Donnerstag, 19. März 2009

Günther Anders (-Stern): Der Blick vom Mond

Günther Anders | Der Blick vom Mond | Reflexionen über Weltraumflüge | München | Beck | 1994 | e: 05.04.1995

Günther Anders war zeitweilig mein Favourit unter den bestenfalls halbverstandenen Philosophen, mit Hilfe von Ludger Lütkehaus arbeite ich mich heutzutage langsam zu einem etwas gründlicheren Verständnis vor.

Begeistert haben mich damals vor allem die aphoristischen „Ketzereien“ (die hier in ein paar Tagen auftauchen werden). Es wird also noch Zeit für Notizen bleiben. Einstweilen Satz 4 von Seite 123 (wer weiß, welche Bannflüche Anders auf mein Verfahren herabregnen ließe):
Nicht das Feuerbachsche DictumDer Mensch ist, was er ißt gilt heute, sondern das:Der Mensch ist das, womit er gefüttert worden ist.“.
Als gesellschaftskritisches Diktum würde man das heute nur noch nach kräftiger Heidegger- oder zumindest Sloterdijk-Benebelung durchgehen lassen - und auch die meisten Öko-Krauter von einst, die ihren Nachwuchs zu prächtigen LOHAS-Figuren haben reifen lassen, dürften nunmehr im zweiten Zitat im Zitat das „ist“ durch „isst“ ersetzen. Was nichts mit der Orthografiereform zu tun hat, sondern eher etwas mit Gehirnerweichung durch langjährige Öko-Kost.





1 Kommentar:

gerri hat gesagt…

Auch ich beschäftige mich gerade mit Günther Anders.Empfehlenswert ist das Buch "Die molussische Katakombe", aus der man unter anderem lernen kann, wie Diktaturen die Menschen manipulieren. Den Widerspruch, dass die Menschheit sich zwar selbst vernichten kann und das wahrscheinlich auch tut, aber dennoch ein Kampf für die Erhaltung notwendig und sinnvoll ist, habe ich in Hinsicht der Lektüre von Lütkehaus "Nichts" nicht nachvollziehen können!

gerri
gerri.be-vie@web.de