Montag, 5. November 2012

Alo, also Aloys Masloh

Möglicherweise zuletzt ausgeliehen bis zum 3. Juli 1953: Alo/Aloys Masloh, „Die Rechtsnatur der Gründergesellschaft einer Aktiengesellschaft aus dem Gesamtgründungshergang entwickelt“ - ob Herr oder Frau Brommerkamp Bibliotheksmitarbeiter/in oder Studentin/Student war, weiß man beim Blick auf den Fristzettel nicht („Referent: Prof. Dr. Planitz, Korreferent: Prof. Dr. Lehmann, Tag der mündlichen Prüfung: 28. IV. 39.“.

Aloys Masloh, der sich in NS-Zeiten lieber un-katholisch Alo nannte, spielte eine merkwürdige Rolle in der deutsch-französischen Auseinandersetzung um den Status des Saargebiets nach 1945. Zu seiner Arbeit für französische Geheimdienste kamen Kontakte in den Osten. Als Geschäftsführer der Verbraucherzentrale des Saarlands hatte er einen (bis heute wohl nicht ganz untypischen) halb politischen Posten. Er starb am 23. Januar 1998 (Herbert Elzer: „Die Schmeisser-Affäre“).



Hier der Lebenslauf aus der Dissertation:
Lebenslauf:
Ich bin im Jahre 1912 geboren. Vier Jahre Volksschule und neun Jahre humanistisches Gymnasium machten meine Vorbildung aus, als ich mich im Jahre 1933 an der Universität München einschreiben ließ. Ich studierte Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft — aber nicht ohne den anderen Fakultäten die gebührenden Besuche gemacht zu haben.
Anfang des Jahres 1938 legte ich an dem OLG Köln das 1. Staatsexamen mit dem Prädikate „gut" ab. Bereits seit längerer Zeit beschäftigten mich die Probleme der vorliegenden Dissertation, so daß diese Arbeit gleichsam das Produkt der wissenschaftlichen Arbeit meiner Studienzeit ist. Die Promotion schloß mit dem Gesamtprädikat „lobenswert“ ab.
Zu meiner wissenschaftlichen und beruflichen Ausbildung kam die politische Tätigkeit, die ich geradezu als das Kernstück, als die Antriebskraft zu der ersteren Betätigung ansprechen möchte. Schon als jungen Gymnasiasten hatten mich die Probleme der Zeit zu packen begonnen, die für mich als Saarländer notwendig unter den beiden Aspekten des heimatlichen saardeutschen Grenzkampfes und des Ringens des aufsteigenden Nationalsozialismus um die deutsche Seele stehen mußten. Es war somit durchaus folgerichtig, wenn diese Probleme, allmählich zu Aufgaben geworden, den Studenten der Rechte gänzlich auszufüllen begannen. Das trifft insbesondere zu für diejenigen Erscheinungen, die unmittelbar oder mittelbar das wissenschaftliche Leben an Deutschlands hohen Schulen berührten. Da indes alle Probleme des deutschen Lebens grundsätzlich ihre geistige Lösung an dieser Stätte suchen mußten und auch suchen, hatte ich das Glück inmitten des geistigen Geschehens der Zeit zu stehen.
Als Fachschaftsleiter; als Fachgruppenleiter; als Hauptamtsleiter f. Wissenschaft an der U. Köln; als Verbindungsreferent der Außenstelle West der Reichsjugendführung zur. Studentenschaft; als Stellv. Hauptamtsleiter f. Wissenschaft in der Reichsführung der d. Studentenschaft; als Verbindungsleiter zwischen der Reichsführung der Studentenschaft u. der Reichsarbeitsgemeinschaft f. Raumforschung; als Reichsspartenleiter im Reichsleistungskampf u. a. m. habe ich in dieser Zeit meine Pflicht gegenüber meinem Volke und mir selbst getan.
Ich habe auf mittlere Sicht keine Zeit, z.B. einen Wikipedia-Eintrag zu besorgen (von den scheußlichen Umgangsformen bei dieser Veranstaltung ganz zu schweigen). Möglicherweise wäre es von Interesse, auch das lokale Wirken dieses ausgeprägten Windhunds an der Universität zu Köln zu recherchieren. Vielleicht findet sich über diesen Blogeintrag ein Interessent.

Lechts und rinks:

Martin Rath




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