Freitag, 29. Juli 2011

Was ist es, das uns geschmacklos denken lässt, abgeschmackt, geschmäcklerisch?

Zugegeben, die Überschrift dieses Postings ist ein etwas bemühter Versuch, sich an Dantons Grübelei anzulehnen, wie sie Georg Büchner erfunden hat.

Manchmal erwische ich mich aber bei diesen kabarettistischen Gedanken (Gallenstufe Beltz forte), wie heute bei der Lektüre von Seite 1 der SZ vom Mittwoch. Das Titelthema steht unter der Überschrift (zum norwegischen Massenmörder):
Verteidiger hält Breivik für geisteskrank
Im Kasten unter dem Titelhauptthema, in dem die SZ-Redaktion gern allerlei moralische Fragen abhandelt, finden sich folgende Überschriften:
Das Leid der Lokführer
Angehörige eines Selbstmörders sollen Schmerzensgeld zahlen
Was denkt das schwarzgallige Gehirn? Das denkt es fröhlich vor sich hin: Wären Lokführer mental wie Breivik gestrickt, würden die Eisenbahn-Suizide weniger Leid produzieren.

Aber über die soziale Funktion von Psycho- und Soziopathen wird ja insgesamt ungern nachgedacht. Ich vermute, das hängt mit einer Art umgekehrtem Barnum-Effekt zusammen: Einige der negativen Eigenschaften entdeckt auch der freundlichste Gemütsmensch an sich, darum mag er sich mit der ganzen Übelkrähe (Ü.-: keine Anspielung auf ihn, eher schon auf ihn) nicht mehr auseinandersetzen.


Sonntag, 24. Juli 2011

SPIEGEL-Autor bei Winehouse-Nachruf bekifft?

Selbst im Garten des Edelbarden William Shakespeare fanden sich Restspuren von Kokain und Halluzinogenen.
Marc Pitzke schreibt auf SPIEGEL ONLINE über den Tod von Amy Winehouse. Abgesehen vom üblichen Schwachsinn - ach, was hängen doch Kreativität und Suchterkrankung zusammen // wer es glaubt, wird zwar nicht selig, guckt aber öfter glasig - bietet sein Artikel noch dieses hübsche Fundstück, oben zitiert, aus der Rappelkiste des historisch wohl komplett frei Erfundenen.

Schaut man über den SPIEGEL-Jargon, der an die Tage des rührigen Rudi Augstein erinnert („Edelbarde“), freundlich hinweg, bleiben noch genügend adrenalintreibende Befunde in kurzen Worten zu bewundern:

1) Wir wissen sicher, wo der Garten eines Dichters namens William Shakespeare lag.
2) In diesem Garten fanden sich Kokainspuren. (Ob Master William ein Gärtlein in den Anden hatte?)
3) Das Zeug lässt sich nach 400 Jahren nachweisen, obwohl es erstmals vor rund 150 Jahren produziert wurde.

Was für ein Kraut hat wohl dem edlen Pitzke die Finger über die Tastatur schweben lassen?

Nichts gegen dumme Artikel. Aber der Unfug sollte dem Leser bitte nicht mit dem nackten Hintern ins Gesicht springen.

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Samstag, 23. Juli 2011

Standarisierung, Stand-Arisierung

Ich lese gerade eine akademische Arbeit gegen, in der recht häufig der Begriff „Standardisierung“ in der tippfehlerhaften Version „Standarisierung“ vorkommt.

Man fühlt sich, ausreichend finstren Humor vorausgesetzt, aufgerufen zu fragen: Stand-Arisierung? Hatten es die Raubritter des NS-Staats von der Dresdner Bank bis zum guten Herrn Schickedanz nicht gern eine Nummer größer? „Stand“, das klingt so nach dem kleinen Gemüsehändler, bei dem nicht arisiert, sondern gleich zu Klump geschlagen wurde.

Und außerdem: Dass sich jemand Gedanken über die ethnische Herkunft von Gemüsehändlern machte, ist erst aus der allerjüngsten Vergangenheit überliefert. Der entsprungene Bundesbanker lässt grüßen.

Höchstens analog zum Stand-Recht ergibt das Wort Stand-Arisierung also einen Sinn.

Aber nein. Götz Aly muss nicht einen neuen Fall übernehmen. Es ist ja nur ein Tippfehler.

Freitag, 22. Juli 2011

5,537459283387622 Prozent, beschämend


Den Fernseh-Apparat habe ich schon seit einiger Zeit abgeschafft, jetzt kam mir in den Sinn, was sich mit der sonst weggeflimmerten Zeit sinnvoll anfangen ließe: noch mehr lesen.

Dieser Tage fiel mir nämlich eine hübsche Liste in die Hand, auf der 307 literarische Titel verzeichnet sind - Bücher, die zwischen 80 und 150 Seiten Umfang haben. Was mir fehlt, ist schon beschämend, fast 94,5 Prozent der Bücher habe ich noch nicht gelesen, nur 5,537459283387622 Prozent oder in ganzen Zahlen: 17 Stück sind mir schon geläufig.

Einiges Weitere habe ich sogleich bei Amazon bestellt (erstaunlich, wie preisgünstig viele gebrauchte Bücher zu haben sind). Ich schätze, in zwölf bis 24 Monaten sollte ich mit dem Rest durch sein. Wer meinen geistigen Fortschritt fördern möchte wird dort fündig:

Wunschliste: Literatur rund um die 100 Seiten

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Donnerstag, 21. Juli 2011

Fehlerfunde, nachträgliche

Das hier beschriebene Ärgernis kennt jeder, der mit publizierten Texten zu tun hat: vom Erstlings- bis zum Alterswerk. Man kann es reduzieren, nah bei Null ankommen. Und dann schlägt man 20 Jahre später ein Buch auf und findet doch noch etwas.

Die größten Gewissensqualen erleiden dabei, wenn mich meine Beoachtungen nicht täuschen, jene Autoren, die den gerinsten Anlass dazu haben. Womöglich ließe sich das sogar einmal in mathematisch hübschen Kurven abbilden.

Gute Idee, womöglich

Nachzubereiten. Womöglich.

Gehört oder ungehört: Fundamentalistenkuschelecke im Radio



Heute Morgen im sogenannten Wort zum Tage im Deutschlandradio Kultur, übte sich der Morgenandenker Pfarrer Dr. Rainer Stuhlmann im Verständnis für Bundeskanzlerin Merkels Äußerung in Sachen „Tötung von Usama Bin Ladin“.

Mich hat’s aus dem Bett getrieben. Ich frage mich, was – jenseits rundfunkstaatsvertraglicher Kirchenprivilegien – eigentlich solchen Rotz im Radio rechtfertigt. Stuhlmanns Methode: Man unterstelle der kritisierten Position möglichst üble Gefühle, der zu bestärkenden Position möglichst erfreuliche (und rechne sich dann zu allem Überfluss selbst zu einer noch höheren Moral).

Das sah dieses Mal schrittweise ungefähr so aus:

1. Die Empörung von Grünen, Sozialistinnen und Liberalen über die Freudenäußerung von Kanzlerin Merkel anlässlich der Tötung Usama Bin Ladins sei der Versuch, sich zu Moral-„Apostelinnen und Aposteln“ (der Mann sprach gar gendersensibel, Protestant halt) aufzuschwingen.

2. Als bibelkundiger Mensch habe er dazu eine kritische Ansicht von Wert.

Hier erzählt er dann aber ein – apokryphes! – jüdisches Märchen vom Jubel der Engel und den Tränen Gottes nach dem Tod der Ägypter im Roten Meer (Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, man kennt das: Charlton Heston teilt die See etc.). Mit der „Kirchenzucht“ scheint es bei den Protestanten ja nicht weit her zu sein, wenn jetzt schon das Nacherzählen außerbiblischer Geschichten als Ausweis von Bibelkunde herhalten muss. Wir vernachlässigen diesen Teil, weil der Morgenandenker dann fast schon wieder in den rhetorischen Pastorinnen-Weisheit-aus-dem-Alltag-klauben-Modus wechselte („Gestern beim Brötchenkaufen sprach ich mit der Verkäuferin...“) – und hier wird es etwas eklig:

3. Der Morgenandenker erklärt, dass sich doch die Kritik an Merkel ganz anders ausnähme, fühlte man mit den Witwen der von Usama Bin Ladins Leuten ermordeten Männer mit, denen es erlaubt sei, sich über den Tod „vieltausendfachen Mörders“ zu freuen.

4. Diese Freude zu antizipieren, wie es Merkel tat, sei eine gute Sache. (Wenn ich es richtig verstanden habe: Eine Leistung von Morgenandenkers pastoralem Alltag.)

5. Die Freude der Bundeskanzlerin sei insoweit legitim.

6. Der Morgenandenker erklärt sich abschließend zu einem fast noch besseren Menschen, weil er den märchenhaften Tränen Gottes mehr/genau so viel abgewinnen kann wie dem Lachen der Engel.

Was für ein Rotz.

Kein Wort davon, dass „der Bundeskanzler“ (m/w) ein Staatsorgan ist, das in seinen öffentlichen Äußerungen nicht allein Gefühlen Ausdruck verleihen darf, die er/sie privat gerne haben mag. (Wenn man schon die In-fremde-Köpfe-Gucken-Methode anwendet, ließe sich der Merkel'schen Äußerungen übrigens auch ein knallhart machiavellistisches Kalkül unterstellen.)

Kein Wort davon, dass auch Mördern gemeinhin ein ordentlicher Prozess zusteht.

Dann diese unsägliche Anbiederung an die Witwen der Al-Kaida-Opfer. Womöglich haben sie ja gar kein Gefühl der Befriedigung erlebt, sondern einfach nur Trauer darüber, dass auch die Tötung des mutmaßlichen Mörders ihnen ihre Lieben nicht zurückbringen wird. Ich will mich da nicht so heranschmieren, wie es vorhin im Radio zu hören war. Die Alternative zur ‚berechtigten Freude‘ ist hier aber zu formulieren, um aufzuzeigen, wie unverschämt wirklichkeitsabstinent die Herangehensweise ist.

Würde beispielsweise eine radikal feministische Dame wie Nadine Lantzsch eine vergleichbare Mischung aus Mutmaßung und Fundamentalismus im Deutschlandradio Kultur entzapfen, das Senderhaus am Hans-Rosenthal-Platz stünde bald in Flammen. Feldprediger haben dagegen ihre staatsvertraglich abgesichterte Narrenfreiheit.

Montag, 18. Juli 2011

Ist das Jahr 3 Sekunden länger geworden? Mache ich einen Denkfehler?

Im Beihefter zur NEON Juli 2011 fand sich eine Notiz, die „Unnützes Wissen“ enthalten soll. Möglicherweise handelt es sich um einen U-Boot-Eintrag, wie er von Lexikonredaktionen verwendet wird, um etwaiges Abschreiben zu überwachen: falsches „Wissen“, das einfach auffallen muss, soweit man kritisch mit dem Eintrag verfährt und ihn nicht textblockweise in ein fremdes Werk übernimmt. Ich zitiere den inkriminierten Eintrag:
„13. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Erde im Jahr 2600 eine halbe Stunde mehr brauchen wird, um sich einmal um die eigene Achse zu drehen. Ein Tag wäre dann 24,5 Stunden lang.“
Das lässt stutzen. In den nächsten rund 600 Jahren soll sich der Tag also um 1.800 Sekunden verlängern. Also - räusper - drei Sekunden pro Jahr? Die Enzyklopädie der leicht verfügbaren Halbbildung sagt: Es sah bisher doch nach ein bisschen weniger aus:
„Die Auswertung zahlreicher Beobachtungen aus den letzten 2700 Jahren zeigt, dass die Tageslänge während dieses Zeitraums im Mittel um etwa 17 μs pro Jahr zunahm.“
Man sollte annehmen, dass das mehr Lesern auffällt. Ist es? Oder liegt bei mir ein grundsätzlicher Denkfehler vor?
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Samstag, 16. Juli 2011

Verhörszene - grobe Übersetzung



The interrogation scene in machine translation:

Otto Ludwig Piffl (Horst Buchholz): No, no, enough! They should stop! Listen I want to sleep! I want to sleep! Sleep! Let me sleep yet! Let -
Cop 1: Are you an American spy?
Otto Ludwig Piffl: No!
Cop 1: Who are you working? CIA?
Otto Ludwig Piffl: No! I want to sleep.
Cop 2: Are you an American spy?
Otto Ludwig Piffl: No!
Cop 2: Are you an agent of Allen Dulles?
Otto Ludwig Piffl: Let me sleep. I just want to sleep.
Otto Ludwig Piffl: Stop it! Stop it! I can not stand any more! I confess! I confess! I confess! I confess!
Cop 1: You confess? What?
Otto Ludwig Piffl: Everything.
Cop 1: Are you an American spy?
Otto Ludwig Piffl: Yes, I am an American spy. Yes, I work for the CIA. Yes, I am paid by Wall Street. Yes, I am a secret agent of Allan Dulles. Yes! Yes! Yes!
Cop 1: Sign up!
Borodenko: Borodenko, Russian secret police! Do you have a prisoner named Piffel?
Cop 1: Jawoll!
Borodenko: We want him. We take him also!
Cop 1: Here is his confession. He is an American spy.
Borodenko: American spy? Moment!

The police have a slight Saxon accent. Actually a very cute and erotic German dialect, which makes the scene once more a little bit cynical and amusing.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Political Correctness Anno pief

Political correctness ist keine Erfindung der Gegenwart. Vor 100 Jahren dürfte es in akademischen Kreisen selbstverständlich (unwidersprochen, bei Widerspruch mit diffus gehaltenem Rechtfertigungsaufwand versehen) gewesen sein, beispielsweise
  • einen „gepflegten“, nicht direkt gewaltbereiten Antisemitismus zu kultivieren;
  • anti-egalitär und anti-intellektuell aufzutreten (den „Intellektuellen“ hatten den Franzosen gerade erst in der Dreyfus-Affäre erfunden);
  • so hübsche Dinge wie die Bestrafung sozialdemokratischer Bergarbeiter zu goutieren, weil sie einen Grabzug angeblich zur politischen Demonstration umgewidmet hatten.
In Italien z.B. dürfte vor 100 Jahren der Mief eines talibankompatiblen Katholizismus - Taliban? Quatsch! ecclesia triumphans - in jede kulturelle Nische hineingewirkt haben. Das sollte man vielleicht mitbedenken, bevor man heute allzu forsch den armen Antonio Gramsci zum Vordenker angeblicher „political correctness“-Kartelle rot-grüner Bauart erhebt, wie das Klaus Schroeder in diesem Politischen Feuilleton tut.

So bescheuert ich vieles finde, was heute als pc gilt: zum Beispiel die sogenannte „geschlechtersensible Sprache“ - bei allen vermeintlichen pc-Kartellen linksgrüner Art denke ich gelegentlich an eine Zeit, in der das pc-Kartell von vernarbten Korpstudenten gepflegt wurde.

Man muss die diskussionserschwerende Wirkung heutiger intellektueller Moden nicht lieben, aber die „SiegerInnen“ oder geschlechtersensiblen „Siegenden“ von heute waren das nicht immer.

Dienstag, 12. Juli 2011

Zufallsartikel: Mike Scarry

Wenn mir langweilig ist, nutze ich gelegentlich die Zufallsfunktion der Wikipedia. Mitunter ist eher der Umstand überraschend, dass es ein Lemma gibt, als dass der Inhalt Neues zu Tage fördert.

Merkwürdig: Wenn die Deutschen eine US-amerikanische Sportart dergestalt dokumentieren, dass sie sich eines Spielers annehmen, den die englische Wikipedia (noch) gar nicht kennt.

