Montag, 5. Mai 2014

Ganzheitlichkeit vermeiden

Leider ist es immer noch nicht vollends aus der Welt geschafft, das sogar akademische Geschwätz von der „Ganzheitlichkeit“. Für Studentinnen und Studenten, die sich z.B. in einer wirtschaftswissenschaftlichen Abschlussarbeit damit quälen, dass ihnen diese Worthülse unsympathisch ist, weil zu esoterisch, allzu nichtssagend oder einfach nur, weil sie guten Sprachgeschmack unterstreichen möchten, kann ich folgende Formel vorschlagen:
Als approximatives Ideal, einen Menschen in seiner ganzen Existenz wahrnehmen zu wollen, tendiert die Rede von der Ganzheitlichkeit zur Überforderung aller Beteiligten, selbst wenn der esoterische Beiklang des Worts unberücksichtigt bleibt. „Komplexitätsangemessenheit“ dient hier als weniger anspruchsvolles Synonym, für jene Interaktionsformen, die sich an menschlich und professionell leistbaren Bemühungen hinter „Ganzheitlichkeit“ verbergen mögen.
Ich denke, dass man damit arbeiten kann.

Martin Rath




Donnerstag, 27. März 2014

Montag, 10. März 2014

Definition: 4018

Weil die große Definitionssuchmaschine „Google” das Zahlenkürzel „4018” dominant mit irgendwelchen technischen Apparaturen in Verbindung bringt, muss erwähnt werden, dass es sich um eine Postleitzahl handelt. Eine Postleitzahl von damals, als Willy Brandt noch Bundeskanzler war und Mutti eine Frau mit blondem Haar. Richtig definiert heißt es also: „4018 Langenfeld/Rhld.”.


Mittwoch, 5. März 2014

Dissertation Walter Sax, später Professor in Würzburg



Die vertraglichen Wettbewerbsbeschränkungen im Rechte Englands und der Vereinigten Staaten von Amerika

Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde
einer Hohen Rechtswissenschaftlichen Fakultät der
Universität Köln
vorgelegt von Walter Sax
Gerichtsreferendar aus Solingen.
1938
Dissertations-Verlag G.H. Nolte Düsseldorf


Lebenslauf.
Ich wurde am 15. Sapril 1912 zu Solingen geboren. Ich besuchte vier Jahre die Volksschule in Köln-Poll und anschließend das Städtische Realgymnasium in Köln-Deutz, das ich Ostern 1931 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Darauf studierte ich sieben Semester Rechtswissenschaft an der Universität Köln. Am 20. Dezember 1934 bestand ich das Referendarexamen und wurde am 4. Februar 1935 zum Referendar im Obelandesgerichtsbezirk Köln ernannt. Augenblicklich befinde ich mich in der Vorbereitung zur Großen Staatsprüfung.
Walter Sax.

Referent: Prof. Dr. Planitz, Korreferent Prof. Dr. Lehmann. Tag der mündlichen Prüfung: 3. XI. 1938


Der in den 1950er-Jahren mit einer Arbeit zur „Analogie“ im Strafrecht habilitierte Professor Sax lehrte in Würzburg; zu seinen Hörern zählte u.a. Albin Eser.


And Now for Something Completely Different

Martin Rath




Max Picard (Teekesselchen)




„Die strafrechtliche Behandlung der Trunkenheit und Trunksucht im Vorentwurf zu einem Deutschen Strafgesetzbuch.“ 
Inaugural-Dissertation zur Erlangung der juristischen Doktorwürde, vorgelegt an einer hohen rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Heidelberg, von Max Picard.
Heidelberg, Buchdruckerei von d. Strauss. 1910

Lebenslauf.
Ich bin geboren am 17. Dezember 1885 zu Konstanz. nachdem ich im Sommer 1905 das Gymnasium meiner Vaterstadt mit dem Zeugnis der Reife verlassen hatte, widmete ich mich an den Universitäten München, Berlin und Heidelberg dem Studium der Rechtswissenschaften.
Im Herbst 1907 bestand ich die juristische Zwischenprüfung in München.
Meiner militärischen Dienstpflicht genügte ich im Jahre 1905/06 im 1. schweren Reiter-Regiment in München.

Max Picard aus Konstanz ist damit nicht zu verwechseln mit dem bekannteren Max Picard aus Schopfheim (1888-1965).

And Now for Something Completely Different

Martin Rath





Mittwoch, 22. Januar 2014

Kurt Sternberg

In der Wikipedia stolperte ich über den Namen Kurt Sternberg, dort verzeichnet als deutscher Philosoph jüdischer Herkunft, 1885 geboren, 1942 in Auschwitz ermordet.

In den Beständen der Universitätsbibliothek fiel mir die Dissertation eines Namensvetters in die Hände, einem am 19. August 1884 in Ratwitsch i.P. geborenen Juristen. Aus der Namensidentität mag man schließen, was man will, ich dokumentiere hier unkommentiert die Angaben aus der Doktorarbeit:

Widerklage aus Eigentum im Besitzprozesse.
Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Juristischen Fakultät der Universität zu Breslau
vorgelegt von Kurt Sternberg, Referendar.
Borna-Leipzig Buchdruckerei Robert Noske 1909


Lebenslauf. Als Sohn des Kgl. Kommerzienrats Adolf Sternberg und seiner Ehefrau Mathilde, geb. Blau, bin ich, Kurt Sternberg, am 19. August 1884 in Rawitsch i.P. geobren. Ich besuchte in Breslau, dem Wohnsitze meiner Eltern, das Gymnasium zu St. Maria Magdalena und erhielt zu Ostern 1903 das Reifezeugnis. Zum Studium der Rechts- und Staatswissenschaften hörte ich darauf an den Universitäten Freiburg i.B., Berlin, Lausanne und Breslau die Vorlesungen der Herren Professoren Eisele, Schmidt, v. Schultze-Gävernitz, Gierke, Kohler, Brunner, Liszt, Wagner, Hellwig, Hübler, Kuhlenbeck, Reiß, Brie, Dahn, Leonhard, Fischer, Gretener und Jörs. Es ist mir Bedürfnis, den Herren Universitätslehrern, deren Unterricht ich genossen, an dieser Stelle meinen Dank für wissenschaftliche Förderung auszusprechen. Vor allem gebührt mein Dank den Herren Geheimräten Prof. Dr. Leonhard und Fischer für die mir bei Anfertigung dieser Arbeit gewährte Anleitung. Am 22. Oktober 1906 bestand ich die erste juristische Prüfung vor dem Kgl. Oberlandesgericht zu Breslau und wurde am 1. November 1906 bei dem Kgl. Amtsgericht zu Schmiedeberg i.R. als Referendar verpflichtet. Vom 1. Oktober 1907 bis zum 1. Oktober 1908 genügte ich meiner Militärpflicht bei dem Kgl. Bayr. Chevaulergsregiment „König“ in Augsburg. Darauf setzte ich meine Tätigkeit als Referendar fort und bin seitdem bei dem Kgl. Landgericht in Breslau beschäftigt.

Martin Rath


Dienstag, 7. Januar 2014

Ridikülisierung

Für die Erkenntnis, dass ridikül für lächerlich steht, braucht man hoffentlich nicht zum Fremdwörterbuch greifen. Nach Bürokratenart, wenngleich im Feuilleton nominalisiert, bleibt dann die Ridikülisierung verständlich.
Ob die Handtaschen der Madame de Pompadour, die eine ausgesprochen ernstzunehmende Dame war, die  nicht sonderlich entwelschte Bezeichnung Ridikül verdienten, entzieht sich meiner Kenntnis.