Montag, 16. Januar 2012

Plagiat in juristischer Dissertation aus Erlangen

Dissertation Dr. Nerepka von 1929

Aber keine Sorge, der approbierte Doktor stammt vom 14. Mai 1929, hieß Arthur Nerepka und leitete seine Dissertation unter dem Titel „Die ärztliche Berufstätigkeit im Hinblick auf das Opiumgesetz und seine Ausführungsbestimmungen“ mit den gleichen Worten ein, die auch Dr. Louis Lewin und Dr. Wenzel Goldbaum für ihren Kommentar zum Opiumgesetz (1. Auflage 1928 im Verlag von Georg Stilke, Berlin) fanden.

Kommentar zum Opiumgesetz Dres. Lewin/Goldbaum von 1928

Wer Schwierigkeiten mit der Fraktur hat: „Es gibt nicht wenige Unheile in der Welt, von denen Menschen heimgesucht werden. Zu dem bekannten eisernen Bestande der ...“.

Durchgeprüft, wie weit sich die Überschneidungen durch den Rest der Arbeit ziehen, habe ich sie nicht. Interessant ist immerhin, dass sich die Dreistigkeit, gleich in der Einleitung mit der Fälschung zu beginnen, nicht erst in Guttenberg-Zeiten feststellen lässt. Auch die feinen Änderungen im zweiten Satz sprechen für zeitlose Plagiatstechnik.

Ach, und auch wenn ich das hier nicht weiter prüfe: Erwischt werden sie alle, früher oder später.

Die Doktorarbeit erschien in der Buchdruckerei Karl Döres, Erlangen, Jägerstraße 3, Telefon 521.










Martin Rath




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