Samstag, 31. Januar 2009

THC eweitert offensichtlich kein Bewusstsein | Seite 123 Satz 4

Nicholas Albery | Generalprobe für das Jahr 2000 | Linden | Volksverlag | 1983

Es handelt sich bei diesem Werk um eine, wie mir scheint etwas zweifelhafte Dokumentation aus dem Hippie-Leben im London der 1968er-Jahre. Menschen, die THC-haltige Dinge konsumieren, haben nach meiner Beobachtung nicht selten die Angewohnheit, aus Nichtigkeiten des täglichen Lebens scheinbar universale, metaphysische oder sonstwie fragwürdige Weisheiten zu ziehen. Dieser Dunst geht auch von diesem Buch aus. Zum Beispiel Satz 4 von Seite 123:
Ich habe ihnen [sic!] gesagt, daß sie meine Meldung umgeschrieben haben und las ihm meine Version, wie sie von Mike Spar gesendet wurde, wortwörtlich vor.
Hier geht es um nicht weniger als einen unglaublich wichtigen Schriftwechsel zwischen Autor Albery und einem Mitarbeiter der BBC. Unglaublich wichtig. Unglaublich. Vermutlich, wenn man die „richtige“ Droge konsumiert hat.

Mir bleibt nur mein Bekenntnis zu schwarzem und grünem Tee und - nachdem mir nun, 20 Jahre nach ihrem Kauf diese Hippie-Memoiren erneut in die Hände fielen - darf ich bekennen: Als ich dieses Buch jetzt querlas, flackerte in mir Verständnis auf für Margaret Thatcher und ihren genialen Nachfolger Francis Urquhart.






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Freitag, 30. Januar 2009

Polizei-Krimis aus Bremen | Satz 4 von Seite 123

Jürgen Alberts | Der Spitzel / Die Selbstmörder / Der Tiermörder | München | (Haffmans Kriminalromane bei) Heyne | 1997 | 624 Seiten

Seitdem die Generation der prekären Intellektuellen, die man unter dem Emblem „68“ einsortiert, 1998-2005 ein bisschen Deutschland mitregieren durfte, kann man Krimis wie die in diesem Band versammelten - glaube ich - nicht mehr schreiben. Das links-liberale Milieu, das hier als „gesellschaftskritisches“ Hintergrundpersonal noch bereitstand, hat sich zwischenzeitlich in zwei Fraktionen zerlegt: die Unbedarften und die Zynischen. Im Bremen, das hier die Szenerie abgibt, sind sie noch traut vereint - wider den noch original sozialdemokratischen Sumpf.

Wie das bei Sümpfen so ist: ich mag nicht tiefer hineinschlüpfen. Außerdem habe ich die Handlung dieses - in den 1980er-Jahren spielenden, zwischen 1988 und 1991 erstpublzierten und in seinem Nachdruck von mir am 20.11.2001 erworbenen - Stoffes inzwischen auch wieder vergessen.
Er hatte über die Namensgleichheit gewitzelt und Grünenberg als einen Journalisten dargestellt, der schon genügend Prügel eingesteckt habe.
Als Journalist „Prügel eingstecken“? - Das ist mir gar nicht sympathisch, darum flüchte ich mich schnell fort vom vierten Satz der Seite 123 zu meinen Knöpfen, die Sie - liebe Leserin, gefürchteter Leser dieses Blogs - nutzen mögen, mir bitte viel Wohlwollen und wenig Prügel zu spenden:








Donnerstag, 29. Januar 2009

Michel Alberts Europa | Satz 4 von Seite 123

Nein, das Titelbild sah natürlich nicht so aus, ich habe es hier - um meine Stimmung zum Buch zu illustrieren - verzerrt dargestellt. Der vierte Satz von Seite 123 ist dank einer fast seitenfüllenden Grafik auch schnell zitiert:
„.........................“
Michel Albert | Herausforderung Europa | Die Europäische Gemeinschaft als Chance | München & Zürich| Piper | 1985 | 141 Seiten | DM 12,80

Erworben habe ich dieses Büchlein noch zu Taschengeldzeiten, am 4. April 1986. Die 13 Mark waren gefühltermaßen schon viel Geld. Ich kann mich an die Enttäuschung erinnern, das Buch sehr gelangweilt in Händen gehabt zu haben.

Beim Durchblättern bemerke ich heute - neben einem ausführlichen Vermerk darüber, wie langweilig das Werk war (aus dem Jahr 1993), den Publikationshinweis über dem Impressum: der Text entstand als Arbeitspapier des Europäischen Parlaments. Heutzutage muss man sich Dokumente dieser Qualität nicht mehr ins Regal stellen, man findet sie online als PDF. Was sie natürlich auch nicht spannender macht.





Mittwoch, 28. Januar 2009

Hans Albert: Traktat über kritische Vernunft | Satz 4, Seite 123

Hans Albert | Traktat über kritische Vernunft | Tübingen | Mohr/Siebeck (UTB) | 5. Auflage 1991 | 284 Seiten (8/10/96)

Mir hat dieses Buch ein bisschen das Studium madig gemacht, weil die Rechtswissenschaften, so wie sie hierzulande gelehrt werden, nicht eben im Licht kritischer Vernunft aufscheinen. Aber das nur so am Rande.
Die Tradition des kritischen Denkens, die in der griechischen Antike entstanden ist und dort eine Zeitlang reiche Früchte hervorgebracht hat, ist in den Machtkämpfen der hellenistischen Zeit wenn nicht untergegangen, so doch von anderen Traditionen überdeckt und absorbiert worden.
Selbst in vorgerücktem Alter hat Hans Albert, der Autor dieses vierten Satzes von Seite 123, im vergangenen Jahr noch einem (ebenfalls nicht mehr ganz jungen) Priesterprofessor bayerischer Abkunft mit Dienstsitz in Rom in die Wadeln gebissen. Nur so nebenbei bemerkt, damit auch jeder weiß, wer wohl „überdeckt und absorbiert“ hat.

Wie gesagt, Jurastudenten können bei Hans Albert Schaden an ihrer Seele der Fähigkeit nehmen, hirnfrei Dogmen zu büffeln - dann kann selbst ich nicht mehr helfen mit den im Folgenden angedeuteten Leistungen:







Dienstag, 27. Januar 2009

Zitiere Satz 4 von Seite 123 aus dem Hans-Albert-Lesebuch

Hans Albert | Lesebuch | Tübingen &c. | Mohr Siebeck / UTB | 2001 | 398 Seiten

Dieses Buch habe ich von einem Ramschtisch befreit, es sah so aus, als wäre sonst die nächste Station ein Reißwolf geworden. Der Band enthält eine Auswahl von anderenorts bereits erschienen Texten Alberts. Nach meiner Erfahrung beschäftigen sich heutzutage Studenten eher nicht mehr (freiwillig) mit den erkenntnistheoretischen Grundlagen von Wissenschaft, was mit der Bolognisierung der Universitäten zu tun haben mag. Da ich Albert schon vor dem Rettungskauf kannte, habe ich insofern auch noch die Zufallswahrscheinlichkeit vermindert, dass einer dieser jungen Leute auf das etwas angeknitterte Exemplar an der Zülpicher Straße in Köln hätte stoßen können. Was soll's.
Man kann also sagen, daß die Kantische Konstitutionstheorie und der mit ihr verbundene Idealismus unnötig ist, obwohl Kant auf sie nicht zu verzichten können glaubte.
Das ist der „Sound“, in dem beispielsweise über den „Mythos des Rahmens und de(n) moderne(n) Antirealismus“ (so die Kapitelüberwschrift) gerichtet wird. Was soll's. Mir gefällt's.


Mir, mich, ich - dahinter steckt:









Montag, 26. Januar 2009

Al-Azmehs Islamisierung des Islam Satz 4 von Seite 123

„Die Gegenwart steckt in der Vergangenheit, nicht umgekehrt, auch wenn die Vergangenheit nicht in ihren Gegenwartsbezügen aufgeht.“
Kapiert? Es geht - wenn ich das quergelesene Kapitel richtig verstanden habe - um die Praxis moderner ideologischer Strömungen in Ländern des Nahen Ostens (zum Beispiel Nassers in Ägypten), öffentliche Vorstellungen von der Vergangenheit so zuzubereiten, dass aktuellere Ideologeme (oder sogar wissenschaftliche Erkenntnisbrocken) in uralter islamischer oder sonstiger Gemeinschaftssuppe zu schwimmen scheinen.

Gut, diese Erklärung ist auch nicht ganz halal, das am 12. Oktober 2001 erworbene Buch, das seinerzeit schon fünf Jahre auf dem Verlegerbuckel hatte, scheint sehr spannend zu sein. Bleiben heute also die elektronischen Medien ausgeschaltet und aufgeblättert bleibt:

Aziz Al Azmeh | Die Islamisierung des Islam | Imaginäre Welten einer politischen Theologie | Frankurt am Main & New York | 1996 | Campus | 244 Seiten

(Da ich mein Abitur am Wilhelm-Heinrich-Riehl-Kolleg erworben habe, macht es mir natürlich eine helle Freude, das ein in Damaskus gebürtiger, in Oxord, Exeter und Berlin lehrender und forschender Intellektueller dem alten Drecksack eines aufs Säckel klopft.)

Kurzkritik an münteferengischer Moralistik

Mit Dietmar Dath kann ich nicht so schrecklich viel anfangen (jedenfalls, was seine eigenständigen Werke angeht, wo ein Redakteur vorsaß, ging es jeweils), dieses Zitat aus seinem Interview im heutigen SPIEGEL finde ich jedoch sehr hübsch:
Wenn Müntefering die sogenannten Heuschrecken erziehen will, ist das eigentlich viel größenwahnsinniger als alles, was der radikalste marxistische Schreier sagt: Marxisten wollen nicht den Hang zum Eigennutz loswerden. Sie wollen eine Ordnung, in der keiner mehr etwas davon hat, fies und dumm zu sein.
cf. DER SPIEGEL Nr. 5 vom 26.01.2009 | Seite 134. Ökonomisch habe ich persönlich es ja mehr mit allen, die „Friedman“, so lange es nicht der ölige Michel ist. Wege zum kleinen Kapitalismus:



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Das schöne Grashüpferbild oben ist verlinkt von der tollen „Insektenbox“.


Vorschule des kölnischen (Familien-) Bandenwesens | 100% gelesen

Ulrich S. Soénius und Jürgen Wilhelm (Hg.) | Kölner Personenlexikon | Köln | Greven Verlag | 2008 | 606 Seiten | Signatur Stadtbibliothek Ncm 6 Sammlung von Biographien [...]

Wohl in keiner deutschen Stadt gehört die teils selbstverliebte, teils selbstkritische Rede vom lokalen Beziehungsgeflecht zum halbguten Ton wie in Köln. Was anderswo schlichtweg als „Filz“ deklassiert wird, kommt hier durchaus liebevoll als „Klüngel“ daher.

Dieses Bild vor Augen ist natürlich die Lektüre dieses Werkes sehr spannend gewesen, als Zugezogener kennt man die raunende Vertraulichkeit, mit der vor Ort weltbekannte Namen ausgesprochen werden, ja nicht unbedingt. Im vorliegenden Personenlexikon gibt es beispielsweise einen Eintrag zum Namen „Soenius“, der offenbar im Zuge seiner Rennfahrer-Karriere in den 1930er-Jahren den welschen Strich überm „e“ verlor. Nun könnte man raunen: Ob der wohl etwas mit dem Herausgeber des Lexikons zu tun hatte...

Was dem angesehenen medizinischen Wörterbuch Psychrembel seine „Steinlaus“, sind dem Kölner Personenlexikon mehr oder weniger auf wissenschaftlichem Spaß beruhende Einträge zu „Könige, Hl. Drei“ oder zum „Tünnes“, historisch tendenziell fiktivem Personal der heimischen Kultur.

Gerne wüsste man bei Einträgen wie dem von Dr. Josef Krämer (1904-1980) mehr. Während des Zweiten Weltkriegs trat dieser Nationalsozialist als Verwaltungskreatur im besetzten Krakau auf, nach dem Krieg war er dann wieder Rechtsanwalt in Köln. Bei Figuren wie dieser wird man wohl auf die Nachauflagen warten dürfen, es dauert eben schon einmal 30 Jahre (und mehr) post mortem, bis sich die Verstrickungen auflösen.




Sonntag, 25. Januar 2009

Grünes Buch von Oberst Al Quaddafi | Quark mit Sauce von Seite 123

Bevor mir jetzt irgendwer die Chance auf eine „Green Card“ sperrt, sollte ich erzählen, wie ich zu diesem Buch kam: Man schrieb das Jahr 1986, ich war 15 Jahre alt und hatte keinen Internetzugang. Was man sich vielleicht gar nicht mehr vorstellen kann: Es gab einmal eine Zeit, in der man noch selbst recherchieren musste, um zu mehr oder weniger brisanten Informationen zu kommen.

Nun wäre es etwas übertrieben, diverse Briefe an diverse Botschaften unter dem Stichwort „Recherche“ abzulegen, nur weil sie die Bitte um kostenlose und unverbindliche Zusendung von Informationsmaterial enthielten. Mehr Anstrengung als eine Google-Suche war es immerhin. Die Vertretung Libyens stand damals ebenso auf meiner Liste wie die Botschaften Israels, der Sowjetunion, Großbritanniens, Südafrikas (damals noch schurkenstaatlicher als heute) und der USA. Ich interessierte mich vor allem für Verfassungstexte, eine juristische Neugier, die Herr Rechtsanwalt Jansen bei mir geweckt hatte, für Strafrechtsordnungen und die nationale Folklore (Hymnen, Flaggen, so'n Zeug).

Die diplomatischen Arbeitnehmer von Oberst Al Qaddafi schickten mir „Das Grüne Buch“ ihres Herrn. Um es - unter uns - vorsichtig zu formulieren: Dieses Büchlein atmet schon vom Titel her eine gewisse Vorstellung von der historischen Größe seines Autors, spielt es doch auf das wesentlich bekanntere „Kleine Rote Buch“ eines gewissen ostasiatischen MassenmördersStaatsmannes an.

Ich zitiere mal zur Sicherheit zwei, drei Sätze vor dem hier einschlägigen vierten Satz von Seite 123:
Arbeit, die für einen Mann angemessen ist, muß nicht notwendigerweise für die Frau geeignet sein. Und das Wissen, welches für das Kind angemessen ist, ist nicht dasselbe Wissen, daß für den Erwachsenen geeignet ist.
Bei den Menschenrechten gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, zwischen Minderjährigen und Erwachsenen. Aber bezüglich der Art ihrer Aufgaben besteht die absolute Gleichheit nicht.
Bei Platitüden dieser Art bleibt es durch die Bank. Interessant sind daher vor allem zwei Dinge:

Erstens, die wahrhaft groteske Art, in der die weiß Gott nicht sonderlich tiefschürfenden Ansichten des Oberst Qaddafi als weltbewegende Erkenntnisse angepriesen werden (Rückentext etc.).

