Samstag, 23. Juli 2011

Standarisierung, Stand-Arisierung

Ich lese gerade eine akademische Arbeit gegen, in der recht häufig der Begriff „Standardisierung“ in der tippfehlerhaften Version „Standarisierung“ vorkommt.

Man fühlt sich, ausreichend finstren Humor vorausgesetzt, aufgerufen zu fragen: Stand-Arisierung? Hatten es die Raubritter des NS-Staats von der Dresdner Bank bis zum guten Herrn Schickedanz nicht gern eine Nummer größer? „Stand“, das klingt so nach dem kleinen Gemüsehändler, bei dem nicht arisiert, sondern gleich zu Klump geschlagen wurde.

Und außerdem: Dass sich jemand Gedanken über die ethnische Herkunft von Gemüsehändlern machte, ist erst aus der allerjüngsten Vergangenheit überliefert. Der entsprungene Bundesbanker lässt grüßen.

Höchstens analog zum Stand-Recht ergibt das Wort Stand-Arisierung also einen Sinn.

Aber nein. Götz Aly muss nicht einen neuen Fall übernehmen. Es ist ja nur ein Tippfehler.

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