Dienstag, 26. Mai 2009

Hans Christian Andersen traf mal auf Thomas Hobbes

Hans Christian Andersen | Des Kaisers neue Kleider | Sieben Märchen | Stuttgart | Reclam | 1987, 1995 | e: 17.09.1999 | DM 3,--

Märchen zählen nicht zu den Stoffen, die ich besonders schätze. Ich erinnere mich entfernt an Märchenschallplatten, die meine Schwester auf ihren Plattenspieler legte - um dann kleine Angst- und Panikzustände ob des unheimlichen Stoffs zu inszenieren. Bei solch kranken Geschichten wie „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ könnte ich mich noch heute fragen, was das sollte.

Zumindest mache ich mir heute einen Reim auf den Verfasser dieses und anderer Märchen vom angstauslösenden Typus: Hans Christian Andersen war ja wohl ein vom tiefbürgerlichen 19. Jahrhundert schwerst deformierter Mensch.

Dieses Reclamheftchen kaufte ich mir Ende der 1990er-Jahre wegen des titelgebenden Märchens: Ich trug mich mit dem Gedanken, den Teilnehmern eines staatsphilosophischen Seminars einige Spiegelfechtereien bei Thomas Hobbes zu verdeutlichen; Anerkennungsprobleme haben ja nicht nur homosexuelle dänische Märchendichter (was zur psychoanalytischen Entwirrung führen mag), sondern auch jeweils jener eigentlich arme Staatsschauspieler, der die höchste Souveränität im Sinne von Thomas Hobbes' Doktrin bekleidet.

Doch dieses Kleidungsproblem (anders: jenes) ließ sich seinerzeit aber nicht nachhaltig vermitteln, im Seminar von Professor Depenheuer, Köln. Insofern war weder Ent- noch nachwirkende Verwirrung in juristischen Gefilden die Folge.

Solche 3-Marks-Probleme stehen heute aber auch nicht mehr ganz oben auf meiner Agenda:









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