Montag, 2. Juli 2012

Elsass-Lothringen, 1871 bis 1918/19

Auf der eher vergeblichen Suche nach weiterführenden Hinweisen zu einem Hochverratsfall im deutschen Reichsland Elsass-Lothringen schaute ich auch eine ganze Anzahl von Dissertationen aus den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg durch, die sich mit einem Modethema befassten: der Stellung des Reichsstatthalters und der staatsrechtlichen Stellung dieses Territoriums im Deutschen Reich.

Bevor sich die schmalen Heftchen, die damals zur Konfirmation des Geistes angefertigt wurden, wieder auf den Rückweg in die Bibliothek machen, notiere ich hier nur die bio- und bibliografischen Daten.


Lebenslauf. Ich, Jeremias Michael Levy, bin geboren am 20. Juli 1889 zu Oberseebach als Sohn des Metzgermeisters Salomon Levy und dessen Ehefrau Octavie, geb. Cahen. Ich bin elsaß-lothringischer Staatsbürger jüdischen Glaubens. Mit 12 Jahren trat ich in das Gymnasium zu Weißenburg ein, siedelte 1904 nach dem Gymnasium zu Buchsweiler über, wo ich Michaelis 1909 mein Reifezeugnis erhielt. Nachdem ich 5 Semester die Staatswissenschaften an der Universität Berlin studiert hatte, wurde ich im Sommer 1912 als Nationalökonom an der Universität Erlangen inscribiert, wo ich am 23. Juli 1912 mein Doktorexamen bestand.
Jeremias Levy.
„Das Oktroi in Elsaß-Lothringen“, Diss. Erlangen, gedruckt 1913, Dekan war Geheimrat Professor Dr. Varnhagen, Referent Geheimrat Professor Dr. v. Eheberg.

Die weitere Dissertation mit Nachweisen:

Ich, Max Rosenfeld, wurde als Sohn des Kaufmanns Imanuel Rosenfeld in Grailsheim (Württemberg) am 17. April 1890 geboren. Nach Absolvierung der Oberrealschule zu Schwäb.-Hall im Jahre 1909 und der Ergänzungsprüfung in der lateinischen Sprache am Realgymnasium zu Stuttgart im Jahre 1910 besuchte ich 3 Semester mit dem Abschluß des Zwischenexamens die Erlanger Universität. Vom Sommer-Semester 1911 bis zu dem abschließenden Winter-Semester 1912-13 studierte ich in Berlin.
„Elsaß-Lothringen als Reichsland“, Diss. Greifswald, gedruckt 1916, Referent Professor Dr. Hubrich

Ohne biografische Daten:

Carl Klute: „Die Verantwortlichkeit des Reichskanzlers und des Kaiserlichen Statthalters von Elsass-Lothringen, Diss. Straßburg 1913, gedruckt 1913 in Hagen, Referent Prof. Dr. Laband

Rudolf Weyrich: „Die staatsrechtliche Stellung des Statthalters in Elsass-Lothringen und des Staatssekretärs“ Diss. Straßburg, gedruckt 1911, Referent Prof. Dr. Rehm

Wozu diese Dokumentation?

Vielleicht haben Familienforscher ihre Freude an den biografischen Angaben. Im Übrigen könnte man, wenn man zur Geschichte des akademischen Ab- und Aufschreibwesens arbeitet, diese juristischen Dissertationen, die ein 1918/19, spätestens aber 1945 abgeschlossenes Studiengebiet abdecken, einmal nach allen Regeln der epistemologischen Kunst prüfen.

Das dürfte es dann aber fast schon gewesen sein.

Nun zu den Lebenden:


Martin Rath











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