Dienstag, 20. Januar 2009

Daseinsvorsorge | Sprachkritisches zum spekulationsfeindlichen Öko-Schlumpf

In einem Beitrag im Deutschlandradio Kultur, im Großen und Ganzen ein sehr geschätzter Sender, höre ich gerade einen Beitrag über eine Ortschaft, die sich auf ökologisch bedenkenfreie Energieversorgung stützen möchte.

Was mir zwar nicht die Galle überlaufen, doch ein bisschen tröpfeln lässt, ist die Aussage eines dortigen Dorfpolitikers, die Gemeinden würden sich wieder „ auf das schöne, alte, deutsche Wort Daseinsvorsorge“ besinnen. (Huch, es steht schon online, ich zitiere:)

Es gibt dieses wunderschöne alte Wort was wieder modern ist: Die Daseinsvorsorge, dass das in der Hand von Kommunen bleibt und nicht Spekulationen Tür und Tor geöffnet werden.
Leises Kichern meinerseits. Das Wort „Daseinsvorsorge“, obschon auf dem Mist des unverfänglichen Philosophen Karl Jaspers gewachsen, wurde von einem prominenten Juristen promoviert, als der gerade auch mit Begriffen wie „Führerprinzip“ schwanger ging.

(Wäre ich so böse drauf, wie mancher auf der „Achse der Guten“, ich würde den Öko-Schlumpf noch rhetorisch züchtigen, weil er etwas gegen „Spekulationen“ hat.)


Ich bin in Dingen wie der Mülltrennung gewiss kein Vorbild, aber beim Wörtertrennen immer wieder landschaftspflegerisch zu haben:






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