Donnerstag, 19. April 2012

Blondinenwahlkampf jetzt auch vor meiner Tür

„Bezahlbare Energie statt teure Ideologie. Sonst findet Wirtschaft woanders statt.“

Mit diesen Worten hängt der neueste Blondinenwahlkampf der F.D.P. jetzt auch vor meinem Fenster. Im Hintergrund sieht man auch vorbeirauschen, was die sogenannten Liberalen wohl unter sinnvoller Energienutzung verstehen: schätzungsweise die Hälfte der Menschen, die an diesem Plakat vorberauschen, fährt ein überdimensioniertes Kfz, das mit einer Person besetzt ist.

Über die Frage, ob höhere Energiekosten nicht zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigungseffekten führen, möchte ich gar nicht richten. Was mich aber anficht, sind die Vokabeln der Bezahlbarkeit und der Wirtschaft.

Dass in jeder menschlichen Gesellschaft jenseits der Kleinkinderkrippe und diesseits der Schwerdementenverwahrung so etwas wie „Wirtschaft“ stattfindet, es von den beiden genannten, etwas apokalyptischen Orten abgesehen, nirgendwo auf diesem Planeten einen Ort gibt, an dem zwischen Menschen keine Wirtschaft abläuft, dieser Umstand macht das „woanders“ unsinnig - es sei denn man übersetzt es  mit dem Gedanken: Für die F.D.P. ist der Benzinpreis (nebst anderen Energiepreisen) das, was für die Sowjetkommunisten der Brotpreis war - ein Gut, dessen Preis niedrig zu halten ist, ungeachtet der damit verbundenen Konsequenzen.

Wer von Bezahlbarkeit spricht, der weckt Sozialneid. Egal um welches Gut es geht. Das sollen sich die sogenannten Liberalen einmal hinter den Tankdeckel schreiben, für den Fall, dass sie später noch einmal Gelegenheit bekommen sollten, sich über die Neidkampagnen der Anderen zu beschweren.

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