Dienstag, 18. September 2012

Zu löschen: „Realitäten“?


In den Kommentaren zu dem ganz herzigen Interview mit der Piraten-Politikerin Marina Weisband lese ich, sie solle die Finger von der Politik lassen, dort herrschten ganz andere „Realitäten“.

Nach der Lektüre vom Schreibtisch aufstehen, ein Buch heraussuchen, das für einen Essay benötigt wird. Wegen eines Fortbildungstermins Gedanken machen, wie lange der Kaffee für seinen Weg durch den Körper braucht, um keine abscheulichen Aborte in öffentlicher Trägerschaft suchen zu müssen.

Vor der Lektüre, die vom Schreibtisch fortbewegt, war da eine Realität. Hinterher war da immer noch eine Realität. Alle Dinge sind dort, wo sie sein sollen oder man sie suchen muss.

Wo leben eigentlich Leute, die in „Realitäten“ zuhause sind?

Weil ich mir das doch sehr anstregend vorstelle, im Plural zu hausen, fände ich es doch recht klug, die „Realitäten“ außerhalb philosophischer Diskurse und theatralischer Praktiken sein zu lassen.

In der Realität, die ich kenne, möchte man nicht der Mann am rechten Rand sein, zumindest nicht so, wie abgebildet.

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