Freitag, 6. Mai 2011

Wenn der Regierungspräsident mit der heißen Nadel sticht

Doch für eine solche juristisch-nüchterne Diskussion ist Hermann der Falsche. Der Pädagoge, der sich bei seiner Verbeamtung in den achtziger Jahren ein Ohrloch stechen ließ, „um zu demonstrieren, dass ich nie unterwürfig und angepasst werde", sieht die Bahn in einer besonderen Verantwortung.
Das hübsche Zitat findet sich in der Süddeutschen Zeitung von heute, im Porträt, das Daniela Kuhr über den neuen Verkehrsminister von Baden-Württemberg schrieb.

Wenn sich ein angehender Lehrer „bei seiner Verbeamtung“ ein Ohrloch stechen lässt, wie geht das? Ich stelle mir das Zug um Zug vor. Der Vertreter des Dienstherren übergibt die Ernennungsurkunde. Der Kandidat hält das Ohr hin. (Muss beim Beamtenwerden eigentlich die Schwurhand erhoben werden? Egal, dieses eine mal muss der Beamtenfrischling halt noch mit dem Kopf arbeiten.) Der Kandidat nimmt die Urkunde entgegen, während der Dienstherrenvertreter das Loch sticht.

Staatsdienerwerdung, schmerzhaft.

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