Sonntag, 17. Mai 2009

Robert Harris' Pompeius zitiert Hitler

Bin mit diesem Buch von Robert Harris noch nicht ganz durch, der Rezension hier kann ich mich aber schon einmal anschließen. Angesichts der Stoffe, derer sich der britische Journalist und Schriftsteller bisher angenommen hat, ist ein hübsch-hässlicher Anachronismus in diesem Historienroman aus dem antiken Rom nicht gänzlich überraschend.

Nachdem die Hauptfigur von „Imperium“, der Politiker, Anwalt und Philosoph Cicero, dem zeitweilig emeritierten Gernalissimo Pompeius mit nicht ganz koscheren Mitteln zu einem neuen, großformatigen Auftrag verholfen hat (der Verfolgung der Piraten des Mittelmeerraums, Al-Qaida lässt hier übrigens grüßen), spricht Harris' Pompeius vor dem Volk Roms folgende Worte:
Ich werde nun jene Rüstung wieder anlegen, die mir einst so teuer und vertraut gewesen ist, und den geweihten roten Umhang des römischen Befehlshabers im Felde. Und ich werde ihn erst wieder ablegen, wenn Rom siegreich aus diesem Krieg hervorgegangen ist - oder ich werde diesen Kampf nicht überleben. (cf. p. 327 f.)
Das ist, wenn ich mich - aus der Lektüre vermutlich von Raymond Cartiers „Der Zweite Weltkrieg“ - richtig erinnere ein leicht erkennbares Hitlerzitat, in dem dieser bei Kriegsbeginn ankündigte, er würde nun wieder seinen „Waffenrock“ anlegen.

Über Geschmack lässt sich streiten.

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In his novel IMPERIUM (Hutchinson, London) Robert Harris' Pompeius cites - led by Pompeius' political consultant Cicero - Adolf Hitler; the Evil's quote: "I will robe my uniform ..."

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Robert Harris | IMPERIUM | München | Heyne | 2008 | 479 Seiten

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