Samstag, 30. Januar 2010

Ungefähr 50 Prozent gelesen: Tony-Blair-Travestieroadmovieroman

Sue Townsend | Downing Street No. 10 | München | Heyne | 2007 | 334 Seiten | aus der Stadtbibliothek Köln-Mülheim (Kj ...)

Frau Townsend schickt in diesem Roman einen Doppelgänger Tony Blairs auf eine Reise durch die Elendquartiere der vereinigten Königreiche, was in Dickensian Manier ausgeführt vielleicht ganz reizvoll wäre. Leider muss der PM sich unbedingt als Frau kostümiert durch die Lande schlagen - die Begeisterung des britischen Humors für Männer in Frauenkleidern kann ich mir nur durch einen entschiedenen Mangel an a) dem rheinischen Karneval und b) katholischen Priestern erklären. Witzig finde ich das sehr beschränkt.

Am meisten überrascht hat mich, dass die deutschen Erstausgaben der Townsend-Romane in doch teils recht anspruchsvollen Verlagen erschienen waren, in der Edition Tiamat der vorliegende, andere im Haffmans-Verlag seligen Angedenkens (selig gedenkt natürlich nur, wer nicht zu den armen Hausautoren zählte).

Im Übrigen ließ ich mich zur Lektüre von Townsend-Romanen von einem recht angetanen Rezensenten des Deutschlandradios animieren, soweit es um mein stetes Bedürfnis nach anspruchsloser Einschlafliteratur handelt, fühle ich mich auch hinreichend befriedigt. Insbesondere erinnert mich ihr Erfolgs-Charakter Adrian Mole an meinen früheren Schulkameraden JP, was mich über gewisse Schwächen freundlich hinwegblättern lässt.

Im Fall der PM-Travestie aber leider: zu rund der Hälfte aller Seiten.


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