Mittwoch, 10. Dezember 2014

Erratum

Eine Korrekturfunktion zu fehlerhaften Autoreneinträgen scheint das großmächtige System Google Books nicht zu kennen. Machen wir es also wenigstens auffindbar: Der Teufelsturm bey Linz stammt von keiner Signora von Eulenstein, sondern von Leopold Huber.

Donnerstag, 28. August 2014

Für Pilz-Forscher

Am 28. September 1879 wurde ich Gustav Martin Erich Pilz, als Sohn des Kreissparkassenrendanten Emil Pilz in Beeskow a. Spree geboren. Ich wurde in der evangelischen Religion erzogen und besuchte die Knabenmittelschule meiner Vaterstadt. Von Ostern 1891 besuchte ich das Joachimsthal'sche Gymnasium in Berlin und vom Oktober 1898 das Gymnasium in Fürstenwalde. Im März 1901 bestand ich das Abiturientenexamen. Vom 1. April 1901 ab diente ich beim 2. Garderegiment zu Fuß in Berlin mein Jahr ab. Sodann studierte ich auf den Universitäten München, Halle und Greifswald Jura und bestand am 29. November 1905 die erste juristische Prüfung vor dem Oberlandesgericht in Stettin. Am 22 . Dezember 1905 wurde ich zum Referendar ernannt. Ich war mehrere Jahre als Gerichtsreferendar beschäftigt und trat sodann beim Magistrat in Spandau zur informatorischen Beschäftigung ein. Mit Ausbruch des Krieges zog ich ins Feld und erwarb Anfang Oktober 1914 das Eiserne Kreuz. Infolge einer schweren Venenerkrankung im linken Unterschenkel im Schützengraben konnte ich von 1915 ab nur noch Garnisondienst verrichten, den ich als Hauptmann d. R. in den Garnisonen Neustettin und Stettin abgeleistet habe. Seit Anfang 1919 bin ich wieder beim Magistrat in Spandau beschäftigt und seit dem September 1920 als Oberstadtsekretär angestellt. Seit dem 15.10.1918 bin ich verheiratet. Am 30.4.1921 habe ich das Rigorosum vor der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät bestanden.
cf: Die zivilrechtliche Haftung der preußischen Gemeinden für Vermögensschäden nach dem Tumultschadensgesetz vom 12.5.1920 bei Wahrung der Fristen des § 5 des preußischen Tumultschadensgesetzes vom 11.3.1950. 

Mittwoch, 27. August 2014

Preußisches sog. Tumultschadensgesetz von 1850


(Nr. 3251.) Gesetz, betreffend die Verpflichtung der Gemeinden zum Ersatz des bei öffentlichen Aufläufen verursachten Schadens. Vom 11. März 1850.

Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen etc. etc.

verordnen unter Zustimmung beider Kammern, was folgt:

§. 1.
Finden bei einer Zusammenrottung oder einem Zusammenlaufe von Menschen durch offene Gewalt, oder durch Anwendung der dagegen getroffenen gesetzlichen Maaßregeln, Beschädigungen des Eigenthums, oder Verletzungen von Personen statt, so haftet die Gemeinde, in deren Bezirk diese Handlungen geschehen sind, für den dadurch verursachten Schaden.

§. 2.
Die im § 1. festgesetzte Verantwortlichkeit tritt nicht ein, wenn die Beschädigung durch eine von außen her in den Gemeindebezirk eingedrungene Menschenmenge verursacht worden und in diesem Falle die Einwohner des letzteren zur Abwehr des Schadens erweislich außer Stande gewesen sind.

§. 3.
Im Falle des §. 2. liegt die Entschädigungspflicht der Gemeinde oder den Gemeinden ob, auf deren Gebiet die Ansammlung, oder von deren Bezirk der Ueberfall stattgehabt hat, es sei denn, daß auch diese Gemeinden erweislich nicht im Stande gewesen wäre, den verursachten Schaden zu verhindern.

Mehrere nach den vorstehenden Bestimmungen verpflichtete Gemeinden (§§. 1. und 3.) haften, dem Beschädigten gegenüber, solidarisch.

§. 4.
Hat in einer Gemeinde eine Beschädigung der im §. 1. gedachten Art statt gefunden, so ist der Vorstand der Gemeinde berechtigt und auf Ansuchen des Beschädigten verpflichtet, den angerichteten Schaden vorläufig zu ermitteln und festzustellen.

Bei dieser Ermittelung sind die Interessenten, so weit als möglich, zuzuziehen.

§. 5. 
Wer von der Gemeinde Schadenersatz fordern will, muß seine Forderung binnen 14 Tagen präklusivischer Frist, nachdem das Dasein des Schadens zu seiner Wissenschaft gelangt ist, bei dem Gemeinde-Vorstande anmelden und binnen 4 Wochen präklusivischer First nach dem Tage, an welchem ihm der Bescheid des Gemeinde-Vorstandes zugegangen ist, erforderlichen Falls gerichtlich geltend machen.

§. 6.
Bezüglich der Entschädigungspflicht derjenigen Personen, welchen eine solche nach Maaßgabe der besonderen Gesetze obliegt, wird durch vorstehende Bestimmungen nichts geändert. Der Gemeinde, welche ihrer Entschädigungspflicht Genüge geleistet hat, steht der Regreß an die für den Schaden nach allgemeinen Grundsätzen Verhafteten zu.

§. 7.
Bis zum Erlaß eines allgemeinen Gesetzes über eine Gemeinde-, Bürger oder Schutzwehr sind die Bezirksregierungen ermächtigt, auf den Antrag der Gemeinden die Errichtung eines bewaffneten Sicherheits-Vereins anzuordnen.

Urkundlich unter Unserer Höchsteinhändigen Unterschrift und beigedruckten Königlichen Insiegel.
Gegeben Charlottenburg, den 11. März 1850.

     (L.S.) Friedrich Wilhelm.

Graf v. Brandenburg. v. Ladenberg. v. Manteuffel. v.d. Heydt. v. Rabe. Simons. v. Schleinitz. v. Stockhausen.

Tumultschadensgesetz, Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten 1850, S. 199-200.




Samstag, 16. August 2014

Normalerweise wird es ja auf die dummen Erwachsenen geschoben

Üblicherweise werden die ulkigen lokalen und regionalen US-Gesetze (oft außer Anwendung stehende Kuriositäten der vergangenen 250 Jahre) auf schräge, ideologisch und religiös verbohrte Erwachsene zurückzuführen sein.

Hier ist zu lesen, dass es offenbar schon die US-Kinder sind, die es schlicht nicht packen. Sechs- bis Achtjährige seien nicht in der Lage, mehr als zwei Stunden ohne Aufsicht zu spielen - was zur Sanktionierung der bösen Frau Mama führt, wenn einmal ein Malheur passiert.

Das hat nichts mit Ideologie zu tun, sondern beruht, im Zusammenspiel mit einem strikten Haftungsrecht, auf Erfahrung. Menschen, die Geschwister vom deutschen 1964er-Jahrgang haben (von den Angehörigen dieser grauenhaft großen Kohorte selbst gar nicht zu reden), werden dieser Aufsichtspflichtsidee, ja: ihrer Notwendigkeit eins husten. Wer in diesem Alter nicht gelernt hatte, ein wenig selbst klarzukommen, wäre verloren gewesen.


Montag, 5. Mai 2014

Ganzheitlichkeit vermeiden

Leider ist es immer noch nicht vollends aus der Welt geschafft, das sogar akademische Geschwätz von der „Ganzheitlichkeit“. Für Studentinnen und Studenten, die sich z.B. in einer wirtschaftswissenschaftlichen Abschlussarbeit damit quälen, dass ihnen diese Worthülse unsympathisch ist, weil zu esoterisch, allzu nichtssagend oder einfach nur, weil sie guten Sprachgeschmack unterstreichen möchten, kann ich folgende Formel vorschlagen:
Als approximatives Ideal, einen Menschen in seiner ganzen Existenz wahrnehmen zu wollen, tendiert die Rede von der Ganzheitlichkeit zur Überforderung aller Beteiligten, selbst wenn der esoterische Beiklang des Worts unberücksichtigt bleibt. „Komplexitätsangemessenheit“ dient hier als weniger anspruchsvolles Synonym, für jene Interaktionsformen, die sich an menschlich und professionell leistbaren Bemühungen hinter „Ganzheitlichkeit“ verbergen mögen.
Ich denke, dass man damit arbeiten kann.

Martin Rath




Donnerstag, 27. März 2014

Montag, 10. März 2014

Definition: 4018

Weil die große Definitionssuchmaschine „Google” das Zahlenkürzel „4018” dominant mit irgendwelchen technischen Apparaturen in Verbindung bringt, muss erwähnt werden, dass es sich um eine Postleitzahl handelt. Eine Postleitzahl von damals, als Willy Brandt noch Bundeskanzler war und Mutti eine Frau mit blondem Haar. Richtig definiert heißt es also: „4018 Langenfeld/Rhld.”.