Mittwoch, 11. Januar 2012

Den König zum Duell fordern?


Fritz-Jochen Kopka spielt hier ein bisschen mit dem Gedanken, der Konflikt Wulff-Dieckmann hätte sich auf klassische Weise - also im Duell - doch reizvoller ausgenommen. So erfreulich die Idee schon aus Gründen der Traditionsstifung ist, allen Beteiligten zudem Lebenszeit und dem Staat Niveau erhalten hätte, als Ersatzmonarch dürfte Christian Wulff nicht um Satisfaktion angegangen werden noch sie fordern (übrigens auch ein gern übersehener Hintergrund der archaisch im Strafgesetz verbliebenen Majestäts- respektive Präsidentenbeleidigung). Das entspräche nicht den Regeln des Duells. Monarchen treten nur untereinander ins Duell, indem sie sich den Krieg erklären. Dass der Bundespräsident erhöhten Ehrenschutz durch die Strafjustiz genießt, bestätigt seine Neutralität in Duellsachen zwischen Untertanen von Stand.

So könnte man wohl mit viel bösem Willen Christian Wulffs altbackene Lateinlehrermetapher vom Rubicon als Kriegserklärung verstehen. Allein, der BILD-Chef ist kein Ersatzmonarch, womit die Äußerung des Bundespräsidenten schlicht fehladressiert war.

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