Zweitens: Die - auch in oben zu lesenden Zitat zu findende - Methode, sich diktatorische Macht zwischen den Zeilen vorzubehalten. Nach der Masche: Wir garantieren Menschenrechte, aber wir müsssen „unseren Menschen“ erklären, welchen Platz sie in der Gesellschaft einzunehmen haben.

Den Verlagsort finde ich natürlich auch sehr aufsschlussreich, man darf vermuten, dass manch ein US-feindliches Grüppchen in Griechenland seine Wurzeln südlich des Mittelmeers hat(te):

Muammar Al Quaddafi | Das Grüne Buch | Athen |Arabia/Dr. Nabil Amasheh | 1985 | 144 Seiten

Ich für mein Teil bin - trotz der Berührung mit diesem Buch in zartem Alter - heute gerade mal bloß erfolgreicher Frühstücksdiktator in einer Firma mit einem Mitarbeiter:






Samstag, 24. Januar 2009

Tschingis Aitmatows Der Junge und das Meer | Satz 4 von Seite 123

Tschingis Aitmatow | Der Junge und das Meer | München | Goldmann | 5. Auflage 1991 | 160 Seiten

Aitmatwow kam in Westdeutschland zur Zeit der ungegehenden Sowjetunion auf, dieses Buch erhielt ich - glaube ich - 1992 als Geburtstagsgeschenk. Jetzt lese ich im Autorenporträt, Aitmatow habe 1963 den Leninpreis erhalten. Na, ja Bomben- und Raketenbauer mit kulturellen Feigenblatthaltern. Aber halten wir uns hier nicht weiter mit meiner nachholend anti-bolschewistischen Idiosynkrasie (oder wie immer man spätes Naserümpfen nennen will) auf und zitieren von Seite 123 den vierten Satz:
Und ständig wollte er trinken.
Nicht, dass es später heißt, ich wollte hier bloß Klischees mit Inhalt füllen, aber doch: Russische Literatur, es geht ums Trinken. Und welches Getränk wird gewünscht? Ja. Genau.

Bevor ich jetzt meine Buttons in diesen Eintrag fülle, nippe ich noch einmal an meiner Tasse grünen Tees:







Und noch ein bisschen Reklame:


Freitag, 23. Januar 2009

Christiane Agricolas Volkssagen aus Schottland | Satz 4 von Seite 123

Christiane Agricola | Volkssagen aus Schottland | Wiesbaden | Drei Lilien Verlag | 1986

Der vierte Satz von Seite 123 lautet:
Als sein Plan feststand, wartete er noch eine Weile und regte sich nicht neben dem Bett, bis sein Herr fest schlief, dann erhob der sich lautlos, stahl sich hinaus und wanderte mit flinken Schritten quer über die Hügel nach Achagherrain.
Kein Kommentar heute zu diesem Zitierhandwerk. Hörte bzw. las in E-Mails von Freunden, dass es ihrer Gesundheit teils recht schlecht geht, deshalb habe ich schlechte Laune. Abgesehen von irgendwelchem planlosen Familienschnurren, die mir zurzeit auch noch an die Nieren gehen (einziger Trost: „planlose Familienschnurren“ sind besser als „Schnurren in der Familienplanung“).

So schlecht gelaunt, wie ich gerade bin, mache ich heute lieber nur Werbung in fremder Sache:


Donnerstag, 22. Januar 2009

Atomkrieg von Horst Afheldt | Satz 4 von Seite 123

Horst Afheldt | Atomkrieg | München | dtv | 1987 (ursprünglich 1984) | 267 Seiten | gekauft am 12. April 1991

Fest gezimmert steht sie da, die Zivilisation. Der Atomkrieg ist ausgefallen, als ich dieses Buch von einem Ramschtisch kaufte, war das wohl schon ganz gut abzusehen. Naja, russische Putschisten hätten damals aus Russland auf gewalttätigem Wege das machen können, was die Tschekisten heutzutage mit einer etwas anderen Methodik anstreben.
„....................................“
Auf Seite 123 gibt es keinen vierten Satz, was mir die Mühe abnimmt, aus diesem - vermutlich zu jeder Zeit - anachronistischen Buch zu zitieren.


Jacobs Britannica-Erfahrung | 100% deutsch / 30% englisch gelesen

A. J. Jacobs | Britannica & ich | Von einem, der auszog, der klügste Mensch der Welt zu werden | Berlin | List | 2008

Mir fiel zunächst kurz vor Silvester das englische Original „The Know-It-All“ in die Hände, das ich mir kaufte, um meine Englischkenntnisse flüssig zu halten. Um schneller durchzukommen, kaufte ich mir auch noch die deutsche Ausgabe, die, von ein paar Kürzungen abgesehen, den Lesefluss beim Original beschleunigen hilft.

Ohne diesen Hintersinn hätte ich mir das Buch keinesfalls in deutscher Sprache gekauft, denn das Experiment, ein Lexikon vollständig zu lesen, habe ich längst selbst hinter mich gebracht: Als 9- oder 10-Jähriger las ich das Bertelsmann-Lexikon, 20 Bände waren es - wenn ich mich insoweit richtig erinnere - zwölf weniger als die von Jacobs bewältigte „Britannica“, mit 16 Jahren wiederholte ich das mit dem 24-bändigen „Meyers Taschenlexikon“, um das ich drei Jahre zuvor noch meinen Kindheitsfreund Thomas beneidet hatte, weil sein Lexikon aktueller war als das meiner Eltern.

Die sozialen - oder besser: leicht asozialen - Nebenwirkungen, die beim frischen Erwerb enzyklopädischen Wissens auftauchen (Zitierlust, Klugscheißerei, wildes Assoziieren etc.) kannte ich also aus eigener Erfahrung. Da Bildung, nach dem Gedanken eines französischen Staatsmanns, das ist, was übrig bleibt, wenn man alles andere vergessen hat, bin ich froh, dass mir mehr Zeit zum Verdauen blieb als meinem Beinah-Altersgenossen A.J. Jacobs, der sich die (etwas umfänglichere) Lektüre erst mit Mitte 30 gönnte.

Lustig finde ich indes eine Aussage aus der Danksagung. Ich wandle sie einmal in eine lexikografische Notiz um (hallo, Google, hier kommt eine Definition):
Weisbach, Rob - (Pers./mask.), klügster Lektor der Welt (Quelle: A. J. Jacobs, Britannica & ich)

Oder, nach dem Original:
Weisbach, Rob - (male), smartest editor in the world (Quelle: A.J. Jacobs, The Know-It-All)
Lustig finde ich diese Aussage aus naheliegenden Gründen, die ich - in aller Bescheidenheit - mittelts Buttons dokumentiere:





Darüber hinaus mache ich hier & heute auch noch ein bisschen Werbung in fremder Sache:








Mittwoch, 21. Januar 2009

Adornos 4. Satz von Seite 123 einer Essaysammlung

Theodor W. Adorno | Philosophie und Gesellschaft | Fünf Essays | Stuttgart | Reclam | 1984/1991 | Nachwort von Rolf Tiedemann | knapp 200 Seiten | 6,00 DM | 10.10.1997

Wie bereits in diesem Blog erwähnt, meine lieben Leserinnen und Leser („hüstel, hüstel“) nähere ich mich Adorno erst seit vergangenem Jahr - dank eines Büchleins von Jochen Hörisch - ein wenig. Dabei kommt mir natürlich entgegen, schon einmal auf Vorrat eingekauft zu haben. Vorläufig scheint mir, dass Adorno dass Zeug hat zum Zitatenschatz der deutschen Sprache dauerhaft beizutragen. Nicht ganz so viel wie Fritzi Schiller, aber mindestens so klug. Angestrichen hatte ich mir irgendwann in den vergangenen 12,5 Jahren den Satz „Die Aktualität des Essays ist die des Anachronistischen.“. Klug, klug - aber hier gilt es bekanntlich Satz 4 von Seite 123 zu zitieren:
Solcher anderen Wahrheit gilt die Innervation, Metaphysik möchte gewinnen allein, wenn sie sich wegwirft.
Das Wort „Innervation“ war mir bislang nicht geläufig, man merkt also, selbst bei dieser rein handwerklichen Zitierübung lässt sich auf mein Halbbildungskonto noch etwas habenseitig verbuchen.


