Dienstag, 17. März 2009

Louis Armstrongs Leben in New Orleans | Satz 4 von Seite 123

Louis Armstrong | Mein Leben in New Orleans | Zürich | Diogenes | 1977 | 257 Seiten | e: 18.02.1990 (vermutlich)

Das Buch kam vermutlich als Teil eines Pakets in meinen Besitz, das am Tag meiner Musterung ankam. Die erste Bestellung bei Zweitausendeins, Vorgänge dieser Art sollten später raumfüllend werden.

Louis Armstrong erzählt hier von seiner Kindheit - das heißt: Szenen von Armut, einem „Konflikt mit dem Gesetz“, es endet mit Amstrongs Engagement bei King Joe Oliver.



Das Buch liest sich, wie die Musik in dem Video klingt: ein bisschen betulich. Mich erinnerte das daran, wie Hans J. Massaquoi („Neger, Neger, Schornsteinfeger“) von seiner Kindheit erzählte - vor allem aber von seinem beruflichen Aufstieg als Journalist in afro-amerikanischen Medien der USA: Voller stolzer Erklärungen, mit welchen Berühmtheiten man so zusammengekommen sei, beispielsweise. Überall schimmert das gebrochene Selbstbewusstsein durch, das Menschen mit dunkler Pigmentierung in den vergangenen 250 oder 500 Jahren mit dem transatlantischen Sklavenhandel eingebleut bekamen.

Ich freue mich darauf - das werde ich wohl noch miterleben -, dass nicht nur Louis Armstrongs Musik als postmodernes Versatzstück westlicher Kfz-Reklame dient, sondern ein elektronisch gut vernetztes Afrika dem bloß papier-modernen Europa einmal den Marsch zu blasen beginnt - mit der ganzen - meist so gar nicht „hochkulturellen“ Stärke dynamischer Gesellschaften und Kulturen des „dunklen Kontinents“.

Schluss mit der Abschweifung. Zitieren wir Satz 4 von Seite 123:
Er [Joe Lindsey] sprach von der Frau, derentwegen er die Kapelle verlassen hatte und die ihm schließlich eines älteren, erfahreneren Burschen wegen den Laufpaß gegeben hatte.
„Kapelle“, „Bursche“ oder „Laufpass“ - die Übersetzung dürfte schon in den 1970er-Jahren nicht ganz zeitgemäß gewesen sein, aber vermutlich ließ sich der Englischuniversalübersetzer Harry Rowohlt damals noch nicht von den Zürichern engagieren.

Schluss mit der Bloggerei für heute. Mit ein bisschen Reklame:












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