Dienstag, 20. März 2012

Michael Salewski „kürzlich verstorben“


Oben im Bild: Die Ausbildung des bekannten „Bürgers in Uniform“ avant la lettre durch den auch später damit betrauten Bildungsbeauftragten. Man muss nicht seekrank werden, um eine gewisse Grundübelkeit zu empfinden.

In einer im Übrigen hörenswerten Sendung auf Deutschlandradio Kultur zur Inbetriebnahme des ersten neu gebauten U-Boots der deutschen Kriegsmarine nach dem letzten größeren Krieg stellte der doch recht medienbekannte Historiker Bernd Ulrich den weitaus weniger bekannten Kollegen Michael Salewski als „kürzlich verstorben“ vor.

Im vergangenen Jahr habe ich für einen Freund noch antiquarisch ein Exemplar von Salewskis „Zeitgeist und Zeitmaschine“ beschafft, ein Buch, das ich seit 1986 besitze und bestimmt zwei Mal mit Erkenntnisgewinn gelesen habe.

Der erste Schreck des heutigen Morgens, dass ich in den vergangenen Wochen einen - jedenfalls für mich - prominenten Todesfall nicht „mitbekommen“ haben könnte, legte sich bei einem Blick in die Wikipedia.

Als Todestag von Michael Salewski ist der 4. Mai 2010 verzeichnet, was hoffentlich auch für einen Historiker kein „kürzliches“ Ereignis ist. Denn, würde das berufliche Zeitempfinden derart aufs lebensweltliche abfärben, müsse sich ja ein Astrophysiker wie eine Noch-nicht-einmal-Eintagsfliege im Universum fühlen.


Das war nun der zweite Fall, in dem ich mich nach dem „Qualitätsmanagement“ der Sendung „Kalenderblatt“ frage, zu deutsch: nach der redaktionellen Kompetenz. Vor Wochen wurde, ich glaube zum Jahrestag der Erstproduktion einer Chemikalie in den Labors der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin, damals zu Kaisers Zeiten, von einem Chemiker, der die Umbenennung dieser Einrichtung vielleicht gar nicht mehr miterlebt hat, der Ort seiner Erkenntnis als Humboldt-Universität vorgestellt. Das hatte etwas von einer Sendung über die Kochkurse der Gattin des Armin Cherusk an der Volkshochschule von Bielefeld, kurz bevor die italienischen Truppen einmarschierten, den Nordrhein-Westfälinen und -falen die Pizza aufzuzwingen.



Nachtrag: Ein Kollege weist via Google plus (Neugierige bitte dorthin wechseln) auf das Stehsatz-Problem hin. Die Sendung könnte schon einige Zeit auf ihre Ausstrahlung gewartet haben. Als Online-Schreiber mit kurzen Wartefristen war mir dieser Aspekt zugegebenermaßen nicht besonders präsent. Die Aussage oben werde ich aber nicht überarbeiten. Auch kräftiges Dahergeschimpfe über mögliche Irrtümer soll schließlich öffentlich bleiben - fällt es eben auf mich zurück.




Rinks und lechts:


Martin Rath








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