Im Übrigen darf ich hier & heute wieder ein bisschen Werbung machen:




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Der zitierte Band enthält folgende Aufsätze:
  • Der Essay als Form (zitiert)
  • Kritik der Ursprungsphilosophie
  • Zu Subjekt und Objekt
  • Fortschritt
  • Meditationen zur Metaphysik (zitiert)

Dienstag, 20. Januar 2009

Daseinsvorsorge | Sprachkritisches zum spekulationsfeindlichen Öko-Schlumpf

In einem Beitrag im Deutschlandradio Kultur, im Großen und Ganzen ein sehr geschätzter Sender, höre ich gerade einen Beitrag über eine Ortschaft, die sich auf ökologisch bedenkenfreie Energieversorgung stützen möchte.

Was mir zwar nicht die Galle überlaufen, doch ein bisschen tröpfeln lässt, ist die Aussage eines dortigen Dorfpolitikers, die Gemeinden würden sich wieder „ auf das schöne, alte, deutsche Wort Daseinsvorsorge“ besinnen. (Huch, es steht schon online, ich zitiere:)

Es gibt dieses wunderschöne alte Wort was wieder modern ist: Die Daseinsvorsorge, dass das in der Hand von Kommunen bleibt und nicht Spekulationen Tür und Tor geöffnet werden.
Leises Kichern meinerseits. Das Wort „Daseinsvorsorge“, obschon auf dem Mist des unverfänglichen Philosophen Karl Jaspers gewachsen, wurde von einem prominenten Juristen promoviert, als der gerade auch mit Begriffen wie „Führerprinzip“ schwanger ging.

(Wäre ich so böse drauf, wie mancher auf der „Achse der Guten“, ich würde den Öko-Schlumpf noch rhetorisch züchtigen, weil er etwas gegen „Spekulationen“ hat.)


Ich bin in Dingen wie der Mülltrennung gewiss kein Vorbild, aber beim Wörtertrennen immer wieder landschaftspflegerisch zu haben:






Minima Moralia - Theo W. Adornos vierter Satz von Seite 123


Theodor W. Adorno | Minima Moralia | Frankfurt am Main | Suhrkamp | 22. Aufl. 1994 | 334 Seiten


Vermutlich eines der Bücher von Adorno, die tatsächlich jemand gelesen hat. Mir ist die „Frankfurter Schule“ (jedenfalls die sog. „Alte F. S.“) eher am philosophischen Gesäßmüt vorbei gegangen, wahrscheinlich weil mir Philosophie zuerst in Gestalt von Ludwig Marcuse begegnete. Und wer Ludwig Marcuse mag, wird ja bekanntlich nicht gleich zu den Apokalyptikern rund um Horckheimer, Adorno und Herbert Marcuse überlaufen.

Ich habe aber heute noch an einer akademischen Arbeit mit gentechnischem Einschlag meine Dienste zu verrichten, was vermutlich ohnehin zur Exkommunikation durch strenge Adorniten führen würde, darum folge ich hier dem kulturunkritischen Zitier-Handwerk, Satz 4 von Seite 123 lautet:
Aber Nietzsche selbst hat den amor fati gelehrt, „du sollst dein Schicksal lieben“.
Nein wirklich. Lieber schnell weiter an der akademischen Arbeit zur gentechnisch operationalisierten Pharmazie korrigieren, als aufgebrühte Spekulationen zum Syphphilosophen sui venerisgeneris nachzulesen.


Montag, 19. Januar 2009

Letztes Adenauer-Zitat | Satz 4 von Seite 123

Konrad Adenauer | Erinnerungen Fragmente 1959-1963 | Frankfurt am Main | Fischer | 1970 | 247 Seiten

Dass ich mich überhaupt mit Konrad Adenauer beschäftigt habe, das liegt sicher daran, dass meine ältere Schwester im Gegensatz zu ihrem neidisch-inkompetenten Bruder schon auf dem so genannten Ersten Bildungsweg das Abitur erwerben durfte - an einem Gymnasium, das nach dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland dass man das dazu notieren muss, muss man ahnungslosen Erstbildungsweglern mitunter ja echt erklären benannt ist.

Aus diesem Grund fiel mir, anlässlich eines Schulfestes des Konrad-Adenauer-Gymnasiums in Langenfeld war es wohl erworben worden, ein lustig gemeintes Buch über Adenauer in die Hand, so eine Art „Wie-klein-Fritzchen-die-Weltpolitik-versteht“-Humor lag dem zugrunde. Als 11-Jähriger fand ich so etwas lustig, inzwischen ist solcherarten Witzverständnis verjährt.

Immerhin, so etwas wie ein weit gespanntes Politikverständnis kann ich für mich an der Person Adenauers vergegenwärtigen - von der witzig gemeinten Satire über die Lobhudeleien Joseph Martin Fischers auf die konservative Realpolitik (Adenauer, Kohl) bis hin zur sehr realistischen Lebensbeschreibung durch Henning Köhler (sehr lesenswert, wie ich finde). Ich kenne Adenauer besser als manchen Politiker (m/w), der mir in der aktuellen Politik daherkommt.

Nun, genug geschwafelt. Satz 4 von Seite 123 lautet:
Den Russen sei bekannt, daß sie in Berlin im Vorteil seien, denn es liege inmitten der SBZ.
Meine real-vorteilhaften Seiten entdecken Sie mittels Knopfdrucks, da und dort:





Sonntag, 18. Januar 2009

Satz 4 von Seite 123 | Adenauers Erinnerungen 1955-1959

Konrad Adenauer | Erinnerungen 1955-1959 | Frankfurt am Main | Fischer | 1969 | 557 Seiten

Es dürfte keine böse Vermutung sein, dass die voluminösen, eher langweilig geschriebenen Erinnerungen des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland (der Norddeutsche Bund hatte, glaube ich, auch schon einen), zu den ungelesensten Staubablagen in deutschen Bücherregalen zählt. Schon die Stichprobe der vergangenen Tage führt immer wieder zur Deutschlandpolitik, hier nun Satz 4 von Seite 123:
„Der jetzt bekanntgewordene Vorschlag der Sowjetunion läßt diese Absicht erkennen ...“
Diesem angenehm kurzen Satz mit den bedeutungsvollen Pünktchen gehen drei voran, von denen einer ein Ungetüm mit vielen Kommas und Semikola ist. Hätte ich dem alten Herrn nicht so durchgehen lassen ...



Aber natürlich war ich seinerzeit beruflich nocht nicht so weit:




Satz 4 von Seite 123 | Adenauers Erinnerungen 1953 bis 1955

Konrad Adenauer | Erinnerungen 1953-1955 | Frankfurt am Main | Fischer | 1968 | 543 Seiten

Gestern war ich in demokratischen Dingen unterwegs, circa zehn bis 20 Prozent jener vor-auswählen, die dem nächsten Rat der Stadt Köln angehören könnten. Demokratie kostet viel Zeit (es waren insgesamt rund 1.500 Stunden „Arbeits“zeit aller Wahlberechtigten) und auch ich war gestern Abend rechtschaffen müde.

