Freitag, 12. Dezember 2008

111% gelesen | Burkhard Spinnens Sprachkritik

Zugegeben, im gegenwärtig allüberall zu hörenden und zu lesenden Sprachgebrauch der Medien geht mir vor allem die Metapher „die Wirtschaft ankurbeln“ auf den Nerv. Als ob das, was man ohnehin schon bös vereinfachend „die Wirtschaft“ nennt, einem schlichtem Automobil von Henry Ford (dem Ersten) äquivalent in Betrieb zu setzen sei.

Davon schreibt Burkhard Spinnen nichts, dafür umso mehr all die anderen Unsäglichkeiten der Wirtschafts(medien)sprache von „angedacht“ über „Beschwerdemanagement“, von „Humankapital“ bis „Ertragswinkel“.

Das, was Spinnen in kurzen Artikeln schreibt, ist gut, richtig und wahr. Seine Vorbemerkung zur Sprachkritik eines Dativfahnders wie Bastian Sick möchte man in Stein meißeln und den Verehrern desselben auf die Füße fallen lassen.

Doch ist dafür jetzt nicht die Zeit. Ist nicht Weihnachten auch das Fest der Liebe? Sollten Sie sich also einen BWLer zum Liebhaber (es sollen die Schnellsten sein) oder eine Unternehmensberaterin (bekanntlich alle nett wie Rhona Mitra anzuschaun) zur Braut oder zur Brust genommen haben, legen Sie doch Ihrem/Ihrer Liebsten folgendes Werk untern Baum:

Burkhard Spinnen | Gut aufgestellt | Kleiner Phrasenführer durch die Wirtschaftssprache | Freiburg im Breisgau | Herder | 2008 | 158 Seiten | € 7,00 | 978-3-451-05961-2


Wenn Sie noch auf dem Weg zum BWL-/VWL-Abschluss sind, vielleicht von Interesse:

1 Kommentar:

Flocus von Hocus hat gesagt…

Franz Müntefering möchte die neuen Steuern "Auspendeln" - klingt wie beim Jahrmarktshellseher.