Donnerstag, 31. Dezember 2009

Ein schönes & gesundes neues Jahr 2010!



Ein schönes und gesundes neues Jahr 2010 wünsche ich allen, die dies lesen! Und einen unfallfreien Rutsch dahin - auch wenn der Rutsch woanders herkommt als vom Gleiten und das Video schon ein paar Tage auf dem Buckel hat...

Bis dann & wann, Martin Rath

Montag, 28. Dezember 2009

Früher war schlechter

„Ich sage das nicht, weil ich klüger bin, sondern weil ich Recht habe.”
Nach der Lektüre eines kurzen, hübsch bösen Telefondialogs im Bestatterweblog grübelte ich ernsthaft, aber kurz, wo ich den zitierten Satz aufgeschnappt hatte, der auch ganz gut hineingepasst hätte.

Im Netz wurde ich dann fündig bei Herrn Niggemeier.

Früher hätt's mir den Tag verderben können.


Sonntag, 27. Dezember 2009

idw für heute (11) - Internetabschaltung, Johanniskraut, Autismusursachen, Religion und Gewalt, Entscheidungskontexte, Hippel als Krankheit

Nach den Weihnachtsfeiertagen reiche ich heute - als Auwahlvorschlag - das Folgende weiter. Wenigstens mag der geneigte Leser, die geschätzte Leserin dieses Blogs damit womöglicher medialer Verdauungsprobleme Herr oder Herrin werden:

  1. Heute unkte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, man möge doch einmal spaßeshalber das ganze Internet abschalten. Woran fleißige Viren- und Trojanerproduzenten emsig arbeiten, dagegen steuern unter anderem Forscher von der TU München gegen.
  2. Man wundert sich nicht mehr, wenn es um die sogenannten Naturheilmittel geht: Selbst die Wirksamkeit des ubiquitär verbreiteten Johanniskrauts - hier behufs Missstimmung von Jugendlichen - will noch erforscht sein.
  3. Vermutlich von höherer wissenschaftlicher Potenz sind hingegen diese Studien, die sich der Antwort auf die Frage nähern, was Autismus verursacht.
  4. Eingedenk meiner eigenen, natürlich katholischen Grundausbildung möchte ich unken, dass die christliche Theologie an sich schon heftig gewalttätig ist (Gott lässt Jungfrau Sohn gebähren, soweit so hellenenfromm; 30 Jahre später: Geißel, Kreuz und Gottvaters fragwürdige An-/Ab-/Sonstwie-Wesenheit während Gottessohnes Tod). Mehr um den Faktor Gewalt in der Ausbreitung religiösen Irrsinns (auch der vorbezeichneten Sorte) kümmert sich dieses Projekt.
  5. Spannender finde ich dieses Projekt der Universität Mannheim, dem es um die Frage geht, wie Menschen Entscheidungen treffen - insbesondere was die unscheinbaren Einflüsse im Entscheidungskontext betrifft.
  6. Von Hippel - dabei dachte ich bisher an eine Lektorin, bei Kiepenheuer & Witsch (oder war's Dumont), einen Juristen der 1930 promoviert wurde bzw. den berühmten Polizeipräsidenten von Königsberg zu Kants Lebzeiten. Es gibt eine weit weniger schöne Perspektive auf diesen Namen.
  7. Ich glaube, diese Meldung ging vor Weihnachten schon in diversen Medien herum: Geschenke werden vom Beschenkten geringer geschätzt als es ihr Marktwert herzugeben nahelegt.

Dienstag, 22. Dezember 2009

DIE ZEIT vom 22.12.1999

Seit vergangenem Sonntag zaubere ich in meiner Wohnung herum, die zum Jahrendende einmal wieder gründlich aufgeräumt sein will. (Wegen meiner mitunter mangelnden Räum-Motivation schreibe ich ihr mal diese animistische Eigenschaft zu.)

Was fällt mir heute in die Hände: Die Ausgabe von DIE ZEIT, die auf den Tag genau vor zehn Jahren erschienen ist.

Weil sie - je nach Zählungsart - die letzte Ausgabe des vergangenen Jahrtausends war - habe ich sie vollständig und ungelesen so deponiert, dass der Zahn der Zeit erstaunlich wenig an ihr genagt hat.

Montag, 21. Dezember 2009

idw für heute (10)

Der geneigten Aufmerksamkeit der gelegentlichen Hineingucker anempfehlen möchte ich heute folgende idw-Meldungen der vergangenen Tage:

  1. Schizophrenie ist alles andere als eine seltene Erkrankung, wobei mir scheint, dass weniger Vorurteile als die spaßige Metaphorik - in Fällen bloß irgendwie selbstwidersprüchlicher Persönchen - einen realistischen Blick versperrt. Eine Möglichkeit, mit den Entsperren zu beginnen findet sich hier.
  2. Mich gruselt da schon mehr die Djänderei. Wobei hilfreich ist, dass oft doch nur alter Wein in neue Schläuche gefüllt wird. Könnte sein, dass dergleichen hier zu finden ist.
  3. Viel zu selten gerät die Forderung nach Integration von Menschen fremder Zunge vom politischen Irrlichtern ins wissenschaftlich Seriöse. Harte Erkenntnisse zum Spracherwerb aus Frankfurt am Main.
  4. Etwas weniger sprachfaul hätte diese Pressemitteilung aus München ausfallen können. Oder wissen Sie, was „elektive Eingriffe“ sind? Wenn Angela M. nicht wiedergewählt wird? Gut, dass wir hier im Internet sind: Da!
  5. Hätten das mal die Stauffener gewusst.
  6. Eine spannende Perspektive schenkt das hier vorgestellte Buch: Aus welchen Steinen bestehen eigentlich unsere Städte? Gehört daher hierher.
  7. Muss gestehen: Ginge es nach mir, gäbe es diesen Forschungszweig nicht, lasse ich den erforschten Charakter-Typen doch gerne die Luft heraus. Andererseits: Was treibe ich denn mit diesem Blog?

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Gekuckt & ungekuckt Ikea-Werbespot



Im Fernsehen war mir dieser Werbespot nicht begegnet. Heute hörte ich von ihm. Er passt nicht wirklich in dieses Blog, aber es darf hier ja auch einmal etwas anderes hinein als meine übliche Gift-&-Galle-Ausschwemmung bzw. die holde Wissenschaft.






Mittwoch, 16. Dezember 2009

idw für heute (9) - *Bielefelds mutmaßliche Partnerstadt, Sprachschnitzer Ethikrat, Sprachpolitik Schweiz etc.

Für heute möchte ich die Aufmerksamkeit meiner Abermilliarden potenzieller Mitleser auf folgende idw-Meldungen lenken:

  1. Bekanntlich ist die Existenz der Stadt Bielefeld zweifelhaft geworden, seitdem an einem gleichnamigen Ort der Hexenmeister und Heilige der deutschen Sozialphilosophie, Niklas Luhmann, dort sein Handwerk vorerzerpiertexerziert hat, das viel mit Virtualistät oder sowas ähnlichem zu tun hatte. Als Partnerstadt für *Bielefeld, der Asterix ist bei den Linguisten geklaut, käme eigentlich nur das bewunderungswürdige Städtchen Kitzej in Frage, das einst den Tartarenhorden pragmatischer widerstand als Schütze Luhmann der US-Army.
  2. „Ethikrat weist Kritik an Stellungnahme zur anonymen Kindesabgabe zurück“, lautet die Pressemitteilung der staatlich bestallten Obermoralreflektoren, worin ich einen sprachlichen Schnitzer vermute: Kritik zurückzuweisen, das hieße: nicht die Argumente zu widerlegen. Das wäre diskursethisch etwas unfein. Das Ausmaß der Diskussion finde ich, angesichts der Größe des Problems hierzulande, übrigens etwas überbordend. (Wobei mich gerade eine innere Stimme darauf hinweist, dass „überbordend“ eine Assoziation auf Moses im Schilfkörbchen erlaubte, doch schenke ich mir das hier mal lieber.)
  3. Mit einem schadenfrohen Kichern verfolgte ich unlängst eine Sendung aus dem Schweizerfernsehen, in der die Probleme mit den neumodischen „Navis“ dargestellt wurden: Weil sich in der so genannten Deutschschweiz hinter jeder Hütte ein Eingeborener finden lässt, der sich weigert, sein Idiom zumindest ähnlich dem des Ureinwohners drei Hütten weiter zu artikulieren, hat man natürlich auch bei geografischen Standardisierungen so einige Probleme. Und folglich auch mit Navigationsgeräten im Chautomobbill. Vielleicht ist man allein schon daher in der Schweiz besonders sensibilisiert dafür, die ökonomischen In- und Explikationen von Sprachenpolitik wissenschaftlich unter die Lupe (oder das Hörrohr) zu nehmen.
  4. Gut, dass der hiesige Erzbischof - meines Wissens nach - keine Kinder hat, dachte ich mir angelegentlich dieser idw-Meldung. Sonst gäbe es gewiss wieder Zank in der katholischen Herde zu Köln, wer denn damit wohl gemeint sei. (Was natürlich nur eine meiner frevelhaften Abweichung von zwei heiligen Dingen ist: dem Ruf eines geweihten Mannes und dem der wissenschaftlichen Ernsthaftigkeit - aber, aber: Wartet nur ein Weilchen, dann kommt mit der Silvesterpredigt, der...)

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Nachtrag 13.54 Uhr Inzwischen veröffentlichte der Kölner Stadt-Anzeiger ein kleines Video, das darauf schließen lässt: Köln schickt sich an, den Schweizer Kommunikationswirrwarr nach Deutschland zu importierten. Man höre und staune:



Dienstag, 15. Dezember 2009

idw für heute (8) - Tanz macht Kultur kenntlich, Merseburgs sexuelle Gesundheit & Wirtschaftspsychologie, Juristenfälle mit anderen Mitteln


Für heute anempfehle ich den Milliarden potenzieller Leser dieses Blogs (ja ja, so ist das: die Dunkelziffer jedes Potenzials lädt zu den schönsten Träumen ein) diese Handvoll idw-Meldungen:

  1. Menschen erinnern sich - je nach Kultur - unterschiedlich an ihre Körperbewegungen, zum Beispiel beim Tanz. Eine Erkenntnis, die Ma(r)x Plancks vergeistigte Erben das Tanzbein schwingen ließ.
  2. Der demnächst Ex-Chefredakteur der Zeitschrift Focus ließ einst der Titanic die auf das Wort „Zicken“ gereimte Parodie („F....., f....., f..... - und niemals an den Leser denken“) verbieten, was hier nicht wiederholt werden soll, mich aber zum ersten Kalauauer des frisch heranbrechenden Tages führt: „Sexuelle Gesundheit im Fokus“ kam mir als Überschrift einer Pressemeldung aus Merseburg merkwürdig vor.
  3. Hielt man früher Menschen, die in der Öffentlichkeit mit sich selbst sprachen, für leicht irre, hat die Ohr-Kehlkopf-Verstöpselung des Händies inzwischen ja schon zu einer gewissen Gleichberechtigung zwischen normalen Irren und bloß indezent Kommunikationssüchtigen geführt. Die Fraunhofergesellschaft arbeitet nach eigener Auskunft daran, das Problem auf die Handfuchtler auszuweiten.
  4. Sollte ich den Sinn des erfolgreichen MBA-Studiums richtig verstanden haben, so liegt er im Pfadfindersommerlagereffekt: Man sperre eine Gruppe Menschen für eine Weile zusammen, damit sie ihre weiteren Lebenswege ein wenig miteinander verkuscheln vernetzen. Offenbar brauchen auch künftige Wirtschaftskapitäne ein wenig menschlicher Wärme, die sie in so genannten „MBA-Schmieden“ rudelweise bekommen. (Ob sie die Inhalte eines MBA-Studiengangs brauchen? Ich zweifle. Wären sie sonst auf die bizarre Idee gekommen, Wirtschaftskapitän werden zu wollen?) Kurz und gut: Ob ein MBA-Fernstudiengang wirklich funktionieren kann, wenn menschliche Wärme sich auf dem Postweg verliert, finde ich bedenklich. Koblenz schreckt das nicht. Aber in Weinbauregionen hat man vermutlich als Akademiker eh ein bisschen Abscheu vor zu viel Menschelei.
  5. Ein bisschen habe ich den Eindruck, dass die Wirtschaftspsychologen mit empirischen Methoden die blödsinnigen „Fälle“ („Tante A ist tot, wie zanken die Erben Y und Z?“) aus dem Jura-Grundstudium nachspielen, um so zu ihren Daten zu kommen. Immerhin kommt dabei - wie hier in einem Fall aus Kaiserslautern - harte Wissenschaft dabei heraus - statt weiterer armer Anwälte.
  6. Ein bisschen boshaft möchte ich bei dieser Meldung Chemnitz wieder in Karl-Marx-Stadt umbenennen. Irgendwie hat das etwas Schildundschwerthaftes an sich.
  7. Wobei die letzte Bemerkung natürlich und wirklich nur boshaft sein kann. Schließlich braucht es in einer freien Gesellschaft keines staatlichen Apparates, um die Persönlichkeit von Menschen durchleuchtfähig zu machen. Man arbeitet schon ein bisschen selbst daran.
Gut, ich habe für heute eine Handvoll Meldungen versprochen. Daraus ist nichts geworden; ich leide nämlich nicht an überschüssigen Gliedern:











