Montag, 26. Januar 2009

Al-Azmehs Islamisierung des Islam Satz 4 von Seite 123

„Die Gegenwart steckt in der Vergangenheit, nicht umgekehrt, auch wenn die Vergangenheit nicht in ihren Gegenwartsbezügen aufgeht.“
Kapiert? Es geht - wenn ich das quergelesene Kapitel richtig verstanden habe - um die Praxis moderner ideologischer Strömungen in Ländern des Nahen Ostens (zum Beispiel Nassers in Ägypten), öffentliche Vorstellungen von der Vergangenheit so zuzubereiten, dass aktuellere Ideologeme (oder sogar wissenschaftliche Erkenntnisbrocken) in uralter islamischer oder sonstiger Gemeinschaftssuppe zu schwimmen scheinen.

Gut, diese Erklärung ist auch nicht ganz halal, das am 12. Oktober 2001 erworbene Buch, das seinerzeit schon fünf Jahre auf dem Verlegerbuckel hatte, scheint sehr spannend zu sein. Bleiben heute also die elektronischen Medien ausgeschaltet und aufgeblättert bleibt:

Aziz Al Azmeh | Die Islamisierung des Islam | Imaginäre Welten einer politischen Theologie | Frankurt am Main & New York | 1996 | Campus | 244 Seiten

(Da ich mein Abitur am Wilhelm-Heinrich-Riehl-Kolleg erworben habe, macht es mir natürlich eine helle Freude, das ein in Damaskus gebürtiger, in Oxord, Exeter und Berlin lehrender und forschender Intellektueller dem alten Drecksack eines aufs Säckel klopft.)

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