Sonntag, 5. April 2009

Alfred Andersch: Der Vater eines Mörders | Satz 4 von Seite 123

Alfred Andersch | Der Vater eines Mörders | Zürich | Diogenes | 1980 | 140 Seiten | e: 15.02.1989

Boshaft könnte man die Vermutung anstellen, dass mit Alfred Anderschs Erzählung zum Vater Heinrich Himmlers, einem Münchner Gymnasiallehrer, die hingemenschelte Trivialisierung des NS-Regimes begann, die später zur berüchtigten Komödie „Der Untergang“ oder zum Ach-was-ist-die-Hauptdarstellerin-eine-schöne-Frau-Film „Der Vorleser“ führte.

Doch die bloß ausrisshafte Kostprobe:
„Außerdem“, sagte Vater, „will der alte Himmler sich mit mir gut stellen, weil er weiß, daß sein Sohn zu meinen Kameraden in der Reichskriegsflagge gehört.“
Womit der Erzählervater irrt, weil Nazizeuger nicht Nazikinder lieben müssen. Selbst wenn's ihre eigenen sind.


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