Montag, 24. August 2009

Kalauer: Urulsa Zens - Zens, Ursula - Zensursula

Ob eine jener vier Damen, die als „Zens, Ursula“ im Telefonverzeichnis zu finden sind, sich daran begeistern kann, dass ihr Name - in der süddeutschen Zitierweise Nachname, gefolgt vom Vornamen - gegenwärtig allerorten im Internet auftaucht? Zum Beispiel: hier.





Sonntag, 23. August 2009

WamS: Guttenberg sagt, er werde von den Deutschen nicht verklärt

Heute Morgen während der Presseauswertung musste ich mich zwischen Lachen und Ekel entscheiden. In der „Welt am Sonntag“ war ein Interview abgedruckt - mit einem fetten Foto, das unseren amtierenden Bundeswirtschaftsminister am Lenker eines schnittigen Automobils auf dem Hof seiner Behörde zeigte.

Offenbar identisch steht es auch in der qualitativ ähnlich hochwertigen „Hamburger Morgenpost“ online. In der WamS titelte man damit, Guttenberg fühle sich von den Deutschen nicht verklärt. Was ja immerhin ein bisschen Realismus verrät, hochgejazzt wird der Mann ja ziemlich ausschließlich von Medienvertretern (und natürlich dem geltragenden Nachwuchs der bayerischen Unionschristen).

Der - im Vergleich zur MoPo - lustige WamS-Titel stützt sich auf die folgende Passage. Überflüssig zu erwähnen, dass ich - würde ich ein solches Frage-Antwort-Liebesspiel mit einer durchaus kontroversen Figur des öffentlichen Lebens geführt haben, mich des Abdrucks schämen würde:

Berliner Morgenpost: Trotz der aktuellen Kritik gehen Sie als makellos durch. Kann es in der Politik so etwas geben?
Karl-Theodor zu Guttenberg: Nein.
Berliner Morgenpost: Verklären die Deutschen Sie?
Karl-Theodor zu Guttenberg: Nein, sicher nicht.
Berliner Morgenpost: Sind Sie zuversichtlich, dass die weltweite Wirtschaftskrise zu einem guten Ende kommt?
Zwischen Lachen und Ekel schwankte ich, weil die Fragen in diesem Interview vom genialischsten deutschen Journalisten aller Zeiten, dem coolen Doktor, also von Ulf Poschardt gestellt wurden. Hätte ich die Nachdruckrechte an diesem Interview, würde ich hier titeln:





Und, weil es so schön anzuschauen ist, auch noch einmal der Beweis dafür, dass die AV-Medien noch schlimmer sind als die Kollegen vom Print-Betrieb:



Montag, 3. August 2009

Schon wieder, Precht

Richard David Precht hat eine Menge sinnvoller Dinge geschrieben, über manches, was etwas aus dem Mainstream heraustrudelte habe ich mich auch sehr gefreut. Beispielsweise über jene Stelle in seiner „Lenin-Biografie“ in der auf die (agent-) orangefarbenen Flecken auf der sonst so moralin-gestärkten Weste von Richard von Weizsäcker hinwies.

Inzwischen verstören mich die knödelblöden Bemerkungen, die sich in beinah jedem Text finden, den Precht publiziert. Ich denke da an gewisse Formulierungen zur „artgerechten“ Erziehung oder Sexualität, die sich ein wirklich scharfer Intellekt eher nicht erlauben sollte.

In der heutigen Ausgabe des SPIEGEL findet sich, in einem Artikel, der sonst durchaus Beifall verdient, der folgende, ziemlich hanebüchene Satz:
Aber erst wenn die Soldaten verschwinden, wird der American Way of Life, die erfolgreichste Massenvernichtungswaffe des 20. Jahrhunderts, auch in den Hochburgen der Fundamentalisten erfolgreich zünden.
Aha. Der „American Way of Life“ ist also „die erfolgreichste Massenvernichtungswaffe des 20. Jahrhunderts“?

Ich fürchte, aus rein ökonomischen Gründen werde ich zukünftig die Buchstabenfolge p, r, e, c ,h, t als Markenzeichen für ärgerlichen Unfug werten - und jene Texte, die sie über- oder unterschreiben, ungelesen lassen.




Seite 123 Deutsche Richterschaft 1919-1945 von Ralph Angermund

Ralph Angermund | Deutsche Richterschaft 1919-1945 | Frankfurt am Main | Fischer | 1990 | 281 Seiten | in meiner Bibliothek seit dem 15. Mai 1996

Das Verfahren, den vierten Satz von der 123-sten Seite zu zitieren, bringt manchmal hervor, was für ein ganzes Buch steht. Hier ist das der Fall:
Das Landgericht Köln entschied am 11. Mai 1938 in einem dieser Fälle, daß deutschen Mietern eine Hausgemeinschaft mit Juden nicht zuzumuten sei.
Nach 1945 gehörte es zur kaum mehr zu überbietenden Perfidie deutscher Juristen, dem angeblichen Positivismus der Richerschaft anzulasten, dass diese den gesetzten - also so genannt „positiven“ - Normen des NS-Legislativapparats blindlings Gehorsam gezeigt hätten.

Angermund zeigt - auch an der genannten Stelle -, dass die Juristen vor 1945 durchaus weit über die Perfidie der NS-Legislatur hinausgingen. Zum Beispiel durch den Ausschluss jüdischer Juristen, weiter noch als es die rassistische Gesetzgebung ohnehin schon vorgesehen hatte.

In Köln stolpert man heute über die Gedenksteine, die auch an die Opfer der oben zitierten Bösartigkeit in juristischem Gewande erinnern.
Dass man seinerzeit etwa in rechtshistorischen Vorlesungen über treffende Aussagen zur braunen Rechtsgeschichte gestolpert wäre, daran kann ich mich nicht erinnern.









Kaum zu überbieten, ich vergaß es oben zu notieren, war das eingangs erwähnte Argument deshalb, weil der Umbau zur Grundgesetzkonformität der Rechtsordnung auch durch eine Abkehr von einer positivistischen Methodenlehre erfolgte, die doch eigentlich dem Demokratiegedanken - der wortlautnahen Umsetzung demokratisch und legal zustandegekommener Gesetze - viel eher entspräche als das hM- und Hermeneutikorakel der real existierenden Justiz.

Sonntag, 2. August 2009

Satz 4 von Seite 123 aus der Kognitiven Psychologie

John R. Anderson | Kognitive Psychologie | Heidelberg & Berlin | Spektrum Akademischer Verlag | 3. Auflage | 2001 | Übersetzer: Ralf Graf & Joachim Grabowski | 542 Seiten

Ja, zwei Semester Pädagogik habe ich auch auf dem Kerbholz, der Kurs in kognitiver Psychologie war auch hübsch anspruchsvoll - kein Vergleich zu den laberigen Philosophen der akademischen Pädagogik, die so lasche Wissenschaft betrieben, dass sich manch einer meiner Zweitbildungswegslehrer dafür geschähmt hätte.

Spektrum spielt mit diesem Band keine dumme Vermarktungsstrategie aus, inzwischen ist die 6. Auflage auf dem Markt. Für seriös studierende Psychologie-Anwärter sicher sinnvoll, für alle akademischen Nebenfächler und -interessenten ist die rasche Folge von Auflagen aber wohl vor allem in den (Geld-) Beutel schneidend: Wie die Vorauflage noch zu adäquaten Preisen absetzen?

Nun, hier der Satz 4 von Seite 123, den ich vor allem aus eigenen Vermarktungsüberlegungen motiviert zitiere:
Komplexe mentrale Bilder werden oft zerlegt.
Nun, hier zum Vermarktungsinteresse: