Montag, 15. Juni 2009

Martin Andersen Nexö | Die Familie Frank

Im Dunklen liegen die Motive, welche den Rowohlt-Verlag veranlassten, einen Titel in seine Jahrhundert-Reihe aufzunehmen. Martin Andersen Nexö hatte gewiss eine interessante Biografie, so recht erwärmen konnte ich mich indes aber nicht für:

Martin Andersen Nexö | Die Familie Frank | Reinbek bei Hamburg | Rowohlt | 1988 | e: 9. Juli 1993

Seiner kommunistischen Kofession hat Andersen Nexö seinen letzten Wohnsitz zu verdanken, wo er 1954 starb. Beim Biografienachblättern fallen mir zwei Fragen ein:

  • Ob ich es noch einmal erleben werde, dass die Volkshochschulen in Deutschland den Status bekommen, den sie zu Andersen Nexös Zeiten in Dänemark hatten - Sprungbretter für die Arme-Leute-Schicht der Gesellschaft waren sie, nicht Esoterik-Akademien für gelangweilte Wohlstandsbürger? (MAN absolvierte an einer Bauernvolkshochschule eine Lehrerausbildung.)
  • Ob in Dresden und Zwickau jene Schulen, die postum nach MAN benannt wurden, nach dem Ende des SED-Staats immer noch so heißen durften?
Was fehlt jetzt noch? Zunächst das Zitat, Satz 4 von Seite 123:
Als die Hurrarufe erstarben, diesmal ohne irgendeine Disharmonie, kam Schutzmann Petersen zurück und erklärte, er könne den Missetäter nicht finden.
Die Hurrarufe werden hier übrigens auf die Verfassung Dänemarks ausgebracht, von MAN als „Grundgesetz“ bezeichnet. (Oder vom Übersetzer, was weiß ich.)
Ich kann mich nicht daran erinnern, dass irgendeine bodenständige gesellschaftliche Versammlung unlängts Hochrufe aufs deutsche ausgebracht hätte - Bauern, Bürger, lokale Honorationen. Das blieb den ungeliebten Bundeshonorarträgern überlassen.

Genug gefragt und gezickt für heute:





_____________________________________________________


Nachtrag:

Antwort auf Frage 2!

Keine Kommentare: