Montag, 30. März 2009

Nur 1-2 Prozent gelesen: Querlesestoff aus der USB


Dem Fundus der Universitäts- und Stadtbibliothek wird heute wieder ein Stapel quergelesener Bücher einverleibt. Eine diffuse Vorstellung, mich nach einem ersten Durchgang - Anfang der 1990er-Jahre war das - noch einmal intensiver mit Technologiefolgenabschätzung beschäftigen zu sollen - diesmal unter dem hybriden Titel „Trendforschung“ - lege ich damit gleichsam wieder zu den Akten.

Wichtiger sind mir derzeit Themen rund um die Public Relations und die Medienauswertung. In letztere schnuppere ich seit einigen Wochen auch ganz praktisch hinein - jene Bücher, die hier einen wirklich nutzbringenden theoretischen Überbau versprechen, liegen momentan aber noch in der Vorbestellungsschleife. Mal schaun, was wird, wenn sie eingeflogen sind.

Für mich also von eher mäßigem Nutzen und darum heute zurück:

  1. Norbert Schulz-Brunhoel: Die PR- und Pressefibel, Frankfurt am Main 2001 | In dieser Ausgabe jedenfalls etwas altbacken. Dass das Twittern und ähnlicher Schmarren online-medialer Art hier noch nicht berücksichtigt werden konnten, muss kein Tort sein. Und wer weiß schon, wohin das Mediennutzungsverhalten noch umbrechen wird - außer, dass es weg kommt von den Print- und Öffentlichrechtlich-Medien, die in diesem Buch im Mittelpunkt stehen (müssen)?
  2. Hansjürgen Meistert : Mitarbeiter besser informieren, Frankfurt am Main 1993 | Könnte die USB gerne ins tiefste Archiv verlagern, es muss ja nicht das Historische Stadtarchiv Kölns sein. Liest jemand mit? 17A5002 lohnt die Magazinbestellung nicht mehr.
  3. Reinhold Alber: New York Street Reading - Die Stadt als beschrifteter Raum, Tübingen 1997 | Eine gesellschaftswissenschaftliche Dissertation, die mir als Beifang zum Thema Medienanalyse ins Netz ging. Ein schier unglaublicher Brocken, 1.308 Seiten, unlesbar. Als reine Materialsammlung fände ich es auch schon fragwürdig, als Doktorarbeit möchte ich so etwas nicht lesen müssen. Wirkt auf mich so, als ob Klaus Theweleit sich beim Schreiben etwas in den Tabak gebröselt hätte. Nur ist dieses Buch nicht von einem Klaus Theweleit, sondern von einem Reinhold Alber verfasst. Da verbieten sich solche Ideen.
  4. Waldemar M. Baron: Technikfolgenabschätzung, Opladen 1995 | Was damals eher ökologisch in die akademische Sülzeform gepresst wurde, kommt heute mutmaßlich sehr trendy oder lilalulaalaa daher. So wie hier vielleicht.
  5. Alexander Roßnagel: Rechtswissenschaftliche Technologiefolgenabschätzung, Baden-Baden 1992 | Der Untertitel lautet „Umrisse einer Forschungsdisziplin“. Beim Blick darauf, wie umfangreich das Thema „rechtswissenschaftliche Technologiefolgenabschätzung“ im Katalog der USB vertreten ist, könnte ich gehässig fragen: Na, wo ist sie denn, die neue „Forschungsdisziplin“? - Zum Trost kann sich der Jurist wohl sagen: Naja, ist wohl ein Ingenieurs- und Wiwi-Thema - das sind für mich als bravem Hermeneut ja ohnehin bloß rechtswissenschaftliche Hilfsdisziplinen...
  6. Wolgang Reinhard & Justin Nagl (Hg.): Menschen und Märkte, Wien, Köln, Weimar 2007 | Es stecken viele spannende Themen in diesem Sammelband. Einen Wunsch hätte ich aber: Jürgen Kaube möge ein Exzerpt veranstalten, damit man schneller durchkommt.
Bildquelle: Ausriss aus der Brandeins vom Februar 2009, Schwerpunkt PR. Das war einmal ein spannendes Heft.

Freitag, 27. März 2009

100% ungelesen bleibt: Prechts Liebesdenken

Eingestanden, auf den Gedanken mir dieses Buch anzuschaffen, kam ich nur dadurch, dass ich noch die eine oder andere Kaufverpflichtung in meiner erst zum Jahresende auslaufenden Buchclub-Mitgliedschaft zu erfüllen habe.

Denn von der Lektüre von Prechts Philosophieschmöker ist mir kein einziger überraschender Gedanke im Gedächtnis haften geblieben, keinerlei neue Lust mich mit einer noch neuen philosophischen Schule zu beschäftigen ward geweckt worden - kein gutes Ergebnis für einen populären Philosophie-Aufriss.

Heute las ich im Magazin des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ein Interview mit Richard David Precht, das wohl zur Absatzförderung seines neuen Buches dienen soll. Trotz meiner Sorge, dass mir nun gar kein anderes Buch in meinem Club gefallen könnte, hat das Interview - genauer gesagt: eine Einzelaussage - meinen rudimentären Kauftrieb sofort erlahmen lassen. Ich darf zitieren. Auf die Frage der KStA-Journalistin Alice Ahlers, welche sexualpraktischen Konsequenzen das Postulat Prechts habe, unsere Liebesvorstellungen richteten sich in der Gegenwart vornehmlich an Kino-Phantasien aus, antwortet der Meisterdenker:
Wir gucken uns Rollenverhalten in Filmen ab. Diese richten aber die Sexualität nicht nach dem Leben aus, sondern danach, was filmisch gut aussieht. Die Frau sitzt oben, stöhnt zur Decke und wirft die Haare in den Nacken wie bei der Eispickel-Nummer in „Basic Instinct“. Zu Beginn der 90er Jahre war es bei Frauen unheimlich „in“, sich so zu verhalten. Ich halte das nicht für ein arttypisches weibliches Verhalten.
Mir fehlt es an schlüpfriger Phantasie, mir die empirische Herleitung dieses Denker-Statements auszumalen. Oder doch zumindest der karnevalistische Humor. Was aber gar nicht geht, sind gar so schlicht biologisch hergeleitete Aussagen humanethologischer Qualität wie im von mir oben unterstrichenen Satz.

Von einem Philosophen, den ich mit Gewinn lesen möchte, erwarte ich jedenfalls weniger kurzschlüssiges Dogmatisieren.


Wie meschugge die US-amerikanische Dialektik von brüllender Prüderie & notorischem Exhibitionismus ist, konnte ich bei dem - dank blogger.com-Zensur vergeblichen - Versuch feststellen, hier ein Beispiel-Video aus dem von Herrn Precht zitierten Film einzubinden. Allein schon diese Meschuggizität beweist, wie offen menschliche Verhaltensoptionen sind. (Und abgesehen davon, dass ein Videozitat eines harmlosen Fruchtbarkeits-Tänzchens von Sharon Stone um Michael Douglas hier nicht gebracht werden kann: Wer zum Teufel hat eigentlich Michael Douglas zum Prototypus des männlichen Mannes verklärt?)

Freitag, 20. März 2009

Günther Anders Antiquiertheit des Menschen 1 | Satz 4 von Seite 123

Günther Anders | Die Antiquiertheit des Menschen 1 | Über die Seele im Zeitalter der zweiten industriellen Revolution | München | Beck | 1992 (= 7. Auflage) | 353 Seiten | e: 25.10.1993

Vorhin hatte ich mir vorgenommen, zu Günther Anders ungefähr das Folgende zu bemerken: „Der alte Pessimist, kein Wunder, dass du den mit Anfang 20 toll fandest - so schwarz wie du damals gesehen hast ...“ - und ihn damit gleichsam selbst in die (antiquierte) Ecke zu stellen.

Bevor ich diesen Vorsatz umsetzte, guckte ich aber in mein E-Mail-Postfach, dessen Anbieter auf der Startseite stets Meldungen von absoluter Dämlichkeit feilbietet. Ob die Firma jemals bemerkt, dass ihre Kunden das als intellektuelle Beleidigung empfinden? Meldungen wie diese hier, als vermeintlich dem Publikumsgeschmack entsprechend aufs Auge gedrückt, machen es mir schwer, Günther Anders einfach so mit dem Zitat von Seite 123 ins Eck zu stellen:
Aber dieses Prinzip ist ein Mißverständnis der Praxis; in gewissem Sinne wird heute jeder Leser, Radiohörer, Fernsehkonsument, Kulturfilmbesucher in ein vulgäres double des Wissenschaftlers verwandelt: auch von ihm erwartet man, daß ihm alles nun gleich nah und fern sei - was zumeist freilich nicht bedeutet, daß er nun jeder Entscheidung das gleiche Recht auf Erkanntwerden zugestehen solle, sondern das gleiche Recht auf Genossenwerden.
Hier zieht Günther Anders wider die objektivierende Haltung des Wissenschaftlers vom Leder. Weiß der Teufel, was er über Schlagersängerinnen zu sagen gehabt hätte, die Meldungen wie die oben verlinkte in die Welt ziehen lassen.

Dann mal lieber ganz schnell noch etwas zur fiesen Double-Werdung beitragen:





Donnerstag, 19. März 2009

Günther Anders (-Stern): Der Blick vom Mond

Günther Anders | Der Blick vom Mond | Reflexionen über Weltraumflüge | München | Beck | 1994 | e: 05.04.1995

Günther Anders war zeitweilig mein Favourit unter den bestenfalls halbverstandenen Philosophen, mit Hilfe von Ludger Lütkehaus arbeite ich mich heutzutage langsam zu einem etwas gründlicheren Verständnis vor.

Begeistert haben mich damals vor allem die aphoristischen „Ketzereien“ (die hier in ein paar Tagen auftauchen werden). Es wird also noch Zeit für Notizen bleiben. Einstweilen Satz 4 von Seite 123 (wer weiß, welche Bannflüche Anders auf mein Verfahren herabregnen ließe):
Nicht das Feuerbachsche DictumDer Mensch ist, was er ißt gilt heute, sondern das:Der Mensch ist das, womit er gefüttert worden ist.“.
Als gesellschaftskritisches Diktum würde man das heute nur noch nach kräftiger Heidegger- oder zumindest Sloterdijk-Benebelung durchgehen lassen - und auch die meisten Öko-Krauter von einst, die ihren Nachwuchs zu prächtigen LOHAS-Figuren haben reifen lassen, dürften nunmehr im zweiten Zitat im Zitat das „ist“ durch „isst“ ersetzen. Was nichts mit der Orthografiereform zu tun hat, sondern eher etwas mit Gehirnerweichung durch langjährige Öko-Kost.





Mittwoch, 18. März 2009

Selten so etwas aufgelasenes gelesen: Matthias Matussek | Wir Deutschen

Matthias Matussek | Wir Deutschen | Warum uns die anderen gern haben können | Frankfurt am Main | Fischer | 2007 | 352 Seiten | e: 18.02.2009 für € 2,95


„Zu Hitler fällt mir nichts mehr ein.“
(Karl Kraus) - Was aber fällt mir zu Matthias Matussek ein? Gehen wir unsystematisch vor, schreiben wir eine Liste:

  1. Am 9. März 1804 sah man im thüringischen Provinzstädtchen Weimar folgende Szene: Der Geheimrat Goethe jagte, seinen Sparzierstock überm Kopfe schwingend, den rachitisch keuchenden Fritz Schiller durch die klammen Gassen, leicht hesselnd ausstoßend: „Sauschwab, Sauschwab, dreckerter ... Von wääschen, saaaber, die Schwaben ...!“ - Im SPIEGEL-Interview mit Matthias Matussek erklärte Goethe Jahrzehnte später zu dieser von der Germanistik noch nicht dokumentierten Szene im Frühjahr '04: „Mein lieber Herr Doktor Matuussek, ich wusste doch damals schon, dass Sie, hochwürdigster Herr & Gebieter aller deutschen Künste einst auf diesem Wege zu mir finden könnten. - Da konnte ich doch nicht zulassen, dass dieser Schiller jene Straße mit seiner Sputum spuckenden Gegenwart befleckte, auf die Sie - hochgelahrter Doktor Matussek - dermaileinst Ihre durchlauchtigsten Füße setzen würden.“ - Selbstverständlich konnte sich Matthias Matussek mit dieser Erklärung zufriedengeben, doch das erst, nachdem der alte Geheimrat Seiner - Matthias Matusseks - Größe entsprechend - IHm seine Bitte um Pardon proskynierend unterbreitet hatte.
  2. Als gott der herr zu flüstern wagte „Es werde Licht!“ hieb ihm MAtthias MAtussek auf die Finger und sprach mit Donnerschall: „Feuer, Schere, Licht sind deine Sache nicht, du Wicht! - Sondern wie man weiß: Meine!“
  3. Dem Herrn Doktor Matthias Matussek als Feuilleton-Chef des Magazins DER SPIEGEL zu kündigen, wie unlängst geschehen: Ich hätte das nicht gewagt. - Manche Menschen wirken so, als könnten sie sich etwas antun, wenn man ihre Größe wieder auf Normalmaß bringt.
  4. Irgendwie drängte sich mir während der flüchtigen Lektüre, ohne dass ein solcher sexueller Anhaltspunkt im Buch zu finden wäre, das Bild eines größenwahnsinnigen männlichen Pubertierenden vors innere Auge, der - wie Immanuel Kant das wohl formuliert hätte - „Hand an sich legt“. Will damit nun nicht behaupten, dass ich Matthias Mattussek für einen solchen hielte oder auch nur in die Nähe rücken wollte. Nur bin ich ja, laut Professor Georg Christoph Lichtenberg und Doktor Sigmund Freud, nicht verantwortlich für meine freien Assoziationen. Also kann es kaum schaden, sie als Warnhinweis hier einmal zu dokumentieren.
Nein, mit dem vorliegenden Buch konnte ich nichts anfangen. Gelesen habe ich es vor dem Weglegen vielleicht zu einem Drittel. Um mich hier nicht weiter damit aufzuhalten, es hat mich ja schon gestern das Viertel eines Tages gekostet, möchte ich mein Urteil in zwei Wörtern zusammenfassen: „Völlig aufgeblasen!“.

Allein schon der Eindruck, dass ein gestandener SPIEGEL-Redakteur seine Eitelkeit damit schmückt, prominente Personen (Harald Schmidt, Sarah Kuttner, Peter Sloderdijk) interviewt zu haben! Quod licet bovi, non licet Jovi. Und was hätte ich zum Beispiel aus dem verblasenen Peter Sloderdijk die Luft herausgelassen ... Statt noch mehr hineinzupumpen!

Lassen wir das und gehen über zu guten Taten:


Dienstag, 17. März 2009

Louis Armstrongs Leben in New Orleans | Satz 4 von Seite 123

Louis Armstrong | Mein Leben in New Orleans | Zürich | Diogenes | 1977 | 257 Seiten | e: 18.02.1990 (vermutlich)

Das Buch kam vermutlich als Teil eines Pakets in meinen Besitz, das am Tag meiner Musterung ankam. Die erste Bestellung bei Zweitausendeins, Vorgänge dieser Art sollten später raumfüllend werden.

Louis Armstrong erzählt hier von seiner Kindheit - das heißt: Szenen von Armut, einem „Konflikt mit dem Gesetz“, es endet mit Amstrongs Engagement bei King Joe Oliver.



Das Buch liest sich, wie die Musik in dem Video klingt: ein bisschen betulich. Mich erinnerte das daran, wie Hans J. Massaquoi („Neger, Neger, Schornsteinfeger“) von seiner Kindheit erzählte - vor allem aber von seinem beruflichen Aufstieg als Journalist in afro-amerikanischen Medien der USA: Voller stolzer Erklärungen, mit welchen Berühmtheiten man so zusammengekommen sei, beispielsweise. Überall schimmert das gebrochene Selbstbewusstsein durch, das Menschen mit dunkler Pigmentierung in den vergangenen 250 oder 500 Jahren mit dem transatlantischen Sklavenhandel eingebleut bekamen.

Ich freue mich darauf - das werde ich wohl noch miterleben -, dass nicht nur Louis Armstrongs Musik als postmodernes Versatzstück westlicher Kfz-Reklame dient, sondern ein elektronisch gut vernetztes Afrika dem bloß papier-modernen Europa einmal den Marsch zu blasen beginnt - mit der ganzen - meist so gar nicht „hochkulturellen“ Stärke dynamischer Gesellschaften und Kulturen des „dunklen Kontinents“.

Schluss mit der Abschweifung. Zitieren wir Satz 4 von Seite 123:
Er [Joe Lindsey] sprach von der Frau, derentwegen er die Kapelle verlassen hatte und die ihm schließlich eines älteren, erfahreneren Burschen wegen den Laufpaß gegeben hatte.
„Kapelle“, „Bursche“ oder „Laufpass“ - die Übersetzung dürfte schon in den 1970er-Jahren nicht ganz zeitgemäß gewesen sein, aber vermutlich ließ sich der Englischuniversalübersetzer Harry Rowohlt damals noch nicht von den Zürichern engagieren.

Schluss mit der Bloggerei für heute. Mit ein bisschen Reklame:












Montag, 16. März 2009

5% gelesen, dabei spontaner Müdigkeitsanfall

Karl Schlögel | Planet der Nomaden | oO (Berlin) | Verlag wjs | 2006 | 150 Seiten | Signatur Stadtbibliothek Köln Pbo 7 Schlögel


Von Karl Schlögel habe ich bisher nur kluge Dinge gehört, ob ich von ihm höchstselbst schon etwas Geschriebenes in der Hand hatte, weiß ich nicht. Darum griff ich nach der hier vorliegenden Sammlung von Aufsätzen und Essays.

Bei den Notizen des - doch recht berufenen Autors - zu den Jugendkrawallen in den Pariser Vorstädten befiel mich spontan heftige Müdigkeit. Mir wehte da zu sehr die grüne Flagge des Propheten.

Es wäre zu prüfen, ob damals, als unsere Väter und Großväter fahrradkettenschwingend und kotelettentragend halbstark durch die Dörfer zogen, sie dies unter der dämonischen Flagge der internationalen Freimaurerei taten - dieses Stück Stoff mit den 13 Streifen und mittlerweile 50 Sternen. - Nein, ich glaube, man kann sich die Prüfung sparen. Selbst die kulturkritischsten Marmorköpfe des akademischen Lebens in Deutschland werden sich solcher Symbol-Symptomologie enthalten haben. Zu derartigen Anrufungen, ganz gleich welcher Fahne:

„Ich mag das nicht.“ (Hauptmann von K.)


Reichlich unglaubwürdiger Krimi

Joachim Grintsch | Freier Fall | Oldenburg | Schardt Verlag | 2006 | 238 Seiten

Nicht alles an einem Plot muss glaubwürdig sein, das weiß man vom Erfolg von Filmen wie „Forrest Gump“ oder der Karriere Bill Clintons - ja, in diesen und anderen Fällen kann ein dramatischer Kern an offenkundigem Unfug geradezu eine Geschichte oder einen Lebenslauf tragen. Aber bitte nicht so, wie in diesem Köln-Krimi.

Im Mittelpunkt der Handlung steht ein schwerst alkoholabhängiger Kommissar der Kölner Kriminalpolizei, der von einer Prosituierten - Kollegin einer ermordeten Frau - erst zum Entzug, dann zur Under-Cover-Ermittlung animiert wird. Hier geschieht ein erstes Wunder: der süchtige Kommissar entzieht - fast mal eben so - von 3 Flaschen Branntwein täglich quasi von hück up morje & stürzt sich sogleich - zweite Unglaubwürdigkeit - in die private Ermittlung. Wäre dieses Wunder hier geschehen, der fromme Dr. Manfred Lütz hätte in Rom einen Fall zur Heiligsprechung vorzutragen.

Im Zug seiner Ermittlungen findet Kommissär Roland heraus, dass sein Kollege Ötztürk mit einer sadistischen Prostitutionsmanagerin konspiriert, gerät selbst auf die Fahnungsliste, kommt von der Fahndungsliste justament in dem Augenblick wieder herunter, in dem die wahre Mörderin (ein 13-jähriges Täter-Opfer-Kompositum) ihn samt seiner Interimsgeliebten mit Benzin verbrennen möchte. Et cetera.

Das liest sich zwar flott und vertreibt für einen Nachmittag auch die Langeweile. Das ist sogar besser als ein durchschnittlicher deutscher Fernseh-Krimi. Vielleicht liegt's ja auch nur daran, dass Lektüre doch ein bisschen mehr fordert als die Glotze: Mir kam's schließlich ein bisschen zu blöd vor, vermutlich, weil man auch flotte Bücher mehr durchdenkt als televisionäre Tatorte.


Aber bitte, was soll ich jetzt von Professor Rolf B. denken?





Sonntag, 15. März 2009

89% gelesen | Da scheint einer den coolen Doktor nicht zu mögen

Sascha Lehnartz | Global Players | Warum wir nicht mehr erwachsen werden | Frankfurt am Main | Fischer | 3. Auflage 2006 | 285 Seiten | e: 18.02.2009 € 2,95

Ich arbeite seit einigen Tagen oft zu nachtschlafener Zeit - nachtschlafend für alle anderen -, mein Projekt „Zitiere täglich Satz 4 von Seite 123“ habe ich daher schleifen lassen, immerhin lese ich jetzt - neben den beruflich zu lesenden Texten - nun ab und zu eher leichten Stoff wie diesen.

Wer, wie ich, einen leibhaftigen Trendforscher zu seinem Bekanntenkreis zählt, wird hier manch treffende Zeile entdecken. Im Übrigen habe ich das meiste, was diese Lektüre betrifft, gleich nach dem Lesen auch schon wieder vergessen. Ein Effekt, der eintritt, wenn man sich schon bei der geistigen Nahrungsaufnahme denkt: Och, das ist aber leicht verdaulich. Stimmt schon. Huch, diese Zeile ist aber spicy. - Und gut ist es.

Lehnartz handelt von der sozial bedingten (möglicherweise sogar: biologisch angelegten) Unfähigkeit des (post-) modernen Menschen, heutzutage erwachsen zu werden. Cool zu sein, sei zum Imperativ des mit der Mode gehenden Menschen geworden, paradoxerweise sogar gerade dann, wenn er gegen die Mode angeht - Trendforschern, Trendscouts etc. sei dank -, weil der Konsumkapitalismus jede Abweichung von ästhetischen, habituellen und ähnlich weichen Normen sogleich zur potenziell neuen Norm - jedenfalls einer Zielgruppe - erhöbe.

Das ist nichts Neues. Wer mich persönlich kennt, weiß, dass ich solchen Erkenntnissen zwar unbeschwert beipflichten kann, nichtsdestoweniger in einer - im Wortsinne - habituellen Muffeligkeit (bitte hier kein „ü“ hineinlesen) anheimgefallen bin und bleibe.

Um die merkwürdige Titelzeile dieses Postings zu erklären: Obwohl der Großmeister des deutschen Magazinjournalismus, Doktor Ulf Poschardt, ein Buch über das Coolsein vollgeschrieben hat, mit vielen Seiten ohne bunte Bilder, findet „der Doktor“ bei Sascha Lehnartz keine Erwähnung. Und es geht beim Nicht-erwachsen-Werden natürlich viel ums Coolsein. Da können sich offenbar zwei Enddreißiger im deutschen Medienhaifischbecken nicht so gut riechen.

Habe ich Sie mit diesem Posting noch nicht zum Weiterklicken animiert? Dann zitiere ich jetzt noch einen hübschen Satz zu Désirée Nick, den ich deshalb so lustig finde, weil ich mit der Dame mal telefonieren musste. Frau Nick hat sich ja (was mir am Telefon doch eher entging) um die guten Sitten in Deutschland verdient gemacht. Ich zitiere also, was SL dazu im Zusammenhang hält:

[D]ie Zeitschrift Brigitte drillte ihre Leserinnen in einer Knigge-Serie, Brenner's Park Hotel in Baden-Baden bietet seinen Gästen Umgangsformen-Unterricht an, da auch gut betuchte Gäste rätseln, wie sie sich in Grandhotels zu bewegen haben. Anscheinend weiß kein Mensch mehr, wie er sich ordentlich anziehen, vernünftig anziehen, vernünftig zu verhalten und gut benehmen soll. Die Ratlosigkeit ist so groß, daß man Désirée Nick eine Benimm-Show moderieren läßt. Genauso gut könnte man Saddam Hussein anbieten, Demokratieunterricht zu erteilen.
Dem kann ich - im Gegensatz zum Coolsein & Modechick - aus Erfahrung beipflichten.






Samstag, 7. März 2009

Wenn der Staat tötet | Satz 4 von Seite 123

amnesty international | Wenn der Staat tötet | Todesstrafe contra Menschenrechte | Frankfurt am Main | Fischer | 1989 | 486 Seiten | e: 10.05.1989

Vielleicht hätte ich mir für die Fleißarbeit des Bücherabstaubens-Seite-123-Aufschlagens-und-Satz-4-Zitierens einen späteren Zeitpunkt am Tag aussuchen sollen. Manchmal bleibt einem ja doch das Frühstück auf dem Magen. Einmal schauen, wie das heute aussieht.
Die genannten Zahlen basieren zum Teil auf offiziellen Statistiken; wo diese nicht verfügbar waren, liegen den Angaben Meldungen aus der Presse des jeweiligen Landes und Berichte aus anderen Quellen zugrunde.
Glück gehabt, hier geht es nur um methodische Vorfragen zur Frage, welche Menschen wo und wann und unter welchen juristischen Kautelen von Staats wegen ums Leben gebracht wurden. Vor über 20 Jahren.

Einer der wenigen Gründe für einen Agnostiker, den lieben Gott zu loben: Hierzulande haben selbst Mörderinnen und Mörder, Hochverräterinnen und Hochverräter, Vergewaltigerinnen (mit Todesfolge) und Vergewaltiger (mit Todesfolge) nach 20 Jahren eine Chance, wieder in Freiheit zu gelangen. Wenn man bedenkt, dass es ausgerechnet ein Verfassungsvater war, der den Artikel 102 Grundgesetz im Parlamentarischen Rat promovierte, den man heutzutage gesinnungspolizeylich wohl nur mit der Mistgabel anfasste, kann man dem GRoßen ZUfallsspender ÜBer den WOlken nur für seinen paradoxen Humor loben.

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Freitag, 6. März 2009

BolivierInnen, bitte nicht foltern | Satz 4 von Seite 123

Die Organisation rief die Behörden ferner auf, Maßnahmen zum Schutz aller Gefangenen vor Folterungen und Mißhandlungen zu ergreifen.
So Satz 4 von Seite 123, aus dem amnesty-Länderbericht für Bolivien. Dass der Jahresbericht von amnesty international so dick wurde, zwischen 1987 und 1994 lag sicher daran, dass sich der vormalige Ostblock in eine Vielzahl neuer Staaten zerspitterte. Auf Bolivien folgte hier das noch recht frischgebackene Bosnien-Hezegowina.

Ich wünschte mir, der ai-Bericht würde von Jahr zu Jahr -sagen wir realistisch: - um 5% dünner. Nicht, weil sich die Staaten wieder zusammenschlössen, sondern weil immer weniger schwere Menschenrechtsverletzungen gäbe.

Im Gegensatz zu altkonservativen oder reaktionären Kritikern des liberalen, sozialistischen oder jüdisch-christlichen Menschenrechtsuniversalismus glaube ich, dass diesem keine hypertrophe Mechanik zugrunde liegt, nach dem Motto: „Ginge es den Menschen irgendwann mal wirklich gut, so würden sie aus reinem Anspruchsdenken doch bloß neue, nun aber bloß vermeintliche Menschenrechte erfinden“. Ich glaube vielmehr, dass - sollten die schwersten Eingriffe in menschliche Bedürfnisse von Seiten „staatlicher“ Machthaber aufhören, durchaus einmal Ruhe in den Kotten käme. (Nach einer Übergangszeit, in der zarte Seelen sicher noch ein paar ulkige Ideen verföchten.)

Ich vermute, solche prinzipiellen Überzeugungen hatte ich schon 1994; leider hat sich RoW mir noch nicht angeschlossen, so dass sich nicht sagen lässt, ob die Leute im Recht sind, die die FAZ noch zu links finden oder jene, die sich ihren moralischen Schneid durch Gleichstellungsstellen-Planstellen und Gendermainstreamingförderprogramme abkaufen lassen. Man frage mich in 15 Jahren nochmal:






Donnerstag, 5. März 2009

Alles immer noch so beschissen wie früher ...?

Heute Morgen hatte ich zu arbeiten, daher keine Zeit, vorab ins Buch zu gucken. Da bietet es sich methodisch an, eine Hypothese aufzustellen: „Die Lage der Menschenrechte auf diesem Planeten hat sich nicht wirklich gebessert, und wenn ich gleich das Buch vom Scanner hole, lässt sich das mit dem vierten Satz von Seite 123 auch beweisen!“
Vor Ende 1986 hatte die Organisation [ai] Augustin Murayi und Rachel Ndayishimiye als gewaltlose politische Gefangene adoptiert.
Das meldet der Report von ai, doch leider: von beiden Menschen weiß das Google zugängliche Netz augenscheinlich nichts. Beide wurden vor rund 23 Jahren in Ruanda inhaftiert. Wer aufgrund dieses Blog-Postings auf die Namen stößt und die Seite gemailt haben möchte, leiste ich dies gerne; mir scheint, hier bleiben die Menschenfreunde ohnehin unter sich.

Sagen wir zur Ausgangshypothese also einmal vorsichtig optimistisch: Wollen wir einmal nicht hoffen, dass die Hypothese oben stimmt.

amnesty international | Jahresbericht 1987 | Frankfurt am Main | Fischer | 1987 | 522 Seiten | e: 02.11.1987 (also von der dritten Ausbildungsvergütung, aber nebbich)

Mittwoch, 4. März 2009

amnesty international | Bericht über Folter | Satz 4 von Seite 123

amnesty international | „Wer der Folter erlag ...“ | Ein Bericht über die Anwendung der Folter in den 80er Jahren | Frankfurt am Main | Fischer | 1985 | 335 Seiten | e: 13.11.1987

In meinem Katalog ist dieses von amnesty international herausgegebene Buch der Anführungszeichen wegen an erste Stelle gerückt, morgen geht es alphabetisch geordneter weiter.

Beim erneuten (Quer-) Lesen graben sich Fragezeichen in den Kopf. Das englische Original erschien Mitte der 1980er-Jahre. Seither wird sich vor allem in dem Teil Europas sehr viel getan haben, was das Verbot der Folter betrifft, der sich der Europäischen Union anschließen konnte. In der damals noch real existierenden Sowjetunion wurden Dissidenten noch in Psychiatrien misshandelt, unabhängig davon, ob sie krank waren oder nicht. Unter dem „lupenreinen Demokraten“ Putin scheint die russische Staatsgewalt nicht mehr zu solchen Mitteln zu greifen. Stattdessen werden Oppositionelle gleich getötet.

Wie man hört, ist das überhaupt ein Trend der totalitären Staatsgewalthaber auf diesem Planeten: Verschwindenlassen, heimliche Tötung - nur keine Märtyrer für eine gelegentlich wach gewordene Weltöffentlichkeit schaffen.

Für eher geordnete Machtverhältnisse geschrieben ist daher auch Satz 4 von Seite 123, ein Vorschlag zur Verhütung von Folter, gültig für Polizei-, Gefängnis- und andere freiheitsentziehende Verwaltungen, die sich wenigstens halben Weges dem Ideal des Rechtsstaates verpflichtet sehen:
Angehörige von Sicherheitskräften, gegen die wiederholt Beschwerden wegen Mißhandlungen eingereicht wurden, sollten unter Vorbehalt in Aufgabenbereiche versetzt werden, in denen sie nicht direkt mit Verhaftungen oder mit der Bewachung oder Vernehmung von Häftlingen zu tun haben.
Konsequentes Handeln der Aufsichtsbehörden, so möchte ich mit einigem Frühstückssarkasmus sagen, letztlich sogar Geld sparen. Von solch freundlichen Nebenwirkungen wie dem Erhalt menschlichen Lebens und körperlicher Unversehrtheit und sekundären Dingen wie dem guten Ansehen einer wohlgeordneten Polizei einmal ganz abgesehen.






Dienstag, 3. März 2009

Sebastian Keller | Alice on Speed



Mein heutiger Beitrag zur Wirtschaftsförderung findet sich hier.

Jean Amérys Widersprüche

Jean Améry | Widersprüche | München | dtv (Klett-Cotta) | 1990 | 232 Seiten | e:26.03.92

Aber doch wohl nur scheinbar
lautet der unscheinbare Satz 4 von Seite 123. Améry erläutert zuvor, dass Philosophen wie Jean Paul Satre oder Robert Havemann, die sich der marxistischen Dialektik systemkritisch bedienten, an den Systemen oder in einer allgemeinen Öffentlichkeit scheiterten. Über derlei machte man sich zu der Zeit, in der ich in die Welt gesetzt wurde, in klugen Köpfen Gedanken. (Die Auswahl erschien zuerst 1971.)

Mir stach beim Durchblättern ein Zitat ins Auge, dessen Vor-Denker scheinbar zeitlos existiert, ~1971, 1993, 2009 immer noch da, CLS:
Persönlich bin ich nicht mit der Frage noch [sic!] Gott konfrontiert. Ich finde es durchaus erträglich, mein Leben zu verbringen, wissend, daß ich mir niemals die Totalität des Universums werde erklären können.
Sollte Claude Lévi-Strauss nicht auf seine sehr alten Tage religiös geworden sein, könnte man diesen Satz fast als agnostisch-erratische Gottes-Fußnote werten: ER hält seine HImmliche HAnd über jene Menschen, die ihm nicht ständig betend und/oder meditierend in den GÖttlichen OHren liegen.

Ich persönlich liege ja lieber per Bloggerei einer anonymen Leserschaft in den Ohren. Läuft rezeptionstechnisch fast auf das Gleiche hinaus.








Montag, 2. März 2009

Jean Amérys Jenseits von Schuld und Sühne

Jean Améry | Jenseits von Schuld und Sühne | Bewältigungsversuche eines Überwältigten | München | dtv (Klett-Cotta) | 1988 | 122 Seiten | e: 26.07.1988

Die Überleitung von Carl Amery zu Jean Améry wäre mir schwer gefallen, treffen der katholisch-säkulöse Bänkel-Sciencefictionist und der jüdisch-säkulare Essayist doch vor allem wegen meiner Schrulle zusammen, meine Bücherregale in alphabetischer Reihenfolge „abzustauben“. Immerhin enthebt mich die Seitenzahl von Jean Amérys Buch der Pflicht, Satz 4 von Seite 123 zu zitieren - und auch die Ersatzlösung (3 von Seite 12) spare ich mir heute. Warum? Warum, warum - ich zitiere erstens einmal die Angaben des Verlages zum Verfasser:
Jean Améry wurde 1912 in Wien geboren und wuchs in Österreich auf. Er studierte Literatur und Philosophie. 1938 floh er vor den Nationalsozialisten nach Belgien, wo er während der deutschen Besatzung der Widerstandsbewegung angehörte. Von 1943 bis 1945 war er Häftling in den Konzentrationslagern Auschwitz, Buchenwald und Bergen-Belsen. Nach dem Krieg lebte er in Brüssel. [...] Er nahm sich 1978 in Salzburg das Leben.
Ich weiß heute schon recht genau, was mich als 17-Jährigen dazu trieb, Texte unter Titeln wie diesen zu lesen:
  1. An den Grenzen des Geistes
  2. Die Tortur
  3. Wieviel Heimat braucht der Mensch?
  4. Ressentiments
  5. Über Zwang und Unmöglichkeit, Jude zu sein
(Nach der Orthografie des Originals zitiert.) Die Erkenntnis des Lektüremotivs ist mir heute ein bisschen peinlich, hat mit einer Schmerz- und Traumaverarbeitung zu tun, die so vermessen war, dass ich sie mir heute gleich wieder philosophisch abstrakt erklären muss, um mich nicht über mich als 17-Jährigem zu ärgern. (Idee: Panisches/Personales nach Eugen Fink in der Darstellung von Matthias Burchardt lagen meinerzeit schwer über Kreuz.)

Genug von meiner Vergangenheit, morgen vielleicht mehr zu Jean Améry.

Hier kommt die Gegenwart ins Spiel:









Sonntag, 1. März 2009

Exit Amery | Satz 4 von Seite 123

Carl Amery (Hg.) | Briefe an den Reichtum | München | Luchterhand | 2005 | 270 Seiten

Das Werk dürfte zu den letzten Publikationen Carl Amerys gerhören, der im Mai 2005 starb. Begegnet war ich ihm einmal bei einem Kongress in Düsseldorf, Anfang der 1990er-Jahre, einige Jahre später sah ich ihn einmal im Fernsehen, bei einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung, einen Plastikschlauch vor die Nase gebunden.

Das vorliegende Werk wollte ich als Rezension in einem Medium unterbringen, in dem „Briefe an den Reichtum“ einen witzigen Kontrapunkt hätten setzen können. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich die Rezension aus mehreren Gründen unterlassen:
  1. der Tod Amerys kam dazwischen;
  2. so richtig toll fand ich die versammelten Moralepisteln nicht;
  3. ett jing nüscht mii.
An Aussage 2 hat sich bis heute nichts geändert. Gestern Abend blätterte ich das Buch, zur Vorbereitung dieses Postings durch, konnte aber beim besten Willen nichts entdecken, was mich an den von Amery ge- und versammelten Texten im guten oder schlechten Sinn hätte reizen sollen. Zitieren wir also Satz 4 von Seite 123, machen ein bisschen Reklame und wechseln morgen zum bekannteren und gewiss für viele Leser auch bedeutenderen Mann über, der - wie Carl Amery - seinen Nachnamen aus einem „Mayer/Meier“ anagrammierte.
Dass der Bund Naturschutz seine Flächen umsonst kriegt, ist eine Art Fiebertraum, der in der gesamten Geschichte der Bundesrepublik noch keinen Präzedenzfall aufweist, während die fürstlichen Kollegen „Alteigentümer“ die Naturschutzgebiete im Osten dank guter Lobbyarbeit zur Hälfte des Verkehrswertes bekamen.

Hier spricht ein *Karl Gaier in einem „Brief“ die Großgrundbesitzer an. Sehr rätselhaft. Ein Karl Gayer war Forstwirt im 19. Jahrhundert. Hier liegt also eine für Carl Amery nicht ganz untypische Scharade vor. Nun denn.

Machen wir die übliche Reklame:





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Für den Fall, dass die bayerische Forstverwaltung die Enträtselungshilfe im Internet verrückt, hier der Link in passiver Form:
http://www.baysf.de/de/home/unternehmen_wald/aktuelles/detailansicht/article/13/der-gemischte-wald-fit-fuer-die-zukunft.html