Donnerstag, 12. Januar 2012

Von der Orska bis zum Semler

Berlin muss ein Dorf sein.

Ein später nach Lateinamerika emigrierter jüdischer Rechtsanwalt aus Berlin erwähnt in einem 1930 erschienenen Gesetzeskommentar eine Maria Orska, die sich mit Rauschgift das Leben nahm.

Sie wurde in jungen Jahren von der Berliner Salonlöwin Edith Andreae, der Schwester von Walther Rathenau protegiert, was sich nachzuschlagen anbot, weil der Mülheimer Industriellenfamilie Andreae bei mir um die Ecke eine Straße gewidmet ist.

Im Eintrag zu Frau Andreae findet sich der Name Ursula Herking, eine weitere junge Künstlerin aus ihrem Kreis. Sie wurde in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg u.a. als Kabarettistin bekannt und war zeitweilig mit einem Mitgründer der CSU verheiratet.

Zu den Söhnen, die aus dieser Ehe hervorgingen, zählt Christian Semler, den man zumindest als taz-Autor kannte, als man die taz noch las.

Berlin ist bestimmt ein Dorf.

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