Montag, 17. Mai 2010

Im Grundgesetz weht ein Wind vom 4. Laterankonzil her?

„Das in den westlichen Kulturen herausgebildete Verständnis von der bedingungslosen Würde des Menschen beruht nicht nur auf dem philosophisch-theologischen Lehrsatz von der Gottesebenbildlichkeit des Menschen, sondern, in noch höherem Maß, auf der Geschichte von der Selbsterniedrigung des trinitarischen Gottes in Jesus Christus, hin zu denen, die ihre Gottesebenbildlichkeit und Würde schuldhaft verdorben und verspielt haben, also: hin zu denen, die wissen, dass sie alle Bedingungen verfehlt und einen Anspruch auf Würde verdorben haben.“

Diese, um es möglichst neutral zu formulieren, bemerkenswerte These stellt Dr. Rainer Grauf, München, in einem Leserbrief auf, der in der Frankfurter Allgemeinen von heute (Nr. 112, Seite 8) veröffentlicht wurde. Sie führt ihn zu Bedenken, was die Fähigkeit muslimischer Bürger betrifft, zu einer „wesenhafte[n] Übereinstimmung“ im Verständnis der grundgesetzlich verbrieften Menschenwürde zu kommen.

Äußerst bemerkenswerte Haltung. Ich hoffe, die Damen und Herren des Parlamentarischen Rates hatten ihre Kirchenväter gründlich studiert.

Keine Kommentare: