Dienstag, 2. Oktober 2012

Offensichtlicher Deppen-Test?

Silvana Koch Mehrin hat (ganz bestimmt zuerst) gesagt: „Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur wach.“

Weil ich es ohne Beleg, wer es ausgesprochen hat, über dem Blog „...Kaffee bei mir?“ lese, schaue ich einmal in der großen weiten Suchmaschine, von wem es stammt, das Zitat:
„Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur wach.“
Die Netzgemeinde schreibt es entweder einem Emanuel Kant zu, der bekanntlich der kleine Bruder von Manuela Kant aus Königsberg war, die ihn als Klassensprecherin der 2c an der dortigen Klippschule zum großen Demokratietheoretiker ausbildete.

Oder aber der Nummer 1 der Zitatschreibungen: Johann Wolfgang von Goethe, dem sein Fürst damals das Adelsprädiakt „von“ für seine Verdienste um die republikanische Staatsordnung in Weimar verliehen hat.

Ich habe mich, von einigen autodidaktischen Ausflügen ins Werk, nie annähernd so intensiv mit Goethen befasst wie frühere Zeiten es wohl von mir verlangt hätten. Weniger schwülstig formuliert: Ich weiß nicht, ob die Goethe-Zuschreibung zutrifft.

Wenn, dann würde er sie aber in einem ganz anderen Sinn verwendet haben, als die noch nicht einmal halbgebildeten Zitatwüstlinge heute:

Kinders, Papa Goethe, der Fürstenfreund, hält nix von Demokratie. Bleibt mal schön bei der ständischen Ordnung nebst geistiger Aristokratie, an der das Bildungsbürgertum, aber bitte nur bei der Hausmusik und im Theater, teilnehmen darf. Wenn fern, im welschen Land, die blutige Kasperei der politischen Demokratie beginnt, endet sie im diktatorischen Blutbad.

Einen soliden Zitatnachweis (diese Sache aus einem Buch mit Autor, Titel, Ort, Jahr und Seite) nehme ich dankend entgegen. Für einen Deppentest eignet sich das Zitat unterdessen aber prächtig.

Bis zum sicheren Beweis des Gegenteils behaupte ich: Die erste Person, die das große Wort gebraucht hat, war Frau Koch-Mehrin. Weil sie ist ja eine freie Demokratin und kommt aus Köln und kennt sich mit Zitaten aus.



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