Montag, 23. Januar 2012

Marktwirtschaftsfans kopieren Pharmazeuten?


Heute findet sich in der Frankfurter Allgemeinen (Seite 3, unten) eine Anzeige der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die ein lächelndes Kind mit merkwürdiger Brille und Knopf im Ohr zeigt. Die Legende erklärt, womöglich der Junge („jemand“ - muss also nicht das abgelichtete Kind sein) habe dank technischen Geräts einen „Teil seines Augenlichts“ zurückgewonnen.

Der weitere Text verknüpft dieses medizinische „Wunder“ mit dem Wirtschaftswachstum, das es uns beschert hat. Keine Einwände soweit, ein bisschen kurzschlüssig, aber was will man von Leuten erwarten, die tag ein, tag aus mit nichts anderem als neoklassischer Wirtschaftstheorie hausieren gehen.

Bemerkenswert finde ich, dass die INSM das Bild vom lächelnden Kind von einer - wenn mich meine klassische Sehhilfe (thailändisches Produkt einer hongkonger Firma mit deutscher Bodenstation) nicht täuscht -  kalifornischen Firma ausborgen muss, die hinter den Second Sight Medical Products steht. Ob man so die deutschen Ganzheitlichkeits-, Wachstumskritik- und Bauchgefühlszausel, denen ein Stück klassischer Wirtschaftstheorie unterzujubeln ja noch ein Werk des Heiligen Geistes wäre, mit der überseeischen Erfolgsgeschichte auf den Weg der Erkenntnis führen wird? Gibt es solche Geschichten nicht auch aus heimischem Anbau?

Im Übrigen: Waren solche Bild-/Legendengeschichten nicht unlängst Gegenstand von Kampagnen des Verbands forschender Pharmaunternehmen? Ein derart evidentes Übernehmen von Motiven und Tendenzen, auf mich wirkt das etwas billig.


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