Montag, 30. März 2009

Nur 1-2 Prozent gelesen: Querlesestoff aus der USB


Dem Fundus der Universitäts- und Stadtbibliothek wird heute wieder ein Stapel quergelesener Bücher einverleibt. Eine diffuse Vorstellung, mich nach einem ersten Durchgang - Anfang der 1990er-Jahre war das - noch einmal intensiver mit Technologiefolgenabschätzung beschäftigen zu sollen - diesmal unter dem hybriden Titel „Trendforschung“ - lege ich damit gleichsam wieder zu den Akten.

Wichtiger sind mir derzeit Themen rund um die Public Relations und die Medienauswertung. In letztere schnuppere ich seit einigen Wochen auch ganz praktisch hinein - jene Bücher, die hier einen wirklich nutzbringenden theoretischen Überbau versprechen, liegen momentan aber noch in der Vorbestellungsschleife. Mal schaun, was wird, wenn sie eingeflogen sind.

Für mich also von eher mäßigem Nutzen und darum heute zurück:

  1. Norbert Schulz-Brunhoel: Die PR- und Pressefibel, Frankfurt am Main 2001 | In dieser Ausgabe jedenfalls etwas altbacken. Dass das Twittern und ähnlicher Schmarren online-medialer Art hier noch nicht berücksichtigt werden konnten, muss kein Tort sein. Und wer weiß schon, wohin das Mediennutzungsverhalten noch umbrechen wird - außer, dass es weg kommt von den Print- und Öffentlichrechtlich-Medien, die in diesem Buch im Mittelpunkt stehen (müssen)?
  2. Hansjürgen Meistert : Mitarbeiter besser informieren, Frankfurt am Main 1993 | Könnte die USB gerne ins tiefste Archiv verlagern, es muss ja nicht das Historische Stadtarchiv Kölns sein. Liest jemand mit? 17A5002 lohnt die Magazinbestellung nicht mehr.
  3. Reinhold Alber: New York Street Reading - Die Stadt als beschrifteter Raum, Tübingen 1997 | Eine gesellschaftswissenschaftliche Dissertation, die mir als Beifang zum Thema Medienanalyse ins Netz ging. Ein schier unglaublicher Brocken, 1.308 Seiten, unlesbar. Als reine Materialsammlung fände ich es auch schon fragwürdig, als Doktorarbeit möchte ich so etwas nicht lesen müssen. Wirkt auf mich so, als ob Klaus Theweleit sich beim Schreiben etwas in den Tabak gebröselt hätte. Nur ist dieses Buch nicht von einem Klaus Theweleit, sondern von einem Reinhold Alber verfasst. Da verbieten sich solche Ideen.
  4. Waldemar M. Baron: Technikfolgenabschätzung, Opladen 1995 | Was damals eher ökologisch in die akademische Sülzeform gepresst wurde, kommt heute mutmaßlich sehr trendy oder lilalulaalaa daher. So wie hier vielleicht.
  5. Alexander Roßnagel: Rechtswissenschaftliche Technologiefolgenabschätzung, Baden-Baden 1992 | Der Untertitel lautet „Umrisse einer Forschungsdisziplin“. Beim Blick darauf, wie umfangreich das Thema „rechtswissenschaftliche Technologiefolgenabschätzung“ im Katalog der USB vertreten ist, könnte ich gehässig fragen: Na, wo ist sie denn, die neue „Forschungsdisziplin“? - Zum Trost kann sich der Jurist wohl sagen: Naja, ist wohl ein Ingenieurs- und Wiwi-Thema - das sind für mich als bravem Hermeneut ja ohnehin bloß rechtswissenschaftliche Hilfsdisziplinen...
  6. Wolgang Reinhard & Justin Nagl (Hg.): Menschen und Märkte, Wien, Köln, Weimar 2007 | Es stecken viele spannende Themen in diesem Sammelband. Einen Wunsch hätte ich aber: Jürgen Kaube möge ein Exzerpt veranstalten, damit man schneller durchkommt.
Bildquelle: Ausriss aus der Brandeins vom Februar 2009, Schwerpunkt PR. Das war einmal ein spannendes Heft.

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