Donnerstag, 8. März 2012

Bleibt leider ungelesen: Axel E. Freiers Multi-Kondratieff-Zyklen


Seit Otto Michael Blume, Geschichtspädagoge zu Düsseldorf, gegen Ende seines zweijährigen Unterrichts einmal Kondratieff-Zyklen auf die Tafel zeichnete (Kreide auf Plastik, gibt es das eigentlich noch?) und sich mir diese Lektion das als bemerkenswert esoterischer Ausrutscher ins Gedächtnis haftete (ob zu Recht, muss dahingestellt bleiben), wollte ich mich der Sache einmal annehmen.

Von Evolution und Autopoiesis habe ich ja inzwischen, die Anekdote spielte 1995, einen vagen Begriff, „Emergenz“ kam als zu knackende Modevokabel hinzu. China, seit 1985 ein mindestens beiläufig gepflegtes Thema, reizte bei äußerem Augenschein, dieses Buch eines inneren zu würdigen.

Leider ist es in meiner aktuellen Leseökonomie nicht zu stemmen. Um in den Regalen einer Universitäts- und Stadbibliothek zu versauern (tun das Bücher eigentlich noch?), scheint es mir aber doch zu schade. Bleibt mir, sein Fortkommen aus den Regalmetern ein wenig zu befördern, indem ich einige Zitate online stelle - aus dem Vorwort - und es dann mit Bedauern über die kurze Lebensfrist zurückzutragen.

Bibliografie: 
Freier, Axel E. „Multi-Kondratieff-Zyklen in der chinesischen Wirtschaftsgeschichte. Eine holistische Theorie über die innovatorisch-iterative Evolution, die Entwicklungsfähigkeit und die Autopoiese volkswirtschaftlicher Systeme“ Marburg 2007 (Amazon-Link)

Zitate:
„Es herrscht ein durchaus ambivalentes Verhältnis: einer China-Euphorie und den damit verbundenen Investitionsvorhaben steht eine Outsourcing-Welle in der deutschen Wirtschaft gegenüber, die Arbeitsplätze kostet.“
„(W)irtschaftstheoretisch bedeutet dies den Einstieg in Basisinnovationen und ihre konsequente Förderung. Basisinnovationen erzeugen so viele Koppelungswirkungen, daß für alle beteiligten Standorte mehr als die Brotkrumen eines globalisierten Wettbewerbs übrig bleiben. Das ‚wie‘ führt zurück zur Frage daoistischer Aktionsparameter.“
„Alle diese angesprochenen Prozesse bewirken, daß mittlerweile nicht nur geringer qualifizierte Arbeitnehmer um ihre Positionen fürchten müssen, sondern auch höchstqualifizierte Akademiker vom Outsourcingprozeß erfaßt werden und ihre Jobs an Kollegen in Indien oder China abtreten müssen. Einbußen und Stagnation der Realeinkommen – seit über einem Jahrzehnt in Deutschland die Normalität – sind die Folge. Auch eine Superqualifikation der Arbeitskräfte bietet keinen Ausweg aus einer innovationsschwachen Wirtschaft. “  (a.a.O. Seite IV; Hervorhebungen i.O.)

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