Sonntag, 17. Juni 2012

Erlösung, das muss doch nicht sein


Ich würde ja schon dazu neigen, Menschen, die mir Erlösung versprechen, mit körperlicher Gewalt zu drohen. Dazu müssten die Bibelkundler an meiner Wohnungstür denn aber doch noch ein bisschen schmächtiger sein. Über die körperlichen Qualitäten der Phrasendrescher, die dank Rundfunkstaatsverträgen morgens mein Radio vollschleimen, weiß ich nichts, vermute aber, dass es sich um ältere Menschen mit weiteren Defekten handelt. Die schlägt man ja nicht.

Ach ja, ältere Menschen: Hans Ulrich Gumbrecht bloggt bei der FAZ unter anderem über den Gebrauchswert der Erlösungsphantasie für faschistische Bewegungen. Ein netter kleiner Beitrag.

Eine Frage hätte ich nur noch: Drischt man nicht im Zweifel stets auf jene Seelenaufkäufer, deren semantisches Vermögen angestaubt ist, wie eine alte Reklame? Bei Sonnenlicht (meine schwierigsten Chilisorten brechen gerade frisch durch den Boden, hurra, hurra, hurra), will ich mich dieser Frage aber nicht wirklich stellen: Ihr nachzugehen, das bedeutet wohl, einer kulturpessimistischen Paranoia zu folgen, die in der „Normalität“ der westlichen Zivilisation noch dialektisch böse Verheißungen aufspüren möchte.

Nun, es ist Sonntag.


+ + + + Nachtrag 18. Juni + + + +

So wie es hier Rechtsanwalt Gerd Meister beschreibt, kann man sich natürlich auch um die Erlösung herumdrücken. Aber wer will dafür eigens Jura studieren und sich mit dem „Kindergarten“ (RA G. Strate) der Juristerei, dem Strafrecht, vertrauter machen als es die Prüfungsordnung verlangt?

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