+++ Verbraucherinformationen in eigener Sache +++






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Montag, 11. Juli 2011

Verleser des Tages: Scientology

Weil das müde Hirn wohl nicht bereit ist, in einem deutschsprachigen Kon-Text, der einen englischen Audruck nicht erzwingt, alles den Intentionen der Autoren entsprechend einzusortieren, las ich:
Übrigens: Am Dienstag, 12. Juli spricht Axel Honneth im Rahmen der „Marie-Jahoda-Summerschool of Scientology"
Natürlich ist es völliger Blödsinn, dass ein dezidiert linker Journalist freundlich über einen dezidiert linken Philosophen berichten sollte, der bei einer Summerschool der US-amerikanischen Komikertruppe auftritt.

Richtig natürlich:
Übrigens: Am Dienstag, 12. Juli spricht Axel Honneth im Rahmen der „Marie-Jahoda-Summerschool of Sociology" zum Thema: „Die demokratische Sittlichkeit wirtschaftlichen Handelns." 19.30, Kassensaal der Österreichischen Nationalbank, 1090 Wien, Otto-Wagner-Platz 3.



Skepsis! Sofort! Anfallsartig!

Im SPIEGEL von heute (Seite 35) findet sich aus der Biografie eines der Söhne von Helmut Kohl folgender Passus:
„In den siebziger Jahren erschüttert der Terror der RAF die Republik, bald müssen die Kohl-Kinder von einem Begleitkommando des Bundeskriminalamts zur Schule gebracht werden. Morgens wartet ein violetter BMW vor der Haustür, in der Seitentür steckt eine Maschinenpistole von Heckler & Koch. Zu den Jugenderinnerungen von Walter Kohl gehört, wie er die Waffe in unbeobachteten Minuten auseinanderbaute und dann wieder zusammenfügte.“ (Hervorhebung von mir)

Ich weiß nicht, wie kritisch heutzutage beim Print-SPIEGEL die Dokumentarabteilung mit ihren Redakteuren ins Gericht geht. Ich würde an dieser Stelle geprüft haben, ob den Kohl-Kindern zum Zeitpunkt der erinnerten Waffen-Basteleien TV- oder Kinofilme zugänglich waren, in denen sie dargestellt wurden.
Auf den ersten Blick wirkt das auf mich wie eine (unbewusst) „erfundene Erinnerung“ - ein Phänomen, das seriösen Historikern das Phänomen des Zeitzeugen so abstoßend macht.





Montag, 4. Juli 2011

Warum ich ein Fan evidenzbasierter Medizin bin


Gleich nochmal SPIEGEL von heute, das soll es dann aber auch gewesen sein. Wer mich kennt, weiß vielleicht auch, dass ich esoterisch verbandelte Medizin grundsätzlich ablehne („grundsätzlich“ ist mehr preußisch-prinzipiell als rheinisch-kasuistisch zu verstehen).

Wenn ich - trotz der etwas eingedämmten Praxis des Nachrichtenmagazins, seine Leserbriefschreiber vorzuführen - in einer positiven Stimme zum PID-Essay von Bernhard Schlink lese
„...Diese für die Eltern so mühevolle Methode dient primär der Vermeidung von Krankheiten – und selbst wenn in ferner Zukunft alle Menschen Gesundheit, blaue Augen und einen IQ von 139 hätten, es wäre akzeptabel! ...“

fürchte ich mich zwar
nicht vor einem Esoteriker im weißen Kittel, frage mich aber doch, wie ein Konzept, das stets für die Gesamtbevölkerung 100 Punkte als Mittelwert vergibt, eine Bevölkerung mit einem Schnitt von 139 Punkten zulassen soll.

Bestimmt ist Herr Doktor Wiehmeyer, Regensburg, im Übrigen ein ganz hervorragender Arzt. Beim IQ-Konzept hat es aber ein bisschen gehapert.

Schnelles Scrollen schädigt Trittin

Beim schnellen Durchlaufen der elektronischen SPIEGEL-Ausgabe nimmt das Gehirn, vor allem das bösartig „vor“programmierte, wahr:
Menopause: Wäre Jürgen Trittin ein geeigneter Kanzlerkadidat?

Obwohl dort doch tatsächlich steht:
‣ Grüne Wäre Jürgen Trittin ein geeigneter
Kanzlerkandidat?
‣ Menopause Medizinisches Leiden oder Erfindung
der Pharmaindustrie?



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