Montag, 11. Juli 2011

Skepsis! Sofort! Anfallsartig!

Im SPIEGEL von heute (Seite 35) findet sich aus der Biografie eines der Söhne von Helmut Kohl folgender Passus:
„In den siebziger Jahren erschüttert der Terror der RAF die Republik, bald müssen die Kohl-Kinder von einem Begleitkommando des Bundeskriminalamts zur Schule gebracht werden. Morgens wartet ein violetter BMW vor der Haustür, in der Seitentür steckt eine Maschinenpistole von Heckler & Koch. Zu den Jugenderinnerungen von Walter Kohl gehört, wie er die Waffe in unbeobachteten Minuten auseinanderbaute und dann wieder zusammenfügte.“ (Hervorhebung von mir)

Ich weiß nicht, wie kritisch heutzutage beim Print-SPIEGEL die Dokumentarabteilung mit ihren Redakteuren ins Gericht geht. Ich würde an dieser Stelle geprüft haben, ob den Kohl-Kindern zum Zeitpunkt der erinnerten Waffen-Basteleien TV- oder Kinofilme zugänglich waren, in denen sie dargestellt wurden.
Auf den ersten Blick wirkt das auf mich wie eine (unbewusst) „erfundene Erinnerung“ - ein Phänomen, das seriösen Historikern das Phänomen des Zeitzeugen so abstoßend macht.





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