Dienstag, 3. März 2009

Jean Amérys Widersprüche

Jean Améry | Widersprüche | München | dtv (Klett-Cotta) | 1990 | 232 Seiten | e:26.03.92

Aber doch wohl nur scheinbar
lautet der unscheinbare Satz 4 von Seite 123. Améry erläutert zuvor, dass Philosophen wie Jean Paul Satre oder Robert Havemann, die sich der marxistischen Dialektik systemkritisch bedienten, an den Systemen oder in einer allgemeinen Öffentlichkeit scheiterten. Über derlei machte man sich zu der Zeit, in der ich in die Welt gesetzt wurde, in klugen Köpfen Gedanken. (Die Auswahl erschien zuerst 1971.)

Mir stach beim Durchblättern ein Zitat ins Auge, dessen Vor-Denker scheinbar zeitlos existiert, ~1971, 1993, 2009 immer noch da, CLS:
Persönlich bin ich nicht mit der Frage noch [sic!] Gott konfrontiert. Ich finde es durchaus erträglich, mein Leben zu verbringen, wissend, daß ich mir niemals die Totalität des Universums werde erklären können.
Sollte Claude Lévi-Strauss nicht auf seine sehr alten Tage religiös geworden sein, könnte man diesen Satz fast als agnostisch-erratische Gottes-Fußnote werten: ER hält seine HImmliche HAnd über jene Menschen, die ihm nicht ständig betend und/oder meditierend in den GÖttlichen OHren liegen.

Ich persönlich liege ja lieber per Bloggerei einer anonymen Leserschaft in den Ohren. Läuft rezeptionstechnisch fast auf das Gleiche hinaus.








Keine Kommentare: