Freitag, 16. Januar 2009

Satz 4 von Seite 123 | Konrad Adenauers Erinnerungen 1945-1953

Die Sinnfrage habe ich mir schon gestellt, obwohl ich gerade einmal seit knapp drei Wochen den jeweils vierten Satz von Seite 123 eines jeden meiner Bücher in diesem Blog notiere.

Was mir beim Ausräumen von Bedenken bisher half, war die Lektüre von A.J. Jacobs' „Britannica & ich“ - über dessen Inhalt ich mich hier noch auslassen werde -, samt der Parallellektüre des englischen Originals „The Know-It-All“. Wenn ein erwachsener New Yorker Journalist einen Verkaufserfolg mit einem Buch erzielt, in dem er erzählt, wie er die Encyclopedia Britannica vollständig liest (eine Erfahrung, die ich als 10-Jähriger mit dem Bertelsmann-Lexikon machte), so kann das eifrige Notieren von vierten Sätzen ja auch nicht ganz sinnlos sein.

Ein Hauch von Sinnlosigkeit durchwehte indes gestern mein Hirn, als ich mir die Frage stellte, ob die Publikation der Covers in diesem Blog nicht allzu früh den von Google zur Verfügung gestellten Speicherplatz aufbrauchen würde. Schließlich werde ich ja voraussichtlich erst in acht Jahren mit dem 123-Projekt durch sein. Heute berechnete ich, dass es mit ein bisschen bröseliger Auflösung wohl klappen wird. Bei Adenauers Memoiren kommt mir zusätzlich entgegen, dass hier niemand ein besonders schönes Cover erwarten wird. In den nächsten Tagen folgen also die weiteren Bände, deren erster wie folgt zu dokumentieren ist:

Konrad Adenauer | Erinnerungen 1945-1953 | Frankfurt am Main | Fischer | 51.-80. Tsd. Juni 1967 | 570 Seiten

Frisch verstorben war Adenauer, er ist ja auf den Tag genau vier Jahre vor meiner Geburt auf die Große Andere Seite gewechselt. Im Februar 1992 erhielt ich die Adenauer-Memoiren aus dem Nachlass einer oder eines Verstorbenen aus einem Altersheim in Mettmann - respektive aus dem prospektiven Altpapier.
Molotow lehnte diese Lösung ab und trat dafür ein, daß an die Formulierung die Worte angefügt würden, „die Bildung einer deutschen demokratischen Zentralregierung gemäß den Entscheidungen der Potsdamer Konferenz werde als dringlich anerkannt.“
So das Zitat, Satz 4 von Seite 123. Es geht um das diplomatische Hickhack auf einer Konferenz der Außenminister der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, konkret um den Status Deutschlands vor der Etablierung der beiden deutschen Staaten. Aus Molotows Vorschlag ist ebenso wenig geworden wie aus dem von ihm abgelehnten Ansatz des britischen Ministers Bevin. Interessanter als das Konferenzgeschehen - hier: 1947 - dürfte die Lage nach dem Tod Stalins rund fünf Jahre später gewesen sein. Ausgerechnet Berija soll angeblich Ideen nach Art des späten Gorbatschow, jedenfalls in Bezug auf Deutschland im Kopf gehabt haben. Bei Adenauer wird man wohl auch an zeitlich passender Stelle nichts in den Memoiren finden. Ihm dürfte das Ganze zu heikel gewesen sein.

Naja. Wie kriege ich jetzt den Bogen? Vielleicht so: Konrad Adenauer steht deuschlandpolitisch im Verhältnis zu Helmut Kohl, wie Joschka Fischer familienplanerisch im Verhältnis steht (was ja nur eine Frage der gesunden diplomatischen Verhältnispflege ist) zu folgender Person:












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