Montag, 5. März 2012

Schwangerschaftsabbrüche - mich hat die Zahl verblüfft



Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland (soweit statistisch erfasst) lag laut Frankfurter Allgemeine im vergangenen Jahr bei 108.900 Fällen. Hätte mir irgendein Radio-/TV-Mensch in der Fußgängerzone das Mikro unter die Nase gehalten und nach einer geschätzten Zahl verlangt, hätte ich vermutlich auf eine Zahl zwischen 10.000 und 30.000 getippt.


Ich bin über diese Zahl erstaunt, zumal der Anteil der minderjährigen und der über 40-jährigen Frauen bei rund vier bzw. rund acht Prozent gelegen haben soll. Das wären rund 13.000 Fälle.


Auch bei strikt säkularer Betrachtungsweise, etwa der von Norbert Hoerster dargestellten individual-utilitaristischen Ethik des Schwangerschaftsabbruchs, könnte die Zahl von 95.000 Schwangerschaften, die von Frauen im geschäfts- und einsichtsfähigen Alter (und einige Zeit vor dem Klimakterium) abgebrochen wurden - sagen wir: den Anfangsverdacht auslösen, dass hier etwas nicht richtig läuft. Oder grundsätzlich verkehrt.


Denn die Opportunitätskosten von Alternativen zu einem Schwangerschaftsabbruch sollten jedenfalls für diese Altersgruppe deutlich niedriger liegen.
Dass Vertreter einer deontologischen Ethik, je nach Setzung oder metaphysischer Satzung, angesichts der Zahl ohnehin Zeter und Mordio schreien, ist eine andere Sache, der Gehör zu schenken vermutlich am allerwenigsten bringt. (Völlig fremd ist mir die Perspektive insofern nicht, als mein UBW [sollte ich eines haben] die Zahl von 10.000 bis 30.000 vermutlich aus der Statistik der Tötungsdelikte zusammengegoren hat.)


Über die Zahl jedenfalls der 95.000 könnten sich aber Utilitaristen/Säkularisten und Deontiker vielleicht ausnahmsweise nach Jahrzehnten Fundametalgeschrei gemeinsam Gedanken machen. Hierzulande sollte das möglich sein (um von den ehemals britischen Strafkolonien abzusehen).
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