. In Arbeit bzw. geplant sind zwei weitere Bände (im Vergleich zur G.R.R.-Martin-Seifenoper ist also auch ein Ende in Sicht...).

edition.brueck@arcor.de - Bestellung (Verlag) per Mail
Niklas J. Wingender: 
„Im Lande Araga: Das Geheimnis der Elfen“ ISBN 978-3-00-044100-4


Abbildung oben: Plakatentwurf (Cover weicht leicht ab.)


#Wingender #EditionBrück #Fantasy #Elfen #Roman #Heldenreise #Neuerscheinung #Selfpublishing #Araga



Für etwaig verbliebene Druckfehler im Buch bin ich verantwortlich, Lektorat & Satz habe ich übernommen.



Donnerstag, 5. Dezember 2013

Komische Reichsbanner-Dichtung

„Schwarz-Rot-Gold sin unser Farwe, / sie vereih'n uns Kraft un Mut, / die for Recht un Freiheit starwe / schätze merr als hechstes Gut.“

Erste Strophe des Willkommensgedichts von Adolf Stoltze (er?), Ehrenmitglied im Ortsverband Frankfurt am Main des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, abgedruckt auf S. 5 einer Festschrift zum 80. Jubiläum der Revolution von 1848.

Die 1928 veröffentlichte Broschüre, die vorwiegend aus Reklame für die (teils genossenschaftliche) Unternehmerschaft Frankfurts besteht, wirkt auch sonst, als sei sie von der „Titanic“-Redaktion gestaltet worden.

Die Papierqualität spricht zwar dagegen, aber dieses Gedicht! Man muss vielleicht die Geschichte der Neuen Frankfurter Schule neu schreiben. Von einem Adolf Stoltze, den man wohl als Vordichter von Henscheidt, Henschel & Sonneborn - wenn nicht Gernhardt & Bernstein - nennen muss, habe ich jedenfalls bis heute nichts gewusst.

Martin Rath




Montag, 7. Oktober 2013

Hans Breitgoff 1885-1917


Der 1885 in Köln geborene Hans Breitgoff wurde 1912 in Heidelberg zum Dr. iur. promoviert. Titel seiner Arbeit: „Ehescheidung und Ehenichtigkeit im kanonischen Recht und im deutschen Reichsrecht in grundsätzlicher Gegenüberstellung“.

Der Text des oben angebildeten Lebenslaufs:
Im Jahre 1885, am 6. Oktober wurde ich zu Cöln geboren.
Ich besuchte die Vorschule, dann das Kgl. Katholische Gymnasium an St. Aposteln zu Cöln.
Dieses absolvierte ich Ostern 1905 und bezog zum Studium der Rechtswissenschaft, besonders aber zur Ausbildung in der französischen Sprache die Universität Genf. Ich besuchte noch die Universität Bonn und legte Juli 1910 in Cöln die erste juristische Prüfung ab.
Nach neunmonatiger Beschäftigung bei dem Amtsgerichte in Lechenich wurde ich nach Trier, dem dortigen Landgerichte zu einjähriger Beschäftigung überwiesen. Seit dem 4. Juli d.J. bin ich bei der Staatsanwaltschaft in Cöln tätig.
Meine mündliche Doktorprüfung bestand ich Anfang Februar d.J. zu Heidelberg.
Fünf Jahre nach der Doktorarbeit ist folgende biografische Angabe zu finden:
Jesus! Maria! Josef! Mauritius!
Der Mensch, wie eine Blume sproßt er und wird zertreten; wie ein Schatten geht er vorüber. Joh. 14, 1.
Zum christlichen Andenken an den
Wohlachtbaren Herrn
Gerichtsassessor
Dr. iur. Hans Breitgoff
Welcher am 9. Oktober 1917, nachmittags 5 1/2 Uhr, den Heldentod fürs Vaterland starb.
Der Verstorbene war am 6. Oktober 1885 zu Cöln geboren und vermählte sich den 12. März 1916 mit Caecilie geb. Geller. [...]
Der Totenzettel des gerade 32-jährigen Assessors in der Militärjustiz, ein Granatsplitter hatte ihn getroffen, zählt noch ein namenlos bleibendes „Kindchen“, vielleicht also ein Mädchen, zu den Hinterbliebenen.




Sonntag, 15. September 2013

Sprachübung - Alternativen bei Deutschland bei

Der Titel spielt natürlich auf das rheinländische komm mal beimischbei an, das man möglichst breiig auszusprechen hat. Für gepflegtere Sprachübungen findet die folgende Liste. Hübsch wäre es, jeweils passend einen Ort, eine Zeit, einen Gegenstand zu erfinden.
Alternative an Deutschland
Alternative auf Deutschland
Alternative außer Deutschland
Alternative gegenüber Deutschland
Alternative hinter Deutschland
Alternative neben Deutschland
Alternative über Deutschland
Alternative unter Deutschland
Alternative vor Deutschland
Alternative zwischen Deutschland
Alternative abseits Deutschlands
Alternative außerhalb Deutschlands
Alternative diesseits Deutschlands
Alternative innerhalb Deutschlands
Alternative jenseits Deutschlands
Alternative oberhalb Deutschlands
Alternative unterhalb Deutschlands
Alternative unweit Deutschlands
Alternative entlang Deutschlands
Alternative inmitten Deutschlands
Alternative längs Deutschlands
Alternative an Deutschland
Alternative auf Deutschland
Alternative bis Deutschland
Alternative durch Deutschland
Alternative hinter Deutschland
Alternative gegen Deutschland
Alternative in Deutschland
Alternative neben Deutschland
Alternative über Deutschland
Alternative unter Deutschland
Alternative zwischen Deutschland

Samstag, 6. April 2013

Lebenslauf Otto Konrad Strauß (1909 - Promotion 1935 - verstorben 1994)



Lebenslauf des Verfassers.
Geboren wurde ich, Otto Konrad Strauß, am 2. April 1909 in Krefeld als Sohn des verstorbenen praktischen Arztes Dr. med. Josef Strauß und seiner Ehefrau Rosa geb. Kahn; ich bin israelitischer Religion. Nach zwölfjährigem Besuch der Oberrealschule in Krefeld - während dessen ich auch am Unterricht in der lateinischen Sprache teilnahm - erhielt ich am 12. März 1927 das Reifezeugnis, nachdem ich die Prüfung „gut“ bestanden hatte. Dann widmete ich mich der Rechtswissenschaft sowie der Volkswirtschaftslehre und studierte diese Fächer sieben Semester lang an den Universitäten Tübingen (1), München (3) und Bonn (3). Am 22. November 1930 bestand ich vor dem Juristischen Prüfungsamt beim Oberlandesgericht in Düsseldorf das Referendarexamen „vollbefriedigend“. Darauf trat ich in den staatlichen Vorbereitungsdienst ein, zu dessen Abschluß mir, von wenigen Tagen abgesehen, nur der letzte Ausbildungsabschnitt von sechs Monaten beim Oberlandesgericht fehlt. Am 8. September 1933 wurde ich als deutscher Jude in Anwendung des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtenturns aus dem Staatsdienst entlassen. Zur Zeit befinde ich mich zur praktischen Ausbildung als technischer Lehrling in einer Weberei. Die mündliche Promotionsprüfung fand am 25. Juli 1934 statt. Das Thema der Dissertation wurde mir von Herrn Prof. Dr. Heyer in Bonn gestellt, dem ich hierfür und für die Förderung der Arbeit meinen herzlichsten Dank ausspreche.

„Der Reichsstatthalter“ - Dissertation (Universität Bonn), 1935.
Doktorväter waren die Bonner Professoren Friedrich Hubert Heyer und Richard Thoma.


Mittwoch, 27. März 2013

Naja-Neologismus

Die Fußgängerzone direkt hinterm Bahnhof ist bereits abendbrotevakuiert.
Das heißt wohl, dass es in der Fußgängerzone kein Abendbrot gibt, wenn sie denn von Abendbroten entleert ist. In meinen Augen für eine Fußgängerzone keine tragische Qualität: Dass da keine Abendbrote rumlaufen.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Political correctness

Political correctness, die [politische Korrektheit] - femininum, esotericum. Redefigur, mit der meist eingewandt wird, eine Aussage lasse sich nicht treffen, weil sie von anonymen, jedenfalls selten namentlich bezeichneten Teilnehmern einer oft gar nicht klar auszumachenden Debatte als inkorrekt denunziert werde.
Die Behauptung, dass ein Redetabu existiere, dient regelmäßig feigen Debatten-Darstellern dazu, nicht positiv Stellung zu beziehen: Ich sage nicht, dass ein definierter Missstand in Person oder Sache besteht, ich behaupte nur, dass man nicht offen darüber reden könne (und bin insgeheim natürlich der Auffassung, dass die Welt in Gestalt von Person oder Sache böse ist). 
Kindergarten-Insassen sind ehrlicher: Statt zu sagen „Man darf ja heute nicht mehr sagen, dass X ein Stinker ist, weil Y das für politisch inkorrekt hält“, sind die kleinen Pfurzknoten  im Sandkasten so ehrlich zu behaupten: „X stinkt.“.

Weiterführender Beitrag hier.

Dienstag, 29. Januar 2013

Leicht anachronistisch?

Gestern lief auf Deutschlandradio Kultur ein Krimi-Hörspiel, das ich nicht ganz hören konnte, weil ich zwischendurch einschlief.
Das sagt wenig über das Stück, mehr über meinen Erschöpfungszustand, ich erwähne das nur, damit man das folgende Urteil etwas abdiskontieren kann.

„Ich bin ein Schweinehund, das ist gar nicht auszudenken!“ bildet das Verhör eines sogenannten gewöhnlichen Kriminellen unter den Bedingungen des NS-Staats ab. August Eckert hatte Vera Korn und ihre Tochter Eva getötet, die Frau hatte als Jüdin unter ihm Zwangsarbeit leisten müssen, der Mord geschah in persönlicher Verstrickung.

An sich ein guter Ansatz und eine wirklich interessante Geschichte, zumal der verhörende Polizist, Rolf Holle, keinesfalls zu den unfreiwillig-freiwilligen SS-Leuten der deutschen Polizei zählte (wie man es für einen Gutteil der Ordnungspolizei annehmen darf) und nach dem Zweiten Weltkrieg beim Bundeskriminalamt Karriere machte.

Ein wenig gestört, in dem, was ich mich erinnere, waren die wohl echten Anachronismen („informieren“) und die vermutlichen (ob der Beschuldigte beim Anreden stets das „SS“ vor dem „Hauptsturmführer“ so betonte, wie er es im Hörspiel tat, scheint mir fraglich). Jedenfalls würde ich in der Ankündigung des Hörspiels ein Wort nur sehr gedehnt aussprechen: Rekonstruktion des Verhörs.

Wie dem auch sei. Ein Alptraum. -ky hat sich schon mit der Verfolgung der gewöhnlichen Kriminalität im NS-Staats befasst. Das Buch sowie die schon in den 1940er-Jahren geschriebene, antiquarisch erworbene Popularisierung des -ky-Falls liegt schon seit einer kleinen Ewigkeit auf meinem Stapel ungelesener Bücher.
Weil es wohl Alpträume macht.

Freitag, 11. Januar 2013

Politiker macht Presse, weil er mal einen Brief schreiben könnte


Ja, ja. Die Kunst dies Briefeschreibens wird ja keinesfalls treulich gepflegt, aber warum man einem ehemaligen Polizeidirektor so barsch kundtun muss, dass man ihn nicht für einen homme de lettres hält:
„'Das Image Kölns wird in den Schmutz gezogen': Mit deutlichen Worten hat CDU-Fraktionschef Granitzka die RTL2-Soap 'Köln 50667' kritisiert. Nun will er der Sendeleitung einen Brief schreiben. Die SPD sieht das Vorhaben eher skeptisch.“
Ohne den Satz hätte ich den Artikel nicht gelesen: "Die SPD sieht das Vorhaben eher skeptisch." Prrrr. Lehrerpartei, prrrr.

