Donnerstag, 19. Februar 2009

Andrej A. Amalriks Kann die Sowjetuntion...erleben? | Satz 3 von Seite 12

Andrej A. Amalrik | Kann die Sowjetunion das Jahr 1984 erleben? | Zürich | Diogenes | 1970, 1992 | 109 Seiten | e: 10.08.1995

Ja, sie konnte das Jahr 1984 überleben, aber nicht sehr lange. Amalrik wurde für seinen hellsichtigen Essay vom KGB ins Gefängnis gesteckt, der Historiker starb 1980 im spanischen Exil bei einem Autounfall.

Nein, wir wissen noch nicht, ob jene Essays, die in den 1990er-Jahren ein deutliches Zerbröseln der US-amerikanischen Gesellschaft (oder jedenfalls Staatlichkeit) entlang der Großregionsgrenzen prophezeiten, ebenfalls hellsichtig waren. Wer weiß, ob Barack H. Obama als zweiter Jimmy Carter (nettere Variante) oder als zweiter Michail Gorbatschow (bösere Variante) in die Geschichte eingehen wird.

Lassen wir diese bettflüchtige Morgenspekulation. Aus dem schmalen Band lässt sich von Seite 123 natürlich nicht zitieren, greifen wir also zum dritten Satz von Seite 12:
Fünftens habe ich, das muß ich zugeben, einerseits die Geschmeidigkeit der Sowjetführung unterschätzt, und andererseits das Entwicklungstempo der nuklearen und konventionellen Aufrüstung Chinas überschätzt.
So aus Amalriks eigener Neubewertung seines Textes aus dem Jahr 1969/70, neun Jahre nach ihrem Erscheinen.

Am heutigen Frauenfaschingsdonnerstag in Köln lese ich, glaube ich, nach den üblichen Tagespflichten einmal die 100 Seiten.






Keine Kommentare: