Sonntag, 23. August 2009

WamS: Guttenberg sagt, er werde von den Deutschen nicht verklärt

Heute Morgen während der Presseauswertung musste ich mich zwischen Lachen und Ekel entscheiden. In der „Welt am Sonntag“ war ein Interview abgedruckt - mit einem fetten Foto, das unseren amtierenden Bundeswirtschaftsminister am Lenker eines schnittigen Automobils auf dem Hof seiner Behörde zeigte.

Offenbar identisch steht es auch in der qualitativ ähnlich hochwertigen „Hamburger Morgenpost“ online. In der WamS titelte man damit, Guttenberg fühle sich von den Deutschen nicht verklärt. Was ja immerhin ein bisschen Realismus verrät, hochgejazzt wird der Mann ja ziemlich ausschließlich von Medienvertretern (und natürlich dem geltragenden Nachwuchs der bayerischen Unionschristen).

Der - im Vergleich zur MoPo - lustige WamS-Titel stützt sich auf die folgende Passage. Überflüssig zu erwähnen, dass ich - würde ich ein solches Frage-Antwort-Liebesspiel mit einer durchaus kontroversen Figur des öffentlichen Lebens geführt haben, mich des Abdrucks schämen würde:

Berliner Morgenpost: Trotz der aktuellen Kritik gehen Sie als makellos durch. Kann es in der Politik so etwas geben?
Karl-Theodor zu Guttenberg: Nein.
Berliner Morgenpost: Verklären die Deutschen Sie?
Karl-Theodor zu Guttenberg: Nein, sicher nicht.
Berliner Morgenpost: Sind Sie zuversichtlich, dass die weltweite Wirtschaftskrise zu einem guten Ende kommt?
Zwischen Lachen und Ekel schwankte ich, weil die Fragen in diesem Interview vom genialischsten deutschen Journalisten aller Zeiten, dem coolen Doktor, also von Ulf Poschardt gestellt wurden. Hätte ich die Nachdruckrechte an diesem Interview, würde ich hier titeln:





Und, weil es so schön anzuschauen ist, auch noch einmal der Beweis dafür, dass die AV-Medien noch schlimmer sind als die Kollegen vom Print-Betrieb:



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