Samstag, 29. Dezember 2012

Sorge dich nicht, lebe!

Der Klassiker von Dale Carnegie hat den Weg durch meine Augen in mein gehetztes Hirn nicht gefunden. Das wird wohl auch so bleiben.

Gestern hörte ich einen Bekannten indes über eine Goldfisch-Metapher in Carnegies Buch spotten: Der Mensch sei (vom doofen Carnegie vielleicht abgesehen) intelligenter als ein Goldfisch. Wenn Goldfische sich über ein Krokodil, das täglich einen der ihren fräße, keine Sorgen machen sollten, müsste das für den Menschen beim Baden im Goldfischgewässer längst noch nicht gelten.

Mir geriet daraufhin der folgende Text aus den Fingern. Nicht ganz gründlich durchdacht. Aber ein wenig neidisch war ich auf den Carnegie-Kritiker doch (wegen des Lächelns, natürlich). Weil sie in Facebook ein wenig verwaist erscheinen, dokumentiere ich meine güldenen Worte hier auch noch einmal:





Gut, Goldfische sind dämlich. Einverstanden. Dass man mit dieser Erkenntnis aber auch mehr oder weniger hübsche Frauen zum Lächeln bringen kann. Unglaublich. Da fällt mir doch mehr ein.

Tiermetaphernanalyse

Dämlich sind Goldfische, klar. Ein langer, dünner Schatten am Beckenteich ist ihnen vermutlich ein Reiher und kommt sie holen. Da Reiher vermutlich keine eben kleine Trefferquote haben, Goldfische bei langen, dünnen Schatten aber meist kollektiv verschwinden, obwohl sie einen Schnabelangriff selbst noch nicht überlebt haben dürften, kommunizieren die Fische wohl untereinander. Ich vermute, das „Schwupp“, mit dem man sie abtauchen sieht, warnt die Goldfischkollegen als Gefahrendiagnose des Schnellsttauchers.

Ein großer, fetter Schatten zeigt freundliche Menschen an, die Goldfischen etwas zum Teichvollkacken ins Wasser werfen. Das freudige Goldfischschwanzwedeln könnte auch eine Form von sozialer Verständigung sein – in Frage kommt hier aber auch eine schlichte Konditionierung, weil hier kein Lernen am fremden Goldfischobjekt erforderlich ist.

Zwischen großen, fetten und langen, dünnen Schatten unterscheiden zu können, ist kein Glanzstück der Intelligenz. Zum Fortpflanzen reicht es bei den Fischen, zu Höherem sind sie nicht berufen. Welche andere Lebensform mit Stoffwechsel das sonst wäre, sei einmal dahingestellt.

Es wäre vermutlich ein gutes Beispiel für einen bösen Demiurg, hätte er Goldfische mit Phantasie ausgestattet, die sie von langen, dünnen oder großen, fetten Schatten tagträumen ließe. 
Eine Satanodizee (Theodizee des Teufels) wäre es nachgerade, würde ihre Phantasie dann auch noch dazu ausreichen, sich ein sicheres Landleben als Frosch vorzustellen – wozu Evolutionsschritte von Jahrmillionen erforderlich sind, ganz egal, ihre Phantasie treibt sie voran: Sie müssten de Äonen doch durch sportliches Training überspringen können (tatsächlich findet man ja immer mal wieder in den Tod gesprungene Goldfische, freilich ganz ohne amphibische Individualqualifikation fürs Landleben). 
Ein besonders perfides Teufelswerk bestünde schließlich darin, Goldfische mit so viel Intelligenz auszustatten, dass sie ihre zeitliche Beschränktheit erkennen könnten („Sport lässt uns nicht die Evolution überspringen, aber man muss doch etwas tun können“) und/oder im Fischhirn architektonische Pläne für Reiherschutzbunker entwerfen ließe.

Sie müssten dann feststellen, dass ihnen die Hände fehlen, Schutzbunker zu bauen.
Ob das ein US-amerikanische Ratgeberautor meinte, als er den Goldfischen Optimismus im Angesicht der Raubtiere empfahl?

Man müsste Günther Anders-Stern fragen können, der die berüchtigte „Marie“ zusammenschrie, als die einem Käfer die Flügel ausriss (und mich zweifeln ließ, wer mir in seiner Fabel [in den „Ketzereien“, diesem schlimmen Klugscheißerbuch denke ich] unsympathischer war). 

Für diese Frage müsste ich aber erstmal raus aus dem Teich.

Sollte mir Dale Carnegie in die Hände fallen, würfe ich sein Buch in den Rhein (Bücherverbrennungen gab es in Köln zuletzt in den 1950er-Jahren und scheinen mir überhaupt etwas unsittlich). Man weiß ja sonst nie, wem das von einem Teichrand aus in die Flossen fiele.

Dienstag, 18. Dezember 2012

Vertrackt

Der Satz
Ray Kurzweil himmelt Computer an.
ist vielleicht ziemlich abgründig. Fragt sich, ob und wann „anhimmeln“ eine Verschiebung vom Emotionalen ins Materielle erfährt.

Samstag, 15. Dezember 2012

Ökotrottel, der - Kurz- und Kürzestdefinition

Ein Ökotrottel ist nach meinem Verständnis

  1. eine Person, die sich einer als umweltfreundlich bezeichneten Mode bedient, dafür selbst moralischen Mehrwert beansprucht, ohne für ihren Lebenswandel insgesamt eine relevante Bilanz ziehen zu wollen;
  2. Charles Battenberg-Windsor.