Ey. Isch schreibma n Brief wegen die Scheise im Fernsn. - Ey Aalda. Lass stecken.

Remission accomplished.


Dienstag, 8. Januar 2013

Lebenslauf (1930) Dr. Marcel Frenkel 1907-1960


Lebenslauf.
Am 24. Mai 1907 wurde ich zu Berlin geboren. In Düsseldorf besuchte ich die Vorschule und die Unterklassen bis einschließlich Quarta des Hohenzollerngymnasiums. Ich wurde dann in das Realgymnasium der Hindenburgschule Düsseldorf umgeschult, wo ich die Klassen Unter- und Obertertia besuchte. Im Jahre 1923 verließ ich dann die Schule, um in die kaufmännische Lehre zu gehen.
Nebenberuflich bereitete ich mich aber für die Obersekundareife und die Reifeprüfung vor und bestand beide in den Jahren 1923 und 1926 an der Lessingoberrealschule in Düsseldorf. Im Jahre 1928 bestand ich die Ergänzungsprüfung im Lateinischen an dem Gymnasium an der Dötschstraße in Bonn. Meine Immatrikulation erfolgte im Sommersemester 1926 an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln, meine erste Immatrikulation an der rechtswissenschaftlichen Fakultät im Wintersemester 1926-27 an der Universität Berlin. Außerdem studierte ich noch an der Universität Bonn. Im Oktober 1929 bestand ich die erste juristische Staatsprüfung in Köln. Seit November 1929 bin ich Referendar im Bezirke des Oberlandesgerichts Düsseldorf.
Lebenslauf von Marcel Frenkel aus seiner
Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde einer Hohen Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, vorgelegt von
Marcel Frenkel,
Gerichtsreferendar aus Düsseldorf.

Verlag: Quakenbrück, Durck: Handelsdruckerei C. Trute, 1930. Die Arbeit über „Die Eidesdelikte im künftigen Strafgesetz“ führt  Prof. Bohne als Referent und Prof. Coenders als Korreferent auf, Tag der mündlichen Prüfung war der 14.2.1930.

Dr. Marcel Frenkel ist zurzeit nicht wikipedantisch erfasst, taucht lediglich als Randfigur auf im Artikel über den allerchristlichsten Minister Adolf Flecken:
„1950 entließ Flecken als neuer nordrhein-westfälischer Innenminister den Abteilungsleiter Marcel Frenkel. Frenkel war wichtigster Ansprechpartner der NS-Verfolgten auf der Ebene der Landesregierung. Er hatte sich zu Beginn der 1930er Jahre einen Namen als Verteidiger von NS-Gegnern gemacht. Er floh, da er jüdischer Herkunft war, in die Niederlande und schloss sich dort einer kommunistischen Widerstandsgruppe an. Mehrfach entging er knapp einer Deportation und verlor zahlreiche Familienangehörige in den Konzentrationslagern. Nach Kriegsende war er zunächst juristischer Berater der Vereinigung deutscher und staatenloser Antifaschisten (VDSA), bevor er nach Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen als Leiter der Abteilung Wiedergutmachung in das Landesinnenministerium übernommen wurde. Flecken nahm die politische Tätigkeit von Frenkel als „Betätigung gegen die demokratische Grundordnung“ zum Anlass, den ihm politisch unliebsamen Frenkel aus dem Dienst zu entfernen. Das Verfahren wurde bis zum Tod Frenkels 1960 nicht abschließend entschieden.“ 

Gesichert/ungesichert: Dr. iur. Marcel Frenkel, *24.05.1907 bis Y1960.

Rinks und lechts:

Martin Rath








Sonntag, 6. Januar 2013

verlog

In der Bildunterschrift und im Fließtext zum Dreikönigstreffen der F.D.P. übt sich der FAZ-Autor in einer selten zu sehenden grammatischen Wendung:
„Wir sind ein sympathischer Haufen von Freidenkern“, verlog Rainer Brüderle am Sonntag das Binnenklima im FDP-Präsidium.
Ich verlinke das hier einmal, mal schauen, ob und wann jemand über die Grammatik oder Freizügigkeit des Urteils stolpert.