Sonntag, 18. November 2012

Wer einmal in der Schlange stand

Wen einmal ein ungünstiges Schicksal dazu verdammt hat, in der Schlange zu stehen, die sich im zentralen Postamt zu Köln-Mülheim stets dann bildet, wenn man soeben dazu verflucht wurde, dem Zusteller nicht treppwärts auflauernd begegnet, um ihn beim Einwurf einer Benachrichtigungskarte hinderlich zu sein, kann ermessen, welch geschäftsschädigenden Un- und Dummfug sich der große Allzweckbauchladen mit dem eigenwilligen Versand von nicht „FSK-geprüften“ Medien leistet.

Klar, dass die wohl niemals als deutsche Edition auf den Markt gebrachte Verfilmung der „Wonnen der Aspidistra“ nicht FSK-geprüft ist, handelt es sich doch um eine für den britischen Markt für Menschen ab 12 Jahren zugelassene Fassung.


Wir haben in Europa doch ein mitunter sogar hübsch-irrsinniges Regime der Rechtsvereinheitlichung, doch wenn ein US-Unternehmen die Angehörigen eines europäischen Landes vor den möglicherweise fehlerhaften sexualkundlichen Erkenntnissen der Behörden eines anderen europäischen Landes schützen kann - ja, dann tut es das auch.

Wer den Roman kennt, weiß, dass George Orwell ein ganz erlesener Spießer war. Er musste mit seinen Büchern schließlich etwas Geld verdienen, bis er der Welt einen husten konnte.

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