Mittwoch, 6. Oktober 2010

Ein bisschen intellektueller Stolz: Epikur, Buddhismus

Bis ihn mir Hans Blumenberg ein bisschen madig machte (als Verkörperung einer über ein Idol gesteuerten Ethik [am Ende]), nahm ich den griechischen Philosophen Epikur gerne in meine Käsekästchenwelt auf. Halbbildung, aber mit Schmackes.

Ungefähr mit 20 Jahren, ohne Abitur und ähnlichen Weihegraden, schrieb ich einmal einem Menschen, der während des Zivildienstes meine so genannte politische Bildung zu verantworten hatte, einen bösen Brief - weil mir seine buddhistischen Anwandlungen gegen den Strich gingen.

Epikurs philosophische Hinterlassenschaften, so meinte ich ihm mitteilen zu müssen (ach, Mitteilungsbedürfnis der Jugend!), ähnelten doch in vielem dem Buddhismus. Da könne man doch besser in der halbwegs einheimischen Überlieferung Wurzeln schlagen, statt sich im esoterische Bereich ostasiatischer Lehren herumzufrömmeln.

In den rund 20 Jahren dazwischen schnappte ich wohl mal auf, dass ein englischer Historiker in einer Alternativgeschichtserzählung den Gedanken einer Einheit von hellenischer und ostasiatischer Kultur zusammenfabuliert hatte (als Antwort auf die Frage, was geschehen wäre, hätte Alexander von Makedonien nicht frühzeitig das Zeitliche gesegnet).

Doch, dass die Verbindung zwischen Epikur und dem Buddhismus möglicherweise einen ganz realen Hintergrund gehabt haben könnte, das las ich gerade vorhin in der Enzyklopädie moderner Halbbildung. Und das macht mich schon ein bisschen stolz.

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