Freitag, 2. Januar 2009

99% ungelesen | Christkatholischer Antisemitismus

Neben einem Buch über Vögel fiel mir aus dem Erbe meines Großvaters Anton Röhling dieses Buch zu. Der vierte Satz auf Seite 123 lautet:
„Ebensowenig bei den Juden.“

Karl Adam, nach dem Ersten Weltkrieg wohl ein ziemlich populärer, vielübersetzter katholischer Universitätsprofessor, führt hier den „Beweis“, dass den Juden wie auch den antiken „Heiden“ das Verständnis eines väterlichen Gottes gefehlt habe. Ich vermute, dass dieser Gedanke inzwischen selbst unter den Theologenkollegen Adams als Stuss gilt.

Mir reichte, anlässlich meines laufenden Schnelllektüreprojekts, den oben zitierten Satz zu lesen, um mich nicht mehr zu wundern, dass im „Universallexikon für die halbgebildeten Stände“ zu lesen ist, Karl Adam habe sich nach 1933 um ein gutes Verhältnis zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus bemüht. Was ja, wenn ich das als agnostisch gesonnener Nachgeborener einmal scharf formulieren darf, so ziemlich die gottloseste Heranschleimerei ist, die man sich - sogar unter zölibatär-liebeshungrigen Speichelleckern & Liebedienern (pdf|rechts) - nur denken kann.


Zu Recht ungelesen blieb also:
Karl Adam | Christus unser Bruder | Bonn am Rhein | Wahlband der Buchgemeinde | 1935 | 3., verbesserte Auflage | 280 Seiten | Imprimatur Rottenburgi, die 20. Aprilis 1934 | In meiner Bibliothek seit circa 1981.


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