Zu Adenauers Zeiten ging es in der CDU wohl nicht so alternativreich zu, wenn Listenplätze zu besetzen waren wie heute in meinem Wahlverein, aber dafür schuf der alte Herr aus Köln ja auch erst die Voraussetzungen, zum Beispiel mit Sätzen (Nr. 4 von S. 123) wie dem hier:
„Der von mir unter Ziffer 5 beanstandete Satz lautete nunmehr.“
Zugegeben. Das ist jetzt nicht sehr erschöpfend. Was der alte Herr beanstandete, hatte mit der Bildung einer deutschen Regierung zu tun, die den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs gegenüber als völkerrechtlich ernstzunehmender Kontrahent (i.S.v. „Vertragsgegner“) hätte auftreten können. Ich zitiere die nicht sehr erschöpfende Stelle jetzt nicht erschöpfend weiter. Ich bin noch ein wenig müde vom Demokratiespiel.



Nun wird der ewige Kennedy-Schmarren abgelöst werden ...

Ein Artikel von Nils Minkmar in der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (von heute, Seite 25) über die pathologische Seite von George W. Bush lässt hoffen. Hoffnung wächst darauf, dass demnächst auf allen Sendern und Zeitungsseiten zu finden sein wird: „Der Fall Bush“ als Drama voll krankhafter Züge, juristischer Verwinklungen, Terror, Krieg und Folter - Stoff für ein Shakespeare-Drama, in dessen - verhältnismäßig gemütlicher europäischer - Nachbarschaft man zwar nicht unbedingt gelebt haben möchte, das nun aber allemale spannender ausfallen dürfte, als die ewigen und meist zutiefst verlogenen Wiederholungsspulen vom „Fall John F. Kennedy“.
Tucker war am Abend zuvor in der „Larry King Show“ zu Wort gekommen. Was sie denn da gesagt habe, fragte der Reporter, der die Sendung verpasst hatte. „Na, was wohl“, antwortete Bush und schürzte seine Lippen, um die Frau nachzumachen: „Please don't kill me“ Bitte bringen Sie mich nicht um!
Nicht ganz sicher bin ich mir während der Lektüre von Nils Minkmars Artikel gewesen, ob er beim Stichwort/Lexem „Begnadigungsrecht, Texas, Gouverneur, Karla Faye Tucker ganz sauber recherchiert hat, doch was er von dem bösartigen Zügen George W. Bushs (Zitat oben) zu berichten weiß, lässt mich darüber hinweglesen.

Hinweglesen. Was sonst nicht zu meinem Geschäft gehört:





Freitag, 16. Januar 2009

Satz 4 von Seite 123 | Konrad Adenauers Erinnerungen 1945-1953

Die Sinnfrage habe ich mir schon gestellt, obwohl ich gerade einmal seit knapp drei Wochen den jeweils vierten Satz von Seite 123 eines jeden meiner Bücher in diesem Blog notiere.

Was mir beim Ausräumen von Bedenken bisher half, war die Lektüre von A.J. Jacobs' „Britannica & ich“ - über dessen Inhalt ich mich hier noch auslassen werde -, samt der Parallellektüre des englischen Originals „The Know-It-All“. Wenn ein erwachsener New Yorker Journalist einen Verkaufserfolg mit einem Buch erzielt, in dem er erzählt, wie er die Encyclopedia Britannica vollständig liest (eine Erfahrung, die ich als 10-Jähriger mit dem Bertelsmann-Lexikon machte), so kann das eifrige Notieren von vierten Sätzen ja auch nicht ganz sinnlos sein.

Ein Hauch von Sinnlosigkeit durchwehte indes gestern mein Hirn, als ich mir die Frage stellte, ob die Publikation der Covers in diesem Blog nicht allzu früh den von Google zur Verfügung gestellten Speicherplatz aufbrauchen würde. Schließlich werde ich ja voraussichtlich erst in acht Jahren mit dem 123-Projekt durch sein. Heute berechnete ich, dass es mit ein bisschen bröseliger Auflösung wohl klappen wird. Bei Adenauers Memoiren kommt mir zusätzlich entgegen, dass hier niemand ein besonders schönes Cover erwarten wird. In den nächsten Tagen folgen also die weiteren Bände, deren erster wie folgt zu dokumentieren ist:

Konrad Adenauer | Erinnerungen 1945-1953 | Frankfurt am Main | Fischer | 51.-80. Tsd. Juni 1967 | 570 Seiten

Frisch verstorben war Adenauer, er ist ja auf den Tag genau vier Jahre vor meiner Geburt auf die Große Andere Seite gewechselt. Im Februar 1992 erhielt ich die Adenauer-Memoiren aus dem Nachlass einer oder eines Verstorbenen aus einem Altersheim in Mettmann - respektive aus dem prospektiven Altpapier.
Molotow lehnte diese Lösung ab und trat dafür ein, daß an die Formulierung die Worte angefügt würden, „die Bildung einer deutschen demokratischen Zentralregierung gemäß den Entscheidungen der Potsdamer Konferenz werde als dringlich anerkannt.“
So das Zitat, Satz 4 von Seite 123. Es geht um das diplomatische Hickhack auf einer Konferenz der Außenminister der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs, konkret um den Status Deutschlands vor der Etablierung der beiden deutschen Staaten. Aus Molotows Vorschlag ist ebenso wenig geworden wie aus dem von ihm abgelehnten Ansatz des britischen Ministers Bevin. Interessanter als das Konferenzgeschehen - hier: 1947 - dürfte die Lage nach dem Tod Stalins rund fünf Jahre später gewesen sein. Ausgerechnet Berija soll angeblich Ideen nach Art des späten Gorbatschow, jedenfalls in Bezug auf Deutschland im Kopf gehabt haben. Bei Adenauer wird man wohl auch an zeitlich passender Stelle nichts in den Memoiren finden. Ihm dürfte das Ganze zu heikel gewesen sein.

Naja. Wie kriege ich jetzt den Bogen? Vielleicht so: Konrad Adenauer steht deuschlandpolitisch im Verhältnis zu Helmut Kohl, wie Joschka Fischer familienplanerisch im Verhältnis steht (was ja nur eine Frage der gesunden diplomatischen Verhältnispflege ist) zu folgender Person:












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Donnerstag, 15. Januar 2009

Satz 4 von Seite 123 | Thomas Adcocks Teufelsküche

Thomas Adcock | Hell's Kitchen | Zürich | Haffmans | 1993 | 382 Seiten

Der Rückentext des Schutzumschlages gibt nicht nur eine Enthüllung des Buches, entlarvt fühle ich mich, geht es - ihm zufolge - in diesem Kriminalroman doch um die „kleinen Leute“ in einem heruntergewirtschafteten Stadtteil New Yorks und um „skrupellose Stadtplaner“.

Entlarvt fühle ich mich deshalb, weil ich dieses Buch mit Sicherheit nicht gelesen habe - mit jeder Sicherheit, mit der ich mich bei den Stichwörtern „heruntergewirtschaftete Stadt“ und „skrupellose Stadtplaner“ doch wohl an Köln hätte gemahnt fühlen müssen.

Wie dem auch sei. Hier der vierte Satz von Seite 123, ich zitiere:
„Was war heute morgen hier los, in diesem Gemeinderaum?“
Aus den eingangs erläuterten Gründen weiß ich nicht, in welchem Zusammenhang dieser Satz im Roman steht, kann mir aber denken, dass die zitierte Frage demnächst öfters auch in Köln gestellt werden kann, einem Mann namens Dominik Schwaderlapp sei Dank.

Mir soll es egal sein, ob der Generalvikar Lesungen in Kirchenräumen zu unterbinden trachtet, ich lege mir mal Adcocks Roman auf's Kopfkissen. Dem fühle ich mich mehr verbunden, weil ich a.a.O. weiß, was los ist.

Verbindungen zu mir:








Mittwoch, 14. Januar 2009

Seite 123 Satz 4 | Thomas Adcocks Feuer und Schwefel

Thomas Adcock | Feuer und Schwefel | Zürich | Haffmans | 1994 | 350 Seiten

Im Zücher Haffmans-Verlag erschien einst eine Reihe gut ausgestatter Kriminalromane. Ein Teil davon steht heute auf einem meiner höher gelegenen Regalbretter. Das Bild zeigt einen etwas angestaubten Zustand; werde wohl mal den Scanner putzen müssen.

Satz 4 von Seite 123 lautet:
„Es ist nur diese gottverdammte Arroganz, diese Unverschämtheit und diese ganze beschissene Politik.“
Ich habe, ehrlich gesagt, keine Erinnerung mehr an den Inhalt dieses Krimis, den zitierten Satz kann man aber wohl ohne Weiteres unter die menschlichen Universalerkenntnisse zählen - jene, die wie Paradoxien in jedem denkbaren Universum Gültigkeit (gruselige Vorstellung) haben.


Mit weniger hohen Geltungsansprüchen trete ich auf:






Nachtrag 14.32 Uhr: Tja, die Macht des Zufalls. Eigentlich hatte ich ja nur gegoogelt, woher der Gedanke vom Paradox als einer Aussage kommt, die in jedem denkbaren Universum gültig sein müsse. Ich traf auf den oben verlinkten Eintrag, in dem sie Spenser-Brown [sic!] zugeschrieben wird. Aber „Feuer und Schwefel“ scheinen auch sehr, sehr gut in den Zufallskontext zu passen.

Dienstag, 13. Januar 2009

Erlesene Feuilletons 2008 peregrinisch rezensiert

Dieser Artikel ist die helle Freude, weil er die Ungelesenheit von literarischen Werken womöglich potenziert reproduziert: Er handelt von den angeblich besten Feuilleton-Beiträgen des Jahres 2008: „Best of Feuilleton 2008“.

Satz 4 von Seite 123 | Wie man ein Buch liest von Mortimer J. Adler und Charles Van Doren

Mortimer J. Adler & Charles Van Doren | Wie man ein Buch liest | Frankfurt am Main | Zweitausendeins | 2. Auflage 2007 | 385 Seiten

Dieses vermutlich nützliche Buch, das ich zu lesen noch nicht Gelegenheit hatte, findet sich erst seit vergangenem Jahr in meinem Regal, wo es sicher nicht das gleiche Schicksal erleiden wird wie andere Werke aus dem Zweitausendeins-Angebot rund um Kulturtechniken (ich denke vor allem an Bücher zum Drehbuchschreiben...).
„Das spezielle Vokabular des Autors setzt sich aus der relativ geringen Zahl der Wörter zusammen, mit denen er seinen Hauptgedanken ausdrückt.“
Zitiert wird hier der obligatorische vierte Satz von Seite 123. Tiefschürfender bloggen zu diesem Buch werde ich später und an anderer Stelle. Wer in der Zwischenzeit mehr erfahren möchte, lese hier nach; bitte beim Lesen der „Musenblätter“ nicht die fehlerhafte Schreibung des Namens „Van Doren“ merken. In den U.S.A. schreibt man das „van“ aus dem gleichen Grund groß, desentwegen der berüchtigte Ladykiller-Verdächtige als „Von Buelow“ und das virtuelle Eisberg-Opfer als „Di Caprio“ verschriftlicht werden. Ich unke nur: Adel gibt's in anständigen Republiken nicht ...

So etwas weiß nicht nur ich, aber warum noch lange suchen:








Montag, 12. Januar 2009

Satz 4 auf Seite 123 | Sprache: Wege zum Verstehen von Kirsten Adamzik

Kirsten Adamzik | Sprache: Wege zum Verstehen | Tübingen & Basel | UTB-Francke | 2001 | 335 Seiten

Es wäre schön, würde man seine primäre Schullaufbahn mit dem linguistischen Basiswissen verlassen, das Kirsten Adamzik hier kompakt und kompetent ausbreitet. Froh wäre man auch gewesen, hätte man es während seiner sekundären Schullaufbahn erwerben dürfen.

So musste man eine Linguistin aus einem so genannten Orchideenfach bemühen, die beim hier bloggenden vorhandenen semi-professionellen Linguistikkenntnisse (aus der professionellen Schlussredaktion) mit sprachwissenschaftlichem Basiswissen zu untermauern.

Ich, das ungelenke „man“ der voranstehenden Aussagen, las Sätze wie den folgenden folglich erst sehr spät in meinem Geistesleben:
„Hier [im Englischen und Französischen, MaR] würde es also von Nullmorphemen also nur so wimmeln, wenn man trotzdem leere Kasuszeichen ansetzen würde.“ (a.a.O. Seite 123, vierter Satz)
„Man“ möchte bildungsbiografisch gerne früher erfahren haben, was, nur zum Beispiel für systemimmanente Wissenslücken, ein „Nullmorphem“ ist. Ich hatte früher nämlich einen noch größeren Kopf für abstrakte Denkleistungen als heute:










Sonntag, 11. Januar 2009

Eintrag 4 von Seite 123 | Adams, Lloyd, Böttchers Sinn des Labenz

„Prösen (V.)
Etwas zerbrechen, während man überprüft, ob man es richtig zusammengeklebt hat.“
So der vierte Eintrag auf Seite 123 des vorliegenden lexikalischen Werkes. Während wohl jeder Mensch - zumal im Osten Deutschlands - mit dem Lexem „Prösen“ unzweifelhaft eine Ortschaft im Landkreis Elbe-Elster in Verbindung bringt und sich der Gemeindeutsche immerhin zu dieser geografischen Erkenntnis mit kundigem Blick in das „Handwörterbuch der selbstgestrickten Erdkunde“ durchringen wird, findet sich hier die oben zitierte Notiz, die nur umwegig Sinn zu ergeben verspricht.

Die Idee von Douglas Adams und John Lloyd war es, mehr oder weniger obskure geografische Namen zu nehmen, um sie in Begriffe für Dinge & Tatbestände umzumünzen, für die es bisher keine Bezeichnung gab. Sven Böttcher hat die Methode für den deutschen Sprachraum durchgeführt.

Das fand ich nach der Anschaffung (am 30. November 1992) dieses Werkes offenbar so wenig komisch, dass ich jetzt ganz überrascht war, beim neuen Blick ins Buch festzustellen, wie umfangreich auch das englische Original mit abgedruckt ist.

Mein Interesse ist vielleicht deshalb ein neues, weil ich seit dem Kauf des hippiesken Wörterbuchs mindestens drei Jahre lang systematisch mit dem Erwerb der englischen Sprache zubringen durfte (und zwar als Erwachsener, sonst wär's noch weniger erwähnenswert) und seit vergangenem Jahr mit einer so obskuren Sprache wie Esperanto zugange bin.

