Mittwoch, 1. April 2009

Der Angeordnete und the Chief Whip - unbeabsichtigte Sprachrealie

Meinen Lieblingstippfehler der letzten Zeit fand ich im „Kölner Stadt-Anzeiger“ von gestern, online stand da zu lesen:
Fraktionschef Helmut Stahl geht zwar auf die Vorgänge in der Kölner CDU ein. Aber nicht direkt auf die Angriffe Schrammas. Stahl zollt ihm Respekt und Anerkennung. Und er empfiehlt den Angeordneten, in Debatten draußen im Land deutlich zu machen, dass im Rat der Stadt Köln Rot-Rot-Grün „Personalpolitik nach Gutsherrenart“ betrieben hätte. Die Botschaft zwischen den Zeilen: Schramma hatte es schwer.
Hervorhebung von mir (Quelle). Zu meinen Lieblingsideen, die ich aus schlichter Klug- wie auch Faulheit, von Kompetenz nicht zu reden, wohl nie umsetzen werde, gehört ein „Empirischer Realkommentar des deutschen Verfassungsrechts“, der - statt des üblichen verfassungstheologischen Dogmatisierens - eine wahrscheinlich nur ironisch zu ertragende Beschreibung der (un-/halb-) rechtstatsächlichen Verhältnisse und Zustände enthielte. Den Vorschlag, statt von „Abgeordneten“ von „Angeordneten“ zu sprechen, könnte ich mir in diesem Rahmen ziemlich gut vorstellen.

Dass man damit nicht neokonservativ, rechtsextrem oder sonstwie pfuipfui sein müsste, zeigt der ironische Realismus, in dem die angelsächsischen Demokratien das Amt des Fraktionsvorsitzenden bezeichnen.

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