Montag, 2. März 2009

Jean Amérys Jenseits von Schuld und Sühne

Jean Améry | Jenseits von Schuld und Sühne | Bewältigungsversuche eines Überwältigten | München | dtv (Klett-Cotta) | 1988 | 122 Seiten | e: 26.07.1988

Die Überleitung von Carl Amery zu Jean Améry wäre mir schwer gefallen, treffen der katholisch-säkulöse Bänkel-Sciencefictionist und der jüdisch-säkulare Essayist doch vor allem wegen meiner Schrulle zusammen, meine Bücherregale in alphabetischer Reihenfolge „abzustauben“. Immerhin enthebt mich die Seitenzahl von Jean Amérys Buch der Pflicht, Satz 4 von Seite 123 zu zitieren - und auch die Ersatzlösung (3 von Seite 12) spare ich mir heute. Warum? Warum, warum - ich zitiere erstens einmal die Angaben des Verlages zum Verfasser:
Jean Améry wurde 1912 in Wien geboren und wuchs in Österreich auf. Er studierte Literatur und Philosophie. 1938 floh er vor den Nationalsozialisten nach Belgien, wo er während der deutschen Besatzung der Widerstandsbewegung angehörte. Von 1943 bis 1945 war er Häftling in den Konzentrationslagern Auschwitz, Buchenwald und Bergen-Belsen. Nach dem Krieg lebte er in Brüssel. [...] Er nahm sich 1978 in Salzburg das Leben.
Ich weiß heute schon recht genau, was mich als 17-Jährigen dazu trieb, Texte unter Titeln wie diesen zu lesen:
  1. An den Grenzen des Geistes
  2. Die Tortur
  3. Wieviel Heimat braucht der Mensch?
  4. Ressentiments
  5. Über Zwang und Unmöglichkeit, Jude zu sein
(Nach der Orthografie des Originals zitiert.) Die Erkenntnis des Lektüremotivs ist mir heute ein bisschen peinlich, hat mit einer Schmerz- und Traumaverarbeitung zu tun, die so vermessen war, dass ich sie mir heute gleich wieder philosophisch abstrakt erklären muss, um mich nicht über mich als 17-Jährigem zu ärgern. (Idee: Panisches/Personales nach Eugen Fink in der Darstellung von Matthias Burchardt lagen meinerzeit schwer über Kreuz.)

Genug von meiner Vergangenheit, morgen vielleicht mehr zu Jean Améry.

Hier kommt die Gegenwart ins Spiel:









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