Freitag, 27. Februar 2009

Carl Amerys Die starke Position oder Ganz normale MAMUs

Carl Amery | Die starke Position oder Ganz normale MAMUs | München | Heyne | 1990 | 138 Seiten | e: 30.06.92

Ganz starke Satiren sind das nicht, schließlich ist ein Carl Amery kein Jonathan Swift, aber es sind Texte wie ich sie einmal sehr mochte - zumal ich gelegentlich ähnliche Dinge schrieb (für meine „Alternative Abiturzeitung“ zum Beispiel: ein immer noch ganz hübsches Minidrama aus dem Lehrerzimmer des W.H.R.K.)
Kontrast nicht in steriler Abwehr der unterschwelligen und überschwellenden Häme, welche diesen Band durchtränkt; Abwehr vielmehr gegen den Verdacht, der aus unserem Schweigen erwachsen könnte - den Verdacht nämlich, wir scheuten offene Erörterung einer Schwäche, welche die zeitgenössische Akademie tatsächlich belastet.
Das war gerade Satz 4 von Seite 123; Sprache auf Stelzen natürlich, welche den hohen Ton (korrumpiert) akademischer Rhetorik veralbert. (Wenngleich: Carl Amery sprach, nach meiner Erinnerung, selbst in dieser Tonlage.) Abgeschrieben habe ich ihn aus einem fiktiven Nachwort von Jean-Jacques Smerdyayev, Direktor der Arbeitsgruppe „Futuribles Biomorphes“. Ich glaube ich lese das Büchlein heute noch ein bisschen quer.

Ihnen, liebe hier massenhaft vor den Bildschirmen versammelte Leserinnen, Leser und Lesende, sei nutzwertjournalistisch einzig noch erläutert, was ein MAMU ist: MAMU, Kürzel für Männlicher Akademiker mit Universitätsabschluss (nach Johan Galtung, dem Fragwürdigen).

Bin ich ein MAMU? Urteilen Sie selbst!






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