Dienstag, 15. Dezember 2009

idw für heute (8) - Tanz macht Kultur kenntlich, Merseburgs sexuelle Gesundheit & Wirtschaftspsychologie, Juristenfälle mit anderen Mitteln


Für heute anempfehle ich den Milliarden potenzieller Leser dieses Blogs (ja ja, so ist das: die Dunkelziffer jedes Potenzials lädt zu den schönsten Träumen ein) diese Handvoll idw-Meldungen:

  1. Menschen erinnern sich - je nach Kultur - unterschiedlich an ihre Körperbewegungen, zum Beispiel beim Tanz. Eine Erkenntnis, die Ma(r)x Plancks vergeistigte Erben das Tanzbein schwingen ließ.
  2. Der demnächst Ex-Chefredakteur der Zeitschrift Focus ließ einst der Titanic die auf das Wort „Zicken“ gereimte Parodie („F....., f....., f..... - und niemals an den Leser denken“) verbieten, was hier nicht wiederholt werden soll, mich aber zum ersten Kalauauer des frisch heranbrechenden Tages führt: „Sexuelle Gesundheit im Fokus“ kam mir als Überschrift einer Pressemeldung aus Merseburg merkwürdig vor.
  3. Hielt man früher Menschen, die in der Öffentlichkeit mit sich selbst sprachen, für leicht irre, hat die Ohr-Kehlkopf-Verstöpselung des Händies inzwischen ja schon zu einer gewissen Gleichberechtigung zwischen normalen Irren und bloß indezent Kommunikationssüchtigen geführt. Die Fraunhofergesellschaft arbeitet nach eigener Auskunft daran, das Problem auf die Handfuchtler auszuweiten.
  4. Sollte ich den Sinn des erfolgreichen MBA-Studiums richtig verstanden haben, so liegt er im Pfadfindersommerlagereffekt: Man sperre eine Gruppe Menschen für eine Weile zusammen, damit sie ihre weiteren Lebenswege ein wenig miteinander verkuscheln vernetzen. Offenbar brauchen auch künftige Wirtschaftskapitäne ein wenig menschlicher Wärme, die sie in so genannten „MBA-Schmieden“ rudelweise bekommen. (Ob sie die Inhalte eines MBA-Studiengangs brauchen? Ich zweifle. Wären sie sonst auf die bizarre Idee gekommen, Wirtschaftskapitän werden zu wollen?) Kurz und gut: Ob ein MBA-Fernstudiengang wirklich funktionieren kann, wenn menschliche Wärme sich auf dem Postweg verliert, finde ich bedenklich. Koblenz schreckt das nicht. Aber in Weinbauregionen hat man vermutlich als Akademiker eh ein bisschen Abscheu vor zu viel Menschelei.
  5. Ein bisschen habe ich den Eindruck, dass die Wirtschaftspsychologen mit empirischen Methoden die blödsinnigen „Fälle“ („Tante A ist tot, wie zanken die Erben Y und Z?“) aus dem Jura-Grundstudium nachspielen, um so zu ihren Daten zu kommen. Immerhin kommt dabei - wie hier in einem Fall aus Kaiserslautern - harte Wissenschaft dabei heraus - statt weiterer armer Anwälte.
  6. Ein bisschen boshaft möchte ich bei dieser Meldung Chemnitz wieder in Karl-Marx-Stadt umbenennen. Irgendwie hat das etwas Schildundschwerthaftes an sich.
  7. Wobei die letzte Bemerkung natürlich und wirklich nur boshaft sein kann. Schließlich braucht es in einer freien Gesellschaft keines staatlichen Apparates, um die Persönlichkeit von Menschen durchleuchtfähig zu machen. Man arbeitet schon ein bisschen selbst daran.
Gut, ich habe für heute eine Handvoll Meldungen versprochen. Daraus ist nichts geworden; ich leide nämlich nicht an überschüssigen Gliedern:











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