Außerdem hoffe ich, in der Ausschreibung des TV-Senders 3Sat zum Jahresende 2008 einige gute Ideen untergebracht zu haben. Dort ging es darum, neue Wörter für Sachverhalte zu finden, zum Beispiel für: „Nach einem Liebeskummer untröstlich bzw. todunglücklich sein.“ (Wettbewerb: „Uns fehlen die Worte“). Vorschlag meinerseits: „brunstblödig“. Meine Vorgehensweise ist weniger hippifax, sprachproduktiv aber alle Male besser bei der Sache. Nichtsdestoweniger guckte ich jetzt etwas gnädiger in:

Douglas Adams, John Lloyd & Sven Böttcher | Der tiefere Sinn des Labenz | Das Wörterbuch der bisher unbenannten Gegenstände und Gefühle | Hamburg | Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins | 1992 | 312 Seiten


Hausaufgabe für Sie: „Mülheim, der - Ort oder Betrieb, der der Korrektur fehlender oder falscher Buchstahben dient.“ - Überprüfen Sie diese Definition mit Hilfe folgender Buttons:




4. Satz von Seite 123 | Adams & Carwardine: Die Letzten ihrer Art

Ich weiß nicht, ob es eine neue Mode ist oder vielleicht auch eine, die auf älteren Vorbildern beruht und nur von findigen Briten wieder ausgegraben wurde: dieser Stil, einen Reisebericht zu schreiben, in dem es mindestens so viel um den Reisenden, seine Pläsierchen & Problemchen geht wie um die besuchten Örtlichkeiten & ihre Sehenswürdigkeiten.

Ob mir dieser Stil gefallen hat, der in wohl weit extremerer Ausprägung bei neuester Reiseliteratur zu Tage tritt, kann ich nicht mehr sagen, bald 15 Jahre ist die Lektüre her. Allerdings glaube ich, dass kaum eine andere Methode übrig bleiben wird, von der Welt zu erzählen, wenn die Gegenstände möglicher Reiseimpressionen so bedroht sind wie in:

Douglas Adams & Michael Carwardine | Die Letzten ihrer Art | Eine Reise zu den aussterbenden Tieren unserer Erde | Harmburg | Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins | 1991 ff. | Erwerb: 3. Juni 1994 | 270 Seiten


Hier aber nun das obligatorische Zitat, der vierte Satz von Seite 123:
„Ich nahm das Netz vom Deckenhaken und schüttelte es energisch aus.“
Ich hatte ja schon einmal spektuliert, der Wert meiner Zitataktion könnte darin liegen,mein Regal abzustauben dass Geheimdienstleute einen Code darauf aufbauen. Hier schildert Douglas eine nachgerade 007-würdige Szene: Er versucht, irgendwo in den Tropen, die ortsüblichen Insekten zu beseitigen.

Hätte er sich vielleicht mal besser bei seinem Co-Autor Mark Carwardine erkundigt, wie man das geschickt anstellt.


Ein gewissenes Geschick - weniger in der Bekämpfung von Moskitos als von Fehlerteufeleien (einer gar nicht vom Aussterben bedrohten Gattung) - sage ich mir nach. Schütteln Sie einfach einmal energisch an den folgenden Links:






Freitag, 9. Januar 2009

Satz 4 von Seite 123 | D. Adams - Per Anhalter durch die Galaxis

Satz 4 auf Seite 123: „Wenn man auf die polierten Oberflächen des Marmors blickte, wurden verschwommen die Umrisse der Instrumente sichtbar, und wenn man sie berührte, dann materialisierten sie sich einem augenblicklich in den Händen.“
So sieht es im Raumfahrzeug während seiner Fahrt aus, das Innenleben der Herz aus Gold scheint aus leicht viktorianisch angehauchten Gegenständen zu bestehen. Wer weiß, welchem Kraut Douglas Adams es einst zu verdanken hatte, seine Gartenmöbel beim Schweben durch den Kosmos zu beschreiben.

Nicht durch Kräuterraucherei (so etwas kommt mir nicht in die Lunge) bedingt, sondern durch schlicht sehr viel Zeit seit der Lektüre verschwommen zeichnen sich mir die Umrisse des Inhalts dieses Buches im Kopf:


Douglas Adams | Per Anhalter durch die Galaxis | München | Rogner & Bernhard | 1981 | Meiner Bibliothek einverleibt 11. März 1992

Erfahrung in der Verbesserung von umrisshaften Texten zwecks Verleihung akademischer oder publizistischer Weihen habe ich ganz bodenständig und bloß gutenberggalaktisch:









85% durchgeblättert | C. Antweilers Ethnologie lesen

Obwohl ich Anfang des Jahrtausends nicht zur zum Zeitvertreib ein Teilzeitstudium der Ethnologie betrieb, war mir der Name Christoph Antweiler, Professor dieses Faches in der beschaulichen Ex-Metropole des einzig wahren Imperiums, dem Städtchen Trier, nicht geläufig.

Ein recht anschauliches, soweit das im Rundfunk möglich ist, Interview auf Deutschlandradio Kultur (mit dem frechen Dieter Kassel) ließ mich nach seinem Namen im Bibliothektskatalog suchen, es fand sich ein von Antweiler verfasster Katalog:

Christoph Antweiler | Ethnologie lesen | Ein Führer durch den Bücher-Dschungel | Münster in Westfalen etc. | Lit | 3., überarbeitete und ergänzte Auflage mit CD-ROM 2003 | 535 Seiten | Signatur USB Köln 10A3743

Ich vermute, bin dabei aber wohl etwas boshaft, dass sich unter dem Bologna-Regime folgende Nomenklatur ethnologisch gebildeter Menschen ergibt:
  1. BA-gebildet: Habe das Lehrbuch von Peoples & Bailey gelesen und ganz prächtig verstanden.
  2. Mastergebildet: Habe die in Feest/Kohl-2001 „Hauptwerke der Ethnologie“ aufgeführten Bücher - zumindest zum Teil - gelesen und kann damit grosso modo umgehen.
  3. Promotionsgebildet: wie Nr. 2, nur mithilfe von Antweilers „Ethnologie lesen“
  4. jeweils zuzüglich dem, was in mehr oder weniger lehrreichen Vorlesungen und Seminaren + Selbststudium so angeeignet wird.
Ich persönlich mag Übersichtswerke wie „Ethnologie lesen“ ja sehr, habe nur den weniger boshaften als traurigen Verdacht, dass die unter den Nummern 1 bis 3 skizzierte Vermutung ziemlich optimistisch ist.

Aber ich bin ja auch noch da, im Rahmen meiner Möglichkeiten:







Donnerstag, 8. Januar 2009

Return gleich Gewinn? | Werbung für WDR 5


In jüngster Zeit liegt des Öfteren unter anderem der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ eine vierseitige Werbebroschüre des Westdeutschen Rundfunks bei, die von der Düsseldorfer Agentur „OgilvyAction“ produziert wurde.


Der Grund, dessentwegen ich kaum noch das einheimische Radio höre, weil mir die Sprecherinnen und Sprecher des WDR-Hörfunkprogramms oft kaum erträglich sind, derweil sie ihre dünnen Texte so furchtbar herum- und herunterleiern, ist vielleicht eine ebenso ungerechtfertigte Idiosynkrasie wie jene, aufgrund derer ich das WDR-Fernsehprogramm einfach nicht mehr sehen kann. Zu oft frage ich mich, wer solche Leute vor Mikro und Kamera stellt. Menschen, die auf dem Bildschirm wirken, als sei bei ihnen irgendwas zu kurz gekommen. Nein, ich sage nicht, was da zu kurz gekommen sein könnte. Vergleiche § 185 StGB oder man lese das PS, hier am Ende.


Immerhin stehe ich mit meiner Idiosynkrasie ja vielleicht gar nicht soooo allein, denn anders wäre kaum zu erklären, warum eine Rundfunkanstalt mit den Sendeweiten des WDRs regelmäßig in Tages- oder Wochenzeitungen von vermutlich viel kleinerer Reichweite auch noch Print-Werbung macht - statt einfach nur ihr Programm für seine Qualität sprechen zu lassen.


„WDR 5. Für Vordenker und Nachdenker“
So lautet das Motto der Printkampagne. Es mag meiner unergründlichen Abneigung geschuldet sein, dass mich dieser Satz nicht (positiv) anspricht. Vielleicht, weil ich mir von einem Radioprogramm markante Stimmen wünsche, die sich von Dudelfunk-Sprechern unterscheiden, intelligente Unterhaltung, die nicht immer nur die Köpfe aus dem ewig gleichen öffentlich-rechtlichen Klüngel (Jürgen Becker & tutti quanti) präsentiert. Vielleicht, weil ich nicht verstehe, wie man mit so viel Geld ein so durchschnittliches Programm machen kann - doch, halt: Macht nicht Deutschlandradio Kultur gerade wegen beschnittener Frequenzen und Haushaltsmittel ein so gutes Programm, das ich sogar ganz gern und vergleichweise oft einschalte ...?


Lassen wir das und kommen zum Text der oben verzerrt wiedergegebenen Broschüre:
„Adam Monk, ein kleiner Kapuzineraffe, hat's raus. Mit seinen Börsentipps liegt er regelmäßig über den Vorhersagen der Experten. Monk markiert im Börsenteil der Chicago Sun-Times Aktienkurse. Ergebnis: In drei von vier Jahren erzielte Monk mit seinen Börsentipps mal 36 Prozent Gewinn, mal 37 Prozent. Mehr als jeder seriöse Anlageberater je versprechen würde. Politik, Wirtschaft und mehr. Auf WDR 5.“
Gut, versuchen wir es einmal, wenn schon nicht mit dem Vor-, so doch mit dem Nachdenken. Zunächst einmal darf ich vermuten, dass sich diese Aussage des WDRs und seiner Reklameproduzenten auf den Online-Auftritt der Chicago Sun-Times stützt, in dem ich folgendes fand:
„In the four years since Mr. Monk has chaired and inspired this contest, his stocks have posted annual returns of 37 percent, 36 percent, 3 percent and, in 2006, 36 percent, beating the major indexes every time. It's proof that you don't have to be an insider CEO, an insider hedge-fund manager or a loudmouth on CNBC to make money in the market.“ (Quelle)
Aus dem Vergleich beider Zitate ergeben sich folgende Kritikpunkte:
  • Die „prognostischen“ Erfolge des Äffchens, das für die Wirtschaftsredaktion der Chicago Sun-Times aus dem Kurs-Zettel Börsentipps „auswählt“, werden im WDR-Reklameblättchen verfälscht wiedergegeben: der schlechteste Wert des Affen - magere 3% - wird einfach verschwiegen.
  • Der englische Ausdruck „annual returns“, der nur im besten Fall den realen wirtschaftlichen Erfolg eines Kapitaleinsatzes bezeichnet, wird mit dem handfesten deutschen Wort „Gewinn“ übersetzt, was jedenfalls ich mit mehr als einem bloß abstrakt bleibenden ökonomischen Vergnügen verbinde.
  • An sich ist das Affen-Theater der Chicago Sun-Times schon ein methodischer Schabernack, denn der Affe „wählt“ ja bloß börsennotierte Werte aus, die bereits einer menschlichen Vorauswahl unterzogen wurden, doch immerhin zieht die Redaktion in Chicago aus ihrer Affen-Prognostik nur den vergleichweise bescheidenen Schluss „you don't have to be an insider CEO [or] an insider hedge-fund manager“, um an der Börse Geld zu machen. - Die WDR-Leute nehmen mit ihrer Interpreation, der Affe leiste prognostisch „mehr als jeder seriöse Anlageberater je versprechen würde“, den Mund schon ein bisschen voller.


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Postscriptum: Ich glaube, ich werde mir aus dem Affenhaus des Kölner Zoos auch einmal solch ein Vieh ausleihen, um mich in Fragen meines Mediennutzungsverhaltens beraten zu lassen. Ob ich vorher ein paar Seiten aus der Programmzeitschrift, die ich dem Äffchen vorlegen könnte, herausreißen sollte, damit es mir nicht ausgerechnet den WDR aufs Ohr & Auge drückt?

Muss eigentlich nicht sein, es sei denn, unsere Primatenkollegen wären befangen, weil sie sich ihre beruflichen Chancen beim WDR nicht verderben wollen.





Satz 4 von Seite 123 | Douglas Adams dankt für den Fisch

Ich bin ja ganz froh, wenn ich mit Douglas Adams durch bin. Das heißt: Wenn ich mit den Postings durch bin, in denen ich jeweils den vierten Satz von Seite 123 eines der von mir okkupierten Bücher online stelle. Das wird insgesamt vielleicht im Jahr 2015 sein, Adams sollte aber in den nächsten Tagen fertig gemacht sein.

Es sieht schon ein bisschen nach Linkschinderei aus, na klar - wer weiß schon, ob einst Kryptologen auf einen 123-4-Buchcode aufbauen. Falls es dazu kommt, sollte der Code vielleicht besser die Romane Saddam Husseins oder die Lyrikbände Mao Tse-tungs als Basis nehmen. Die stehen nicht überall herum.

Hier ist er aber nach langer Vorrede, Satz 4 von Seite 123:
„Was?“
Tatsächlich. Das ist der ganze vierte Satz von Seite 123 in:

Douglas Adams | Macht's gut und danke für den Fisch | München | Rogner & Bernhard | 1984 | 174 Seiten | in meiner Bibliothek seit dem 11. März 1992

Man stelle sich vor, statt einfach „Was?“ oder noch besser „Häää?“ zu sagen, könnten Geheimagenten zum Schlüsselwort „123-4-Dankefisch“ greifen, um sonst womöglich tödliche Missverständnisse untereinander zu klären. Ich mag es mir gar nicht ausmalen.

Es wäre aber immerhin ein Fortschritt im Zivilisationsprozess geheimer Gewalten. Gar nicht geheim tut hingegen:









Mittwoch, 7. Januar 2009

Prognosen sind schwierig, weil sie die Zukunft betreffen | Zitatherkunft

Eine Herkunftsfrage: Mark Twain wird folgendes Zitat zugeschrieben, und zwar in diversen Variationen:
  1. „Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“
  2. „Prognosen sind schwer, weil sie die Zukunft betreffen.“
  3. „Prognosen sind schwer, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.“
Meine Fragen:
  1. Stammt das Zitat von Twain?
  2. Welche Variante stimmt?
  3. Wo finde ich das richtige Zitat?

Ich freue mich über Lösungsvorschläge oder auch sprachwitzige Bemerkungen in den Kommentaren zu diesem Posting!

Als „ich“ firmiert hier:






Satz 4 von Seite 123 | Einmal Rupert von D. Adams

„Schwere Erschütterungswellen aus Lärm und Luftdruck hallten von den Zimmerwänden wider und fegten einige Stühle, einen Aktenschrank und den Sicherheitsroboter Colin aus dem Fenster.“
Nein, ich weiß wirklich nicht mehr so genau, warum mich Douglas Adams nicht mehr so stark anspricht. Mein Humor - oder das, was ich dafür halte - steht ja durchaus immer noch unter dem alten Glückskeks-Motto „Seriös? - Es werden ist mein Ziel, es ein kein Weg“.

Diese gerade frisch entdeckte Handpuppen-Show, die durchaus douglas~adamitische Qualität hat, finde ich zum Beispiel komisch:



Und im Weiteren:



Nun aber wieder mit dem Lachen aufhören und kräftig klicken auf den Mann, der nie die Puppen tanzen lässt:







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Das Zitat oben, es stammt von Seite 123 folgenden Werks: Douglas Adams | Einmal Rupert und zurück | Der fünfte Band der vierbändigen Trilogie | Hamburg | Rogner & Bernhard | 1993 | käuflich erworben am und wohl auch gelesen um den 3. Juni 1994