Lebenslauf des Verfassers.
Geboren wurde ich, Otto Konrad Strauß, am 2. April 1909 in Krefeld
als Sohn des verstorbenen praktischen Arztes Dr. med. Josef Strauß und seiner
Ehefrau Rosa geb. Kahn; ich bin israelitischer Religion. Nach zwölfjährigem
Besuch der Oberrealschule in Krefeld - während dessen ich auch am Unterricht in
der lateinischen Sprache teilnahm - erhielt ich am 12. März 1927 das Reifezeugnis,
nachdem ich die Prüfung „gut“ bestanden hatte. Dann widmete ich mich der
Rechtswissenschaft sowie der Volkswirtschaftslehre und studierte diese Fächer
sieben Semester lang an den Universitäten Tübingen (1), München (3) und Bonn (3).
Am 22. November 1930 bestand ich vor dem Juristischen Prüfungsamt beim Oberlandesgericht
in Düsseldorf das Referendarexamen „vollbefriedigend“. Darauf trat ich in den
staatlichen Vorbereitungsdienst ein, zu dessen Abschluß mir, von wenigen Tagen
abgesehen, nur der letzte Ausbildungsabschnitt von sechs Monaten beim Oberlandesgericht
fehlt. Am 8. September 1933 wurde ich als deutscher Jude in Anwendung des
Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtenturns aus dem Staatsdienst
entlassen. Zur Zeit befinde ich mich zur praktischen Ausbildung als technischer
Lehrling in einer Weberei. Die mündliche Promotionsprüfung fand am 25. Juli
1934 statt. Das Thema der Dissertation wurde mir von Herrn Prof. Dr. Heyer in
Bonn gestellt, dem ich hierfür und für die Förderung der Arbeit meinen
herzlichsten Dank ausspreche.
Der Reichsstatthalter - Dissertation (Universität Bonn), 1935.
Doktorväter waren die Bonner Professoren Friedrich Hubert Heyer und Richard Thoma.

