Mittwoch, 16. Dezember 2009

idw für heute (9) - *Bielefelds mutmaßliche Partnerstadt, Sprachschnitzer Ethikrat, Sprachpolitik Schweiz etc.

Für heute möchte ich die Aufmerksamkeit meiner Abermilliarden potenzieller Mitleser auf folgende idw-Meldungen lenken:

  1. Bekanntlich ist die Existenz der Stadt Bielefeld zweifelhaft geworden, seitdem an einem gleichnamigen Ort der Hexenmeister und Heilige der deutschen Sozialphilosophie, Niklas Luhmann, dort sein Handwerk vorerzerpiertexerziert hat, das viel mit Virtualistät oder sowas ähnlichem zu tun hatte. Als Partnerstadt für *Bielefeld, der Asterix ist bei den Linguisten geklaut, käme eigentlich nur das bewunderungswürdige Städtchen Kitzej in Frage, das einst den Tartarenhorden pragmatischer widerstand als Schütze Luhmann der US-Army.
  2. „Ethikrat weist Kritik an Stellungnahme zur anonymen Kindesabgabe zurück“, lautet die Pressemitteilung der staatlich bestallten Obermoralreflektoren, worin ich einen sprachlichen Schnitzer vermute: Kritik zurückzuweisen, das hieße: nicht die Argumente zu widerlegen. Das wäre diskursethisch etwas unfein. Das Ausmaß der Diskussion finde ich, angesichts der Größe des Problems hierzulande, übrigens etwas überbordend. (Wobei mich gerade eine innere Stimme darauf hinweist, dass „überbordend“ eine Assoziation auf Moses im Schilfkörbchen erlaubte, doch schenke ich mir das hier mal lieber.)
  3. Mit einem schadenfrohen Kichern verfolgte ich unlängst eine Sendung aus dem Schweizerfernsehen, in der die Probleme mit den neumodischen „Navis“ dargestellt wurden: Weil sich in der so genannten Deutschschweiz hinter jeder Hütte ein Eingeborener finden lässt, der sich weigert, sein Idiom zumindest ähnlich dem des Ureinwohners drei Hütten weiter zu artikulieren, hat man natürlich auch bei geografischen Standardisierungen so einige Probleme. Und folglich auch mit Navigationsgeräten im Chautomobbill. Vielleicht ist man allein schon daher in der Schweiz besonders sensibilisiert dafür, die ökonomischen In- und Explikationen von Sprachenpolitik wissenschaftlich unter die Lupe (oder das Hörrohr) zu nehmen.
  4. Gut, dass der hiesige Erzbischof - meines Wissens nach - keine Kinder hat, dachte ich mir angelegentlich dieser idw-Meldung. Sonst gäbe es gewiss wieder Zank in der katholischen Herde zu Köln, wer denn damit wohl gemeint sei. (Was natürlich nur eine meiner frevelhaften Abweichung von zwei heiligen Dingen ist: dem Ruf eines geweihten Mannes und dem der wissenschaftlichen Ernsthaftigkeit - aber, aber: Wartet nur ein Weilchen, dann kommt mit der Silvesterpredigt, der...)

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Nachtrag 13.54 Uhr Inzwischen veröffentlichte der Kölner Stadt-Anzeiger ein kleines Video, das darauf schließen lässt: Köln schickt sich an, den Schweizer Kommunikationswirrwarr nach Deutschland zu importierten. Man höre und staune:



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