Montag, 14. Dezember 2009

Kernkraftplanung: Entglüh im Glanze dieser Zahlen ...?

Ich fürchte, hier hat entweder die wirtschaftsfeuiletonistische Zeitschrift Brand Eins in ihrem Mai-Heft ganz gruseligen Quatsch geschrieben oder die journalistische Zunft perpetuiert fortwährend PR-Propaganda - sei es der Atomindustrie, sei es ihrer notwendigen PR-Parasiten, also Greenpeace & tutti quanti.

In der Brand-Eins-Rubrik „Die Welt in Zahlen“ hieß es im Mai 2009:
In den nächsten 20 Jahren weltweit geplante Hochleistungs-Atomkraftwerke: 200
Zahl der Unternehmen, die die dafür benötigten, aus einem Guss hergestellten Reaktorkessel produzieren können: 1
Maximale Kesselproduktion pro Jahr in Stück: 5,5
Nun las ich vorhin im Handelsblatt, dass RWE und Eon ihre Atomenergieplanung da und dort vorantreiben. Mich wundert's & sei es nur, dass aus den „harten“ Wirtschaftsmedien noch niemand den schönschreibend-nassforschen Kollegen aus Hamburg den möglichen Fehler unter die Nase gerieben hat.

Aber vielleicht leide ich ja nur unter einem Überschuss an Entgeisterungskompetenz:








Sonntag, 13. Dezember 2009

idw für heute (7) - Bertelsmann steckt nicht hinter Weisheit und Gerechtigkeit und anderes

Meldungen von gewisser Aufmerksamkeit für heute:
  1. Zwei Statuen, die so genannte Regententugenden verkörpern sollten, werden vom Bundesverwaltungsgericht der Universität Leipzig zurückgegeben. Ehrlich gesagt, als ich die Überschrift der Meldung in der Übersicht las, dachte ich boshaft: Naja, jetzt fördert die Bertelsmann-Stiftung wohl gleich noch frühmoderne Tugenden an den deutschen Universitäten, nachdem das Ideal des norditalienischen Freelancer-Ich-AG-Unternehmertums ja von besagter Instanz förderlich befördert wurde. War dann aber viel harmloser.
  2. Schweizerinnen und Schweizer haben gewiss ein Faible für Neutralität und suchen sie selbst dort, wo man sie kaum noch erwarten möchte: im Journalismus.
  3. Wohin innovative Überschriftenvergabe führen kann: Zum Gedanken, Arbeitnehmer könnten sich bezwitschern und Bosse bezahlten Sexualaktivitäten nachgehen - auch hier gilt: War dann aber viel harmloser.

Samstag, 12. Dezember 2009

Entwerter

In der Online-Redaktion des Handelsblatts scheint schon der Wochenendschlummermodus aktiviert zu sein. Aber das entwertet gewiss nicht einen Artikel, der von den fragwürdigen Qualitäten vieler MBA-Studiengänge handelt.

Die frag-, vor allem aber merkwürdige Angewohnheit, nicht nur Kommas nach Gusto zu setzen (wobei sich mir die innere - richtige oder falsche - Logik meist nicht mehr erschließt), treffe ich bei studentischen Texten in den letzten Monaten gehäuft an - auch bizarre Großschreibungen kommen nach meinem Eindruck immer öfter vor.

In einer angesehenen Tageszeitung liest man derlei aber selten.

Freitag, 11. Dezember 2009

idw für heute (6) - Familie=Untenehmen, Versprechensbrecherhirn, Verdünnerreligion, Missionare in Stellung

Meldungen der vergangenen Tage, für die ich zumindest vorübergehendes Interesse dokumentieren möchte:

  1. Vom metaphorischen Gebrauch hat es sich zum analytischen Modell gemausert, von der Familie als Untenehmen zu sprechen. Mit welcher Reichweite? Selbst nachschauen!
  2. Da werden die überzeugten Homöopathieantipathen Blut und Wasser schwitzen, mir ist das Vorhaben, die Verdünnerreligion an medizinwissenschaftlichen Fakultäten (weiter) etablieren zu wollen, ehrlich gesagt, auch nicht sonderlich sympathisch.
  3. Viel aufgeschlossener bin ich für naturwissenschaftliche Erkenntnisse vom Menschen, die etwa - im Zusammenhang mit Aufgaben, die sich um großtechnische Systeme ranken - für unsere erfreuliche Gattung als solche überlebenswichtig sein könnten: Woran erkennt man im Gehirn gebrochene Versprechen? Interessant.
  4. Naja, noch ist kein einziger Spiegel dieses Projekts im heißen Wüstensand verbuddelt. Bin gleichwohl sehr gespannt, ob aus Desertec seriös etwas wird. Eigentlich alles zu schön, um wahr zu sein. Hoffentlich keine Nummer nach Art von Nr. 3.
  5. Natürlich ist Mission möglich, komische Frage. Ich meine dabei nicht nur die angenehme Art. Sondern sogar die esoterische (siehe oben, Nr. 2).
  6. Mainz bringt die Wissenschaft voran, ob etwa Touristen davon profitieren werden? Eher zweifelhaft: Verpackungsprobleme.
  7. Wäre der Mann katholisch gewesen, ergäben sich jetzt gewiss wundersame Heilungen rund um die hier präsentierten Gegenstände. Gut, dass er evangelisch war, so haben die kirchenähnlichen Gemeinschaften des deutschen Protestantismus neben Luther und Melanchthon wenigstens noch einen dritten Heiligen zur Anbetung.
  8. Als bei einem GRÜNEN-Parteitag im Januar ein schwuler Papa seine Töchter aus erster Ehe präsentierte, begannen meine Magengeschwüre zu gähren. Nicht, weil mich die so genannte sexuelle Orientierung anderer Menschen über Gebühr interessierte - sondern weil der Mann die übelste Medienmasche vorführte. Nun gut, soll sich die Wissenschaft darum kümmern.
Habe fertig:






Dienstag, 8. Dezember 2009

Schneller Blick ins Elektronenblatt (1) - Volker Rieble & die neofeudale Wurschtelwirtschaft

Einen Doktor Rieble erlebte ich noch als forschen Privatdozenten an der Universität zu Köln, der wenigstens einen Übungsfall - wenn ich mich recht entsinne -, damals ca. 1996, um ein xenophobes Stereotyp herumbaute. (Was eine freundliche Formulierung ist, wenn in einem Mietrechtsfall blöde Ausländer die Mietsache durch Grillen im Wohnzimmer beschädigen.)

Bei der Lektüre seiner arbeitsrechtlichen Glossen in der großen deutschen Tageszeitung aus Frankfurt am Main (dank der verheerenden und leutvertreibenden Tätigkeit des Dumont-Konzerns wird es bald ja im engeren Sinn wirklich nur noch eine geben, die Frankfurter Rundschau wird es jedenfalls nicht mehr sein) hinterließ der nunmehr auch professoral firmierende Doktor Rieble zwar auch noch einen recht forschen Eindruck, politisch korrekt (und ich bin gar nicht einmal besonders linksgestrickt) die Nase rümpfen brauchte ich dabei jedoch nur noch selten.

Kräftig beipflichten mochte ich indes erstmals heute, in diesem Stück über die problematische Systemkonformität des Kurzarbeitergeldes in unserer hübsch neofeudalen Wurschtelwirtschaft, die bloß noch von besonders blöden Böcken als „Kapitalismus“ geziehen wird.


Samstag, 5. Dezember 2009

idw für heute (5) - Nach uns die Sintflut, ein wissenschaftlicher Standard

Gestern war ich zu einer Feldforschung in Sachen „Alterungsprozesse humanoider Biotope“ in einer Eifeler Kleinstadt unterwegs, zu Deutsch: beim Geburtstag meiner älteren Schwester; vorgestern war ich eher faul, darum gibt es heute gleich einen größeren Aufguss von Meldungen des informationsdienstes wissenschaft, idw:

  1. Sympathisch sind sie mir, soweit ich recht vermute, allesamt nicht, die Organisationen, Personen, Publikationen, die in den deutschen Verfassungsschutzberichten aufgelistet sind. Als Eckpfeiler der Meinungsfreiheit dürften sie indes kaum gelten, die jährlichen Gesinnungstestate, die hier im Zentrum der rechtswissenschaftlichen Kritik stehen. Ein Ende werden sie wohl so schnell nicht finden, steht doch auf Nr. 1 der deutschen Wertenomenklatur die allseits staatlich zu schützende Würde, anders als im Mutterland der Demokratie, den USA (wo's die Meinungsfreiheit ist).
  2. Nicht besonders anziehend finde ich die Werke des Kölner Psychiaters und Theologen Manfred Lütz, der für meinen Geschmack manches psychosoziale Problem nicht äätäpötääte genug behandelt (na ja „behandeln“ wird er sie kostenpflichtig als Arzt wohl schon, ich meine seine schriftstellerischen Auslassungen), ein lützsches Naserümpfen umkräuselt jedoch auch die Mitte meines Gesichts, wenn ich lese, dass das schwindende Vertrauen in die Ärzteschaft hier als „Glaubenskrise“ tituliert wird.
  3. Geradezu theologische Entgleisungen wiederum verdient der zentrale Gegenstand aller Theologien, also: der Mensch. - Jedenfalls wenn man der harten Psychologie dieses so genannten Geschöpfes glaubt, die dem Homo ludens kein gutes Zeugnis ausstellt. Hier: für gutes Tun tut der Spieler wenig. oder Nach mir die Sintflut.
  4. Entfernt verwandt damit: Höllenzeugs. Über die Motive etc. der Online-Gamer.
  5. Dass das moralische Sturmgeschütz der Bill-Clinton-Administrations-Ära ne kölsche Jung -also ein fröhliches Wesen aus der Stadt Köln - ist, wusste ich gar nicht. An der Universität zu Köln erhält Amitai Etzioni den Meister-Ekkehard-Preis (in der Uni Orthografie allerdings ohne Binde Striche). (Kalauerfan, der ich bin, muss ich natürlich erwähnen, dass Bill Clinton selbst eigentlich der typischere kölsche Jung war.)
  6. Neue Chancen für Lungenkrebspatienten dank verbesserter Strahlentherapie. Da mache ich keine Scherze.
Noch müde von gestern und darum schnell schließend:






Donnerstag, 3. Dezember 2009

idw für heute (4) - Kalauer

Ob meine Umwelt darunter leidet, dass ich keinen halbwegs brauchbaren Kalauer auslasse? Bei dieser Überschrift in meinen idw-Feeds musste ich tatsächlich als erstes an eine bizarre Sport-Liga denken:
Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Hypertonie Gesellschaft schreibt fünf Forschungsstipendien aus

Wie gut, dass gerade kein Mensch in der Nähe war, sonst hätte sich der drückende Kalauerzwang schlagartig evakuiert. *)


*) Das Wort „evakuieren“ geht mir seit gestern durch den Kopf, weil sein richtiger Gebrauch in der fünften Staffel von „The Wire“